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HAGENBERG. Maria Bauer, Mitglied beim Rotary Club Aisttal Hagenberg, und ihr Ehemann Eckehard (Rotary Club Freistadt) haben vor zwei Wochen eine ukrainische Familie nach der Flucht aufgenommen.

Maria und Eckehard Bauer aus Hagenberg haben eine ukrainische Familie aufgenommen. (Foto: Rotary)
  1 / 2   Maria und Eckehard Bauer aus Hagenberg haben eine ukrainische Familie aufgenommen. (Foto: Rotary)

Der Krieg in der Ukraine hat unsagbares Leid ausgelöst und nach Schätzungen, mehr als zwei Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Einige aus der Ukraine vertriebenen Menschen kommen schutzsuchend nach Österreich. Familie Danko lebte in der Nähe des Flughafens von Kiew in einem selbst erbauten Haus. Als der Krieg begann, wurde der nahe gelegene Flughafen und die Umgebung großflächig ein Hauptziel der russischen Raketen- und Artillerieangriffe. Nach Zerstörung durch Raketen in direkter Nachbarschaft und acht Tagen im kühlen und feuchten Keller ihres Wohnhauses sowie der nahen Kämpfe, entschloss sich die Familie ihr Haus zu verlassen solange noch niemand von ihnen verletzt oder getötet wurde.

Gesundheitliche Probleme

In zwei Müllsäcke wurden rasch die wichtigsten Dokumente eingepackt, alles andere wurde zurück gelassen, da es für das Überleben zu gefährlich gewesen wäre sich länger im Haus aufzuhalten. Der Plan bestand darin, dass der Vater die Familie (Mutter, neunjährige Tochter und 13-jährige Zwillinge) zur Grenze bringt und dann nach Kiew zurück fährt. Die Reise zur Grenze wurde nicht nur durch die langen Kolonnen von Vertriebenen zur Qual, sondern auch durch den schlechten Gesundheitszustand der Mutter und der neunjährigen Tochter nach der langen Zeit im Keller und der mangelhaften Ernährung. Die Mutter musste auf der Flucht wegen fiebriger Bronchitis und die Tochter wegen Kreislaufschwäche in ärztliche Behandlung.

Mehrfach war die Kolonne der Vertriebenen auch russischen Attacken ausgesetzt. Am sechsten Tag der Flucht wurde die Grenze erreicht. Nach mehr als 22 Stunden Wartezeit stand die Familie um 2.35 Uhr vor dem ukrainischen Grenzbalken. Als der Vater das Auto verlassen wollte, wurde er vom Grenzposten aufgefordert bei seiner Familie zu bleiben. Emotional zerrissen hat der Vater mit seiner Familie die Flucht fortgesetzt. In Polen hat sich die Familie zwei Tage aufgehalten um sich gesundheitlich zu stabilisieren und zu schlafen. Am dritten Tag wurde die Reise fortgesetzt, um nach Österreich zu gelangen. In Österreich ist die Familie nun angelangt und hat in Hagenberg eine Unterkunft bei Rotariern gefunden.

Schulbesuch und Arbeit

Durch die Hilfe der Rotarier konnte die Familie zusammen bleiben, sämtliche rechtlich relevanten Wege und auch die Verpflegung und Unterkunft wurden und werden durch die Rotarier abgedeckt. Die Gemeinde Hagenberg hat sehr unbürokratisch und effizient unterstützt, so dass die neunjährige Tochter bereits seit 24.März in die Volkschule gehen kann. Dank der Unterstützung des Governors des Rotary Distrikt 1920, werden die Zwillinge in Linz ins Gymnasium gehen können. Die Mutter hat bereits eine Zusage für eine Beschäftigung und der Vater hat sich schon um Arbeit beworben.

Auch wenn äußerlich keine Narben des Krieges an der Familie zu sehen sind, so sind doch innerlich die Spuren des Angriffskrieges der Russen erkennbar. Wenn zum Beispiel die kleine Tochter zu Salzsäule erstarrt wenn ein Kondensstreifen eines Düsenflugzeuges am Himmel ist, oder die Zwillinge vor Angst zusammenzucken wenn eine leere Pet-Flasche beim zusammenfalten knackst und vieles mehr. Die ukrainische Familie in Hagenberg, möchte so rasch als möglich wieder zurück in die Ukraine, um die vom Krieg zerstörte Existenz wieder aufzubauen, ist sich jedoch bewusst, dass dies noch ein langer Weg sein wird. Das Wichtigste ist der Familie, die Sicherheit für die Kinder.

Die beiden Mühlviertler Rotaryclubs RC-Freistadt und RC-Aisttal-Hagenberg habe sich sehr stark in die Ukraine Hilfe eingebracht. Es wurde ein ukrainisches Kinderspital mit Hilfsgütern versorgt, Direktlieferungen von medizinische Hilfsgütern mitfinanziert und mit organisiert, soziale Einrichtungen zur Vertriebenenbetreuung aktiv unterstützt und auch die in Hagenberg angekommene fünfköpfige Familie unterstützt.


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