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Mentaltrainer Roland Bauer: "Eisbaden ist ein bewusster Schritt aus der Komfortzone!"

Mag. Claudia Greindl, 27.01.2026 19:00

WEITERSFELDEN/LIEBENAU. „Bua, du wirst ja krank“, hat man Roland Bauer gewarnt, als er in den eiskalten Rubener Teich stieg. Doch der Kältereiz bewirkt genau das Gegenteil, ist der Mentaltrainer überzeugt: „Eisbaden ist eine wunderbare präventive Gesundheitsmaßnahme!“

  1 / 4   Eisbaden ist für Roland Bauer wirksame Gesundheitsvorsorge. „Für die eigene Gesundheit sollte man etwas tun, wenn man noch gesund ist.“ Seine Partnerin Lena unterstützt ihn dabei, alle Kursteilnehmer im Blick zu behalten. (Foto: privat)

Schon der Gedanke, in eiskaltem Wasser zu baden, zieht den meisten Menschen die Gänsehaut auf. Dabei trifft die weit verbreitete Meinung, fürs Eisbaden müsse man ein „harter Hund“ sein, keineswegs zu, meint Roland Bauer. „Genau das ist es nicht. Das kalte Wasser ist kein Feind, den man bekämpfen muss. Die Kälte macht dem Körper zwar Stress, dem begegnet man beim richtigen Eisbaden aber mit Entspannung, nicht mit Flucht“, erklärt der 32-jährige Liebenauer, der mit seiner Freundin Lena in Freistadt lebt.

Atemübungen, Kälte, Mindset

Als naturverbundener Mensch, Mentaltrainer, Landschaftsfotograf sowie Wander- und Schneeschuhführer hatte Bauer 2020 zum ersten Mal an einem Eisbadeworkshop teilgenommen. „Damals habe ich die Wim-Hof-Methode kennengelernt“, erzählt er. Dazu gehören Atemübungen, Kälte und die bewusste Arbeit an der eigenen Einstellung.

Effekte sollen unter anderem ein gestärktes Immunsystem, gesteigerte Energie, bessere Konzentration, entzündungshemmende Wirkung und mehr mentale Stärke sein. „Natürlich ist der Aufenthalt im kalten Wasser eine Herausforderung. Mir hat es aber so gut getan, dass ich es mit kalten Duschen in meinen Alltag integriert und beschlossen habe, selbst Eisbade-Workshops zu veranstalten.“

Ein Bottich voller Eis

Zuerst füllte er im Sommer eine Tonne mit Eis, mittlerweile finden seine Kurse auch im Winter statt. „Eisbaden ist momentan ein richtiger Hype“, meint Roland Bauer im Tips-Gespräch nachdenklich. Der bewusste Schritt aus der Komfortzone hat viele Vorteile, ist aber auch mit Risiken verbunden, wenn man sich nicht gut darauf vorbereitet.

Die Dosis macht das Gift

„Die Dosis macht das Gift, das gilt auch für die Kälte“, betont der Mentaltrainer. „Eisbaden ist kein Wettbewerb, wer es am längsten im Wasser aushält. Ein kurzer Input ist ausreichend, um den Körper anzuregen.“ Schon vor dem Schritt ins kalte Wasser ist Bauer ganz wichtig, den Kursteilnehmern Sicherheit und Ruhe zu vermitteln. Besonders die Sicherheit zählt, schließlich hat er auch bei einem seiner Brotjobs mit dem Verkauf von Sicherheitsprodukten zu tun. Wer etwa an unbehandeltem Bluthochdruck, Epilepsie oder akuten Infekten leidet, sollte nicht ins Eiswasser steigen. Auch für Schwangere ist es nicht zu empfehlen.

Kalte Duschen zur Vorbereitung

Die Entscheidung zur Teilnahme sollte freiwillig erfolgen. Bauer: „Zur Vorbereitung empfehle ich, eine Woche lang regelmäßig kalt zu duschen.“ Mindestens einen halben Tag sollten sich seine maximal acht volljährigen Kursteilnehmer für den Eisbade-Workshop Zeit nehmen. Zuerst geht es in der Theorie um das Verhalten im Wasser, um Atemübungen, um den reinigenden Effekt des Wassers im übertragenen Sinn und um die möglichen körperlichen Reaktionen wie Kreislaufprobleme und Angst. „Angst zu haben ist normal, es schafft aber auch Potenzial“, meint Bauer.

Ganz im Hier und Jetzt

Ins Wasser steigt dann jeder in seinem eigenen Tempo, nicht zu schnell, aber auch nicht stockend, für höchstens zwei Minuten. „Die Atmung beschleunigt sich, dem begegnet man mit Entspannung und versucht, ruhig weiter zu atmen.“ Normal ist es, Schmerzen durch die sich zusammenziehenden Blutgefäße zu empfinden. „Wem es leicht fällt, loszulassen, der schafft es auch, den Schmerz nicht nur negativ zu sehen. Er ist eben jetzt gerade da.“ Stichwort jetzt gerade: Jeder Eisbadende konzentriert sich völlig auf sich selbst und ist ganz im Hier und Jetzt.

Keine warme Dusche

Nach dem Bad folgen Aktivierungsübungen im Freien, „Man braucht keine warme Dusche und keine externe Quelle zum Aufwärmen.“ Was folgt, sind Glücksgefühle. „Die Leute sind stolz auf sich, das Vertrauen in den Körper wächst“, weiß Bauer aus Erfahrung. In den Alltag einbauen lassen sich Kälteanwendungen, die es schon seit der Antike gibt und die durch Sebastian Kneipp bekannt wurden, etwa mit kalten Duschen. „Auf mentaler Ebene lernt man im Optimalfall, sich von Stress nicht mitreißen zu lassen. Sich der Kälte auszusetzen, bedeutet ein Verlassen der eigenen Komfortzone, in der der Körper degeneriert. Das kann eine positive Spirale in Gang setzen.“

Der erste Termin für den Eisbade-Workshop mit Roland Bauer, veranstaltet vom Arbeitskreis Gesunde Gemeinde Weitersfelden, war rasch ausgebucht. Ein Zusatztermin findet am Samstag, 21. Februar, um 10 Uhr im Sitzungssaal Weitersfelden statt. Anmeldung bei Ingrid Brandstätter, 0664 5233727 oder 3550ingrid@gmail.com


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