Zweite Chance für Oka: vom Problem- zum Polizeihund

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Mag. Michaela Maurer Mag. Michaela Maurer, Tips Redaktion, 04.08.2020 18:15 Uhr

FREISTADT/KEFERMARKT. Weil seine Besitzerin mit dem jungen Schäferhund überfordert war, kam Oka in die Tierschutzstelle Freistadt. Gerald Koller, Bundesausbildner im Polizeihundewesen, und Karin Binder haben den Hund gemeinsam trainiert, um ihm als Polizeihund eine zweite Chance zu geben.

Im Alter von 15 Monaten kam der Deutsche Schäferhund Oka in die Tierschutzstelle. Polizeihunde-Trainer Gerald Koller aus Kefermarkt arbeitet seit drei Jahren ehrenamtlich mit sogenannten Problemhunden in der Tierschutzstelle Freistadt. Er erkannte das Potential von Oka und begann gemeinsam mit Tierschutzstellen-Leiterin Karin Binder den Schäferhund zu trainieren.

Anfangs sind viele skeptisch

„Oka war bereits im Flegelalter und aus Zeitmangel nicht richtig abgerichtet. Die Arbeit mit triebstarken Hunden erfordert gegenseitiges Verständnis und viel Vertrauen des Hundes in den Menschen“, erklärt Koller. Bei der Tierschutzstelle hatte Oka ausreichend Zeit, um sich an die neue Umgebung, die anderen Tiere und die Menschen vor Ort zu gewöhnen. „Wir haben regelmäßig mit Oka gearbeitet und ihn auf den Aufnahmetest für die Polizei vorbereitet. Vor allem Nasenarbeit, Gewandtheit und richtiges Spielen wurden fleißig geübt“, erzählt Koller.

Auch für Karin Binder ist diese Art der Hundearbeit eine neue Herausforderung. „Es ist sehr zeitintensiv, bereitet mir aber viel Freude. Vor allem, wenn man dann den Erfolg wie bei Oka sieht.“ Nach etwa drei Monaten Training wurde der Hund an einen Polizisten in Niederösterreich übergeben, der mit ihm jetzt die Ausbildung zum Polizeihund macht. „Anfangs sind die meisten skeptisch, wenn man einen Problemhund aus dem Tierheim für den Dienst bei der Polizei vorschlägt. Aber wie man bei Oka sieht, funktioniert das einwandfrei“, sagt Koller.

Vertrauen fehlte

Oka ist bereits der zweite Hund aus dem Tierheim, der den Weg zur Polizei schaffte. Vor zwei Jahren haben Gerald Koller und Karin Binder gemeinsam mit dem Schäferhund Baba trainiert. „Der war aber noch einmal ein ganz anderes Format. Baba war zu Beginn sehr aggressiv und hatte keinerlei Vertrauen zu Menschen“, erklärt Koller und zeigt eine Narbe auf seinem Unterarm, die von einem Biss des Hundes stammt. „Aber nach der richtigen Ausbildung wurde er zu einem guten Diensthund.“ Baba wurde nach Deutschland zu einer Sondereinheit verkauft.

„Oft fehlt das Wissen“

„Leider kommt es immer wieder vor, dass Leute nicht bedenken, wieviel Zeit ein Hund erfordert. Vor allem mit Arbeitshunden sind viele dann schnell überfordert und die Tiere landen in der Tierschutzstelle“, sagt Binder. „Sogenannte Problemhunde sind meist einfach nicht richtig abgerichtet, oft fehlt den Hundebesitzern das notwendige Wissen rund um den Hund“, erklärt Koller. In der Tierschutzstelle befinden sich aktuell 30 Hunde. „Bei uns landen derzeit leider auch viele Hunde, die im Ausland oder über das Internet gekauft wurden und dann kränklich sind oder Probleme haben“, sagt Binder.

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