Feuerwehr Freistadt leistete 13.600 Stunden für die Sicherheit der Bevölkerung
FREISTADT. Eine beeindruckende Bilanz zieht die Freiwillige Feuerwehr Freistadt für das vergangene Jahr: 13.600 ehrenamtliche Stunden leisteten die 154 Mitglieder im Dienste der Allgemeinheit.
Neben zahlreichen Übungen und Ausbildungen bewältigten die Einsatzkräfte 166 technische Einsätze sowie 47 Brandeinsätze – rasch, professionell und zuverlässig.Der arbeitsintensivste Einsatz ereignete sich am 10. Mai in den frühen Morgenstunden. Eine Gartenhütte im Stadtzentrum stand in Vollbrand. Durch das schnelle und beherzte Eingreifen der Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude verhindert und größerer Schaden abgewendet werden.
Nachwuchs und Frauenanteil wachsen
Der Aktivstand der FF Freistadt umfasst derzeit 90 Mitglieder, darunter bereits 15 Frauen – Tendenz steigend. Zusätzlich verstärken vier einsatzberechtigte Kameraden anderer Feuerwehren das schlagkräftige Team in Freistadt. Auch für die Zukunft ist bestens gesorgt: 34 Jugendliche – 22 Buben und zwölf Mädchen – engagieren sich in der Jugendfeuerwehr. Unterstützt wird die aktive Mannschaft zudem von 27 erfahrenen Reservisten.
Leistung entspricht acht Vollzeitarbeitskräften
Die Gesamtleistung der Freistädter Florianis entspricht rechnerisch der jährlichen Arbeitszeit von rund acht Vollzeitarbeitskräften – ein eindrucksvoller Beweis für das große ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrmitglieder.
Neben Brandeinsätzen übernimmt die Feuerwehr eine Vielzahl technischer Aufgaben: 2025 verzeichnete die FF Freistadt 37 Lift- und Türöffnungen, 33 Berge-, Hebe- und Transportleistungen, 22 Insekteneinsätze, 18 Ölspuren sowie 13 Aufräumarbeiten nach Verkehrsunfällen. Dazu kamen 13 Lotsendienste und eine Menschenrettung nach einem Verkehrsunfall. Mehrfach leisteten die Freistädter Florianis auch in anderen Gemeinden Nachbarschaftshilfe.
Finanzielle Lage angespannt – Appell an die Politik
Im Rahmen der Vollversammlung präsentierte das Kommando die Jahresbilanz. Kommandant Martin Hochreiter dankte seiner Mannschaft: „13.600 freiwillige Stunden sind eine gewaltige Leistung. Mein Team steht mit großem Engagement Tag und Nacht für die Sicherheit der Bevölkerung bereit.“
An die Politik richtete der Feuerwehrkommandant mahnende Worte. Der Härteausgleich der Gemeinde habe auch den finanziellen Spielraum der Feuerwehr stark eingeschränkt. Denn sämtliche Einnahmen aus verrechenbaren Einsätzen – etwa Lotsen- oder Insekteneinsätze – mussten im vergangenen Jahr von der Gemeinde einbehalten und durften nicht an die Feuerwehr weitergegeben werden. So sieht es das strenge Härteausgleichs-Reglement des Landes vor.
„Unter diesen Bedingungen können wir nur einen Notbetrieb aufrechterhalten. Für notwendige Weiterentwicklungen fehlt das Geld“, so Hochreiter. Selbst kameradschaftliche Aktivitäten müssten aus Rücklagen finanziert werden – dabei seien sie entscheidend für Zusammenhalt und Vertrauen im Einsatz.
Feuerwehrhaus stößt an Grenzen
Eine weitere Herausforderung stellt der akute Platzmangel dar. Seit 33 Jahren wurde das Feuerwehrhaus nicht erweitert, während Mannschaft und Fuhrpark kontinuierlich wachsen.„Früher war die Feuerwehr eine reine Männerdomäne – das hat sich zum Glück geändert. Für unsere engagierten Feuerwehrfrauen gibt es derzeit aber nur eine provisorische Umkleide. Wir brauchen dringend mehr Platz und finanzielle Mittel, um die notwendigen Modernisierungsschritte setzen zu können“, betont der Kommandant.
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