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Blaulichtorganisationen als Rückgrat der Jännerrallye

Mag. Michaela Maurer, 05.01.2026 10:46

BEZIRK FREISTADT. Wenn im Mühlviertel die Motoren der Jännerrallye aufheulen und tausende Motorsportfans entlang der Strecken stehen, läuft im Hintergrund ein hochkomplexes Sicherheitskonzept. Feuerwehr, Rotes Kreuz, Polizei und Behörden arbeiten dabei Hand in Hand, um Teilnehmern, Zuschauern und Anrainern ein möglichst sicheres Veranstaltungsumfeld zu bieten. 

  1 / 3   Ihr gemeinsamer Einsatz zeigt eindrucksvoll, wie professionelle Zusammenarbeit, Erfahrung und freiwilliges Engagement der Blaulichtorganisationen zum Gelingen einer Großveranstaltung beitragen. (Foto: Robert Essl)

Die Rallye ist damit nicht nur ein sportliches Großereignis, sondern auch ein logistischer Kraftakt für die Blaulichtorganisationen. Im Zentrum der medizinischen Absicherung steht das Österreichische Rote Kreuz. Bezirksrettungskommandant Gerald Roth schildert den erheblichen organisatorischen Aufwand: Eine eigene Einsatzleitung im Katastrophenhilfszentrum überwacht mit rund zehn Personen laufend das Geschehen. Moderne Technik wie Kameras, GPS-Tracking und die direkte Anbindung an die Leitstelle in Linz ermöglichen rasche Entscheidungen.

Eigene Feldküche

„Der lokale Einsatzstab entscheidet, wie der Patient am schnellsten erreicht werden kann, weil übliche Zufahrtswege durch die Sonderprüfungen oft eingeschränkt sind“, erklärt Roth. Rund 15 Sanitäter, mehrere Einsatzfahrzeuge sowie ein Notarzt stehen während der Rallye bereit. Für die Versorgung der Einsatzkräfte wurde zusätzlich eine eigene Feldküche eingerichtet.

Feuerwehr mit hunderten Kräften im Einsatz

Einen weiteren tragenden Pfeiler der Sicherheitsarchitektur bilden die Feuerwehren. Bezirksfeuerwehrkommandant Thomas Wurmtödter spricht von rund 200 Feuerwehrleuten aus 16 Feuerwehren des Bezirks Freistadt, eingebettet in insgesamt etwa 500 Helfer aller Blaulichtorganisationen. Die Aufgaben reichen von Lotsen- und Absperrdiensten bis zur unmittelbaren Einsatzbereitschaft entlang der Strecken. 

Einsatzsicherheit

Wie diese Verantwortung vor Ort gelebt wird, schildert Christopher Kastner, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Pierbach. Seine Wehr stellt nicht nur ein Rüstlöschfahrzeug für den Ernstfall, sondern übernimmt auch Lotsendienste und betreibt einen Ausschank an der Strecke. „Kommt es zu einem echten Einsatz, hat dieser immer Vorrang vor dem Eventbetrieb“, stellt Kastner klar. Die langjährige Erfahrung – die Feuerwehr ist seit 2001 Teil der Rally – sowie spezielle Schulungen an Rallyefahrzeugen erhöhen die Einsatzsicherheit zusätzlich.

Polizei sorgt für Ordnung 

Auch die Polizei ist mit erhöhtem Personalaufwand präsent. Bezirkspolizeikommandant Franz Schmalzer berichtet von täglich rund 20 zusätzlichen Beamten, die neben dem regulären Dienstbetrieb für Sicherheit sorgen. Eine mobile Einsatzleitung, besetzt mit Polizei, Feuerwehr, Rettung und Behörde, ist während der Veranstaltung laufend im Einsatzgebiet unterwegs.

„Die behördlichen Auflagen sind massiv gestiegen, ihre Einhaltung ist zentrale Voraussetzung für die Genehmigung“, so Schmalzer. Entscheidend sei die enge Abstimmung aller Beteiligten – nur so könne ein reibungsloser Ablauf gewährleistet werden.

Klare Sicherheitsstandards

Für Veranstalter Georg Höfer ist diese Zusammenarbeit unverzichtbar. Er verweist auf klare Startbedingungen: Ohne Rettungsfahrzeug, Notarzt, Feuerwehr und Sonderprüfungsleiter wird keine Prüfung gestartet. Zusätzlich sind alle Rallyefahrzeuge mit einem GPS-basierten Sicherheitssystem ausgestattet. „Bleibt eine Rückmeldung aus, gehen wir von einem schweren Unfall aus und lösen sofort die Rettungskette aus“, erklärt Höfer.

Nachwuchsarbeit als besonderer Schwerpunkt

Ein besonderer Akzent der Jänner Rally liegt auf der Nachwuchsarbeit. Auf Initiative des Veranstalters wurde eine eigene Veranstaltung für die Feuerwehrjugend ins Leben gerufen. Bezirks-Fachbeauftragter Hannes Zeindlinger spricht von rund 1.100 bis 1.200 Jugendmitgliedern im Bezirk Freistadt und einer enormen Nachfrage.

Geboten werden Blicke hinter die Kulissen, Technikstationen und eine Live-Bergung aus einem Rallye-Chassis. „Das ist ein Dankeschön und eine Wertschätzung für die Unterstützung der Feuerwehren“, betont Zeindlinger. 


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