Flachsanbau in Freistadt: Altes Handwerk erlebt neues Interesse
FREISTADT. Im Stadtgraben Freistadt wächst derzeit ein besonderes Projekt: Am 11. April wurden an zwei Standorten – neben dem VegLab sowie in einem privaten Garten – kleine Flachsfelder angelegt. Bereits jetzt zeigen sich die ersten jungen Pflänzchen. Ziel des Projekts ist es, den traditionellen Flachsanbau und die Herstellung von Leinen wieder sichtbar und erlebbar zu machen.

Am 11. April wurde der Flachs gepflanzt, nach Unkrautjäten und pflegen darf der Flachs nun weiter wachsen und blühen. Die Ernte ist – je nach Witterung – für Anfang bis Mitte Juli geplant. Anschließend folgt die sogenannte Röste: Dabei trocknen die Pflanzen, damit sich später die Fasern leichter lösen lassen.
Ein besonderer Höhepunkt wird im Herbst das geplante „Brechelfest“. Dort werden traditionelle Arbeitsschritte wie Brecheln und Hecheln gezeigt. Gleichzeitig werden Samen für das nächste Anbaujahr gewonnen und die wertvollen Fasern weiterverarbeitet.
Tradition trifft Nachhaltigkeit
Der Flachsanbau hat im Mühlviertel eine lange Tradition, die bis in die 1960er Jahre lebendig war, etwa in Orten wie Windhaag. Flachs wurde damals sowohl zur Ölgewinnung als auch zur Herstellung von Bauernleinen genutzt und erlebt heute im Zuge des Interesses an regionalen Naturmaterialien eine neue Aufmerksamkeit. Unterstützt wird das Projekt von Theodora Eichinger gemeinsam mit Monika Weißengruber, der Faserwerkstatt und Otelo Freistadt.
Besonders bemerkenswert: Von Familie Freudenthaler aus Waldburg erhielt das Projekt eine Kiste rund 100 Jahre alter Flachszöpfe, die nun weiterverarbeitet und versponnen werden dürfen. So verbindet das Projekt gelebte Handwerkstradition mit nachhaltigem Denken und gemeinschaftlichem Lernen.


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