Bezirksjägermeister Franz Auinger: „Jägerschaft leistet viel und möchte ihr schlechtes Image loswerden“

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Bezirksjägermeister Franz Auinger aus Wartberg wirbt für mehr Verständnis für die Aufgaben der Waidmänner und -frauen. Foto: OÖ Landesjagdverband
Bezirksjägermeister Franz Auinger aus Wartberg wirbt für mehr Verständnis für die Aufgaben der Waidmänner und -frauen. Foto: OÖ Landesjagdverband
Mag. Susanne  Überegger Mag. Susanne Überegger, Tips Redaktion, 29.06.2021 16:05 Uhr

BEZIRK FREISTADT. „Wir sind vor allem Heger und Pfleger“, will Bezirksjägermeister Franz Auinger mit dem oft schlechten Image der Jägerschaft in der Öffentlichkeit aufräumen und bemüht sich um Verständnis für deren Arbeit.

Rund 1.000 Jäger üben das Waidwerk im Bezirk Freistadt, der mit gut einem drittel Waldanteil vor allem Rehwild optimale Lebensbedingungen bietet, aus. „Die Aufgaben als Jägerschaft sind nicht unbedeutend und sehr vielfältig – und werden wohlgemerkt ehrenamtlich ausgeübt“, unterstreicht Bezirksjägermeister Franz Auinger aus Wartberg. Ihm ist es ein Dorn im Auge, dass die Jagd in der öffentlichen Wahrnehmung oft auf das Erlegen der Wildtiere reduziert wird. Dabei mache die Wildbretversorgung nur gut ein Fünftel der jagdlichen Arbeit aus, ansonsten würden Wildtiere und Wälder gehegt und gepflegt.

Lebensraum schaffen

„Das fängt damit an, dass wir im Einvernehmen mit den Landwirten auf extensiven Flächen Heckenpflanzungen, Wildäcker und Insektenweiden anlegen und damit Lebensraum für die Wildtiere schaffen. Nicht nur, dass die Jägerschaft diese Flächen pflegt, sie bezahlt den Landwirten dafür auch Pacht“, hebt der Bezirksjägermeister hervor.

Fallwildentsorgung nach einem Verkehrsunfall

Auch die Fallwildentsorgung fällt in den Aufgabenbereich der Jägerschaft. „Auf den Polizeidienststellen im Bezirk liegt jeweils eine Liste mit Telefonnummer von Jägern auf, die bei einem Wildschaden zu jeder Tages- und Nacht angerufen werden können. Allein in der Wartberger Jägerschaft hat immer einer der 39 Jäger sozusagen Bereitschaft“, führt Auinger aus. Dieser entsorgt das bei einem Verkehrsunfall getötete Wild oder erlöst schwer verletzte Tiere mit einem Fangschuss von ihrem Leid.

Jungwildrettung vor der Mahd: Suche mit Drohnen

Auch die Jungwild-Rettung aus dem hohen Gras zur Heuerntezeit ist den Jägern ein großes Anliegen. Was Auinger sauer aufstößt, sind Sätze wie: „Ihr rettet die Rehkitze doch bloß, um sie später schießen zu können.“ Dabei werden die gefundenen Kitze aus zweierlei Gründen aus den Wiesen getragen: um Tierleid und -tod sowie den wirtschaftlichen Schaden für die Landwirte zu vermeiden.

„Wer schon mal ein halb totes Rehkitz mit abgemähten Läufen gesehen hat, der versteht, dass wir Jäger hier präventiv und aus Tierschutzgründen eingreifen. Außerdem verenden durch das Leichengift im Futter immer wieder Rinder qualvoll und das will selbstredend kein Landwirt haben.“ Einige Jagden im Bezirk Freistadt haben deshalb qualitativ sehr hochwertige Drohnen angeschafft, die mittels Wärmebildkamera vor der Mahd die Rehkitze im hohen Gras aufspüren. „Die Drohnen werden registriert und müssen von einem Jäger mit Drohnenführerschein bedient werden“, hebt der Wartberger den Einsatz der Jägerschaft hervor.

Wildverbiss: Schaden ist wieder gut zu machen

Auch für die Schadensminimierung bzw. -wiedergutmachung bei Wildverbiss zeichnet die Jägerschaft, zu der im Übrigen auch immer mehr Frauen gehören – verantwortlich. Es gibt verschiedene Methoden, junge Forstpflanzungen vor dem Verbiss zu schützen. „Wir Jäger sind zwar nicht für den Wald, aber für den frei lebenden Wildstand verantwortlich. Kommt es trotz aller vorbeugenden Maßnahmen zu einem Schaden durch Wildverbiss, so sind wir verpflichtet, diesen zu ersetzen.“

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