Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

Zehn Jahre Familieninformationszentrum der Kinder- und Jugendhilfe Freistadt

Mag. Michaela Maurer, 26.03.2026 11:05

FREISTADT. Das Familieninformationszentrum der Kinder- und Jugendhilfe Freistadt unterstützt seit zehn Jahren Familien. 

Team Eltern- Mutterberatung 2026: Kerstin Weinberger, Verena Pührer, Isabella Feilenreiter, Sümeyye Gül und Renate Haas-Schwaiger ⋌Foto: privat (Foto: privat)

Eine junge Mutter steht kurz vor der Erschöpfung. Ihr wenige Wochen altes Baby schreit stundenlang. Schlaflose Nächte, Unsicherheit und Selbstzweifel bestimmen ihren Alltag. Was sie in dieser Situation besonders belastet: das Gefühl, allein zu sein. Der erste Schritt in Richtung Entlastung führt sie in das Familieninformationszentrum (FIZ). Dort erhält sie die Information, die Eltern-Mutterberatung aufzusuchen. Die junge Mutter findet nicht nur ein offenes Ohr, sondern konkrete Unterstützung.

Gemeinsam mit dem Team, welches aus einer Hebamme, Psychologin und Ärztin besteht, werden Strategien entwickelt, um mit den anstrengenden Phasen ihres Babys besser umgehen zu können. Parallel erhält sie psychologische Beratung, um ihre eigene Belastung zu reflektieren und neue Kraft zu schöpfen. 

Frühe Hilfe

Über das Netzwerk der „Frühen Hilfen“ wird die Familie weiter begleitet, um Überforderungen zu verhindern. Eine Familienhebamme besucht die Mutter regelmäßig zu Hause. Sie gibt praktische Tipps im Umgang mit dem Baby, stärkt das Vertrauen in die eigene Elternrolle und sorgt dafür, dass kleine Probleme nicht zu großen Krisen werden.

„Es geht nicht darum, Fehler zu suchen, sondern Ressourcen zu stärken“, betont Renate Haas-Schwaiger (Sozialmanagerin Familieninformationszentrum). Während die Mutter Unterstützung erhält, meldet sich ihr älterer Sohn in der Schule bei der Schulsozialarbeit. Mutig berichtet er, dass er von Mitschülern gemobbt wird. Die Schulsozialarbeiterin reagiert sofort: Gespräche mit Lehrkräften, ein Workshop zum Thema Respekt und Einzelgespräche helfen, die Situation zu entschärfen. 

Spannungen aufgearbeitet

Gleichzeitig wird die Familie durch die Familiensozialarbeit und der Psychologin der Erziehungs- und Familienberatung begleitet. In gemeinsamen Gesprächen werden Spannungen aufgearbeitet – auch solche, die aus der Patchwork-Konstellation resultieren. Der Ehemann bringt einen Sohn aus erster Beziehung mit in die Familie. Unterschiedliche Bedürfnisse, Rollenfindung und Alltagsorganisation stellen alle Beteiligten vor Herausforderungen. 

Rechtliche und finanzielle Fragen

Zusätzlich belastet die Familie eine Unterhaltsproblematik aus der vorherigen Beziehung des Vaters. Hier wird der Vater an den zuständigen Unterhaltsbereich und an die kostenlose und anonyme juristische Familienberatung verwiesen. Hier findet er Unterstützung zur Klärung von finanziellen und rechtlichen Fragen. 

Was dieses Beispiel zeigt: Das Angebot der Familieninformationszentren (FIZ) der Kinder- und Jugendhilfe mit den drei Leitstellen in Freistadt, Pregarten und Unterweißenbach bedeutet weit mehr als Krisenintervention. Es ist ein Netzwerk aus Eltern- und Mutterberatung, Erziehungs- und Familienberatung, Familien- und Schulsozialarbeit, Rechtsberatung und den Frühen Hilfen. 

Das Familieninformationszentrum (FIZ) der Kinder- und Jugendhilfe unterstützt mit  niederschwelligen, kostenlosen und anonymen Angeboten. Infos: Familieninformationszentrum Freistadt, Promenade 5, 4240 Freistadt, Tel. 07942/702/62341Mail: bh-fr.post@ooe.gv.at 



Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden