Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

BEZIRKE FREISTADT/URFAHR-UMGEBUNG. Eine Pfarrfläche von gut 300 Quadratkilometern, bewohnt von 38.000 Katholiken das sind die Eckdaten der neuen Großpfarre Mühlviertel Mitte. Mit Leben erfüllt wird diese von unzähligen ehrenamtlich und hauptberuflich Aktiven. Tips sprach mit Pfarrer Andreas Golatz, Mitglied des dreiköpfigen Pfarrvorstands.

Das Vorstandstrio der Großpfarre: Verwaltungsvorstand Thomas Forster, Pfarrer Andreas Golatz, Pastoralvorstand Bruno Fröhlich (v. l.) (Foto: Magdalena Froschauer-Schwarz)

Tips: Herr Pfarrer Golatz, wie war der Weg zur Großpfarre? Gab es viele Bedenken oder Widerstand?

Andreas Golatz: Die Vorbereitungen sind schon seit 2018 gelaufen, Corona hat alles ein wenig verzögert. Natürlich gab es Bedenken, aber nicht in so einem Maße wie anderswo. Der Wartberger Pfarrassistent Franz Küllinger und Pfarrer August Aichhorn aus Pregarten waren am Vorbereitungsprozess federführend beteiligt.

Tips: Das Pfarrgebiet mit 38.000 Katholiken in zwölf Teilpfarren in zwei Bezirken ist mit 300 Quadratkilometern riesig, wie sind Seelsorge und Verwaltung da zu schaffen?

Golatz: Ja, es ist ein großes Pfarrgebiet. Es gibt daher in allen Pfarrteilgemeinden Seelsorgeteams. Für die Ehrenamtlichkeit in der Kirche bedeutet die Pfarre Mühlviertel Mitte daher eine große Aufwertung. Eigentlich ist es eine strukturelle Richtigstellung dessen, was ohnehin schon war. Das konkrete kirchliche Leben wird sich auch weiter in den Pfarrteilgemeinden abspielen. Ab September 2023 habe ich jede Pfarrteilgemeinde besucht und mich erkundigt, wie gefeiert wird, welche Besonderheiten es gibt. Ich traue mich zu sagen, dass ich den Hausbrauch schon einigermaßen kenne.

Tips: Was ändert sich für die Gläubigen konkret?

Golatz: Was funktioniert, soll bleiben, die Strukturen brauchen nicht krampfhaft geändert zu werden. Die Gläubigen gehen dort in die Kirche, wo sie immer hingegangen sind. Neue Strukturen soll es dort geben, wo es nicht gut funktioniert hat.

Tips: In jeder Teilpfarre soll es einen Priester als Ansprechpartner geben.

Golatz: Ja, allerdings hat dieser Priester dann keine Leitungsfunktion, das ist der große Unterschied zu vorher. Die Priester sind auch nicht mehr für die Finanzen zuständig. Da haben etliche erst gemerkt, dass sich wirklich was ändert, als klar wurde, dass sie künftig am Pfarrkonto nicht mehr zeichnungsberechtigt sind. In Wahrheit ist das Finanzwesen immer eine große Belastung gewesen, der Wegfall bedeutet eine enorme Zeitersparnis. Und was ein Priester einbringen will, spricht er ohnehin vorher mit dem Finanzausschuss-Obmann ab.

Tips: Auch auf der Ebene der Großpfarre gibt es für die Finanzen einen eigenen Verantwortlichen.

Golatz:Das ist unser Verwaltungsvorstand Thomas Forster aus Linz. Er kommt aus der Privatwirtschaft. Ich bin sehr froh, dass er sich auf das Finanzielle der Pfarre Mühlviertel Mitte konzentrieren kann, denn dadurch bleibt mehr Zeit für die Seelsorge und dafür sind wir schließlich ausgebildet.

Tips: Zum Führungstrio gehört auch noch Bruno Fröhlich aus Unterweitersdorf als Pastoralvorstand.

Golatz: Bruno hat viel Erfahrung, er war Pfarrassistent in Pfarren mit Seelsorgeteams und Religionslehrer. Ich bin froh über unser Team, wir verstehen uns sehr gut und arbeiten wirklich gut zusammen.

Tips: Sie selbst waren bisher Pfarrer in Gutau. Wie schwer ist Ihnen der Abschied gefallen?

Golatz: Ich glaube, alle acht bis zehn Jahre sollte man etwas Neues angehen. Ich habe überlegt, mich für die künftige Großpfarre Freistadt zu bewerben, hätte aber den Rollenwechsel nicht geschafft, weil ich in Gutau immer erste Ansprechperson geblieben wäre. Daher habe ich auch meinen Wohnsitz nach Oberbairing verlegt, als Steyregger stamme ich ja aus Urfahr-Umgebung.

Tips: Warum wurde eigentlich Wartberg ob der Aist als Sitz des Pfarrvorstands gewählt?

Golatz: Wartberg hat sich angeboten, das Büro ist in der früheren Wohnung von Pfarrer Rudolf Himmelreich untergebracht. Mit der Pensionierung von Franz Küllinger und dem Begräbnis von Pfarrer Himmelreich war es hier zuletzt recht fordernd. Die zentrale Pfarrkirche von Mühlviertel Mitte ist jene von Gallneukirchen, weil sie zentral gelegen und die größte ist.

Tips:Warum heißt die Pfarre eigentlich Mühlviertel Mitte?

Golatz: Zur Diskussion sind Namen mit Aist, Gusen oder Riedmark gestanden. In der gemeinsamen Namensfindung hatte Mühlviertel Mitte aber einfach den wenigsten Widerstand.

Die Amtseinführung des neuen Vorstands der Pfarre Mühlviertel Mitte mit Bischof Manfred Scheuer findet am Sonntag, 28. Jänner, um 11 Uhr in der Pfarrkirche Gallneukirchen statt.
Jahre intensiver Vorbereitung lagen vor der kirchenrechtlichen Gründung der neuen Pfarre Mühlviertel Mitte am 1. Jänner 2024. Die zwölf Pfarren im Dekanat Gallneukirchen wurden aufgelöst und zur neuen Großpfarre zusammengeschlossen. Geleitet wird die Pfarre gemeinsam von Pfarrer Andreas Golatz (zuvor Pfarrer in Gutau), dem Pastoralvorstand Bruno Fröhlich und dem Verwaltungsvorstand Thomas Forster. Das Büro der neuen Pfarre befindet sich in Wartberg ob der Aist. Die Pfarrkirche von Gallneukirchen ist die zentrale Kirche für die Großpfarre. Die ursprünglichen Pfarren bleiben als Pfarrteilgemeinden erhalten. Es sind dies Alberndorf, Altenberg, Gallneukirchen, Hagenberg, Hellmonsödt, Katsdorf, Kirchschlag, Pregarten, Reichenau, Steyregg, Treffling und Wartberg ob der Aist. In jeder gibt es ein Seelsorgeteam und einen Pfarrgemeinderat. Die Erreichbarkeit vor Ort garantiert ein Pfarrteilgemeindebüro mit Sekretärin und hauptamtlichen Ansprechpersonen, davon ein Priester. Im pfarrlichen Pastoral- und im Wirtschaftsrat sind die Pfarrteilgemeinden ebenfalls vertreten.

Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden