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UNTERWEITERSDORF. Knapp 10.000 Fahrzeuge passieren pro Woche laut Verkehrszählung des Landes OÖ den Ortschaftsweg Reitern, viele weit zu schnell. Die Bewohner gehen nun für verkehrsberuhigende Maßnahmen auf die Barrikaden.

Der starke Verkehr in Reitern gefährdet Fußgeher und sorgt für Lärmbelästigung bei den Anrainern. Bei Begegnungen mit Schwerfahrzeugen kommt es immer wieder zu skurillen Ausweichmanövern. (Foto: privat)

Etwa 40 Häuser liegen direkt an dem 1,3 km langen Ortschaftsweg. Mehr als die Hälfte des Verkehrs stammt aus der Ortschaft Lindach in der Nachbargemeinde Alberndorf, deren Bewohner den Weg Richtung Pregarten und Hagenberg abkürzen. „Die Stimmung bei uns ist aufgeheizt“, berichtet Manfred Lamplmair, Sprecher der unabhängigen Bürgerinitiative Reitern (BIR), die 179 Anrainer vereint. Seit langem gilt Tempo 30, die Tempobremse wird aber häufig ignoriert. BIR beklagt die mangelnde Sicherheit für Fußgeher und Schulkinder, da nur auf gut 200 Metern ein Gehsteig vorhanden ist, der auch noch befahren werden kann. „Ein Kind wurde bereits von einem Auto schwer verletzt“, so Lamplmair. Auch der Verkehrslärm sei sehr störend.

Gewichtsbeschränkung erst 2023 wiederbelebt

Die geltende Fünf-Tonnen-Gewichtsbeschränkung aus dem Jahr 1974, die in Vergessenheit geraten war und erst Ende 2023 wiederbelebt wurde, überprüft das Land OÖ derzeit. Diese stößt vor allem landwirtschaftlichen Lohnunternehmern aus Alberndorf sauer auf, die mit Gespannen eine Alternativroute über Gallneukirchen mit längerer Fahrzeit in Kauf nehmen sollen. „Man muss beide Seiten verstehen: Die Lohnunternehmer möchten Zeit und Kosten sparen, die Anrainer ersehnen Verkehrsberuhigung und weniger Lärm“, sagt BIR-Mitglied Maximilian Wurm, Gründer und langjähriger Geschäftsführer der Firma Count It in Hagenberg. Die Mitglieder von BIR betonen, weiter für konstruktive Zusammenarbeit offen zu sein. Die Gemeinde habe Tempomessgeräte mit Smileys angekauft, die in Reitern erfolgreich zum Einsatz kommen. Auch ein Gehweg für die Schüler abseits der Straße wurde errichtet. Lamplmair: „Ich bin überzeugt, dass das Land die Gewichtsbeschränkung nicht aufheben wird.“ Wenn doch, sind legitime Protestmittel nicht ausgeschlossen.

Temposünden hausgemacht

Laut Bürgermeister Johannes Matzinger liegt das Prüfungsergebnis des Landes OÖ noch nicht vor. Die Gemeinde hat die Empfehlung abgegeben, die Gewichtsbeschränkung mit Ausnahmen für Landwirte, die vor Ort Grundstücke bewirtschaften, aufrechtzuerhalten. „Was wir nicht wollen, sind LKW und Busse, die ihren Weg über Reitern abkürzen“, sagt Bürgermeister Johannes Matzinger. Dafür sei die Straße zu eng. Übrigens: Wie Messungen jüngst ergeben haben, stammt ein Gutteil der Temposünder aus Unterweitersdorf.


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