Sanierungsbedarf im Hallenbad Freistadt verursacht große Sorgen
FREISTADT. Die Zukunft des Hallenbades Freistadt bereitet große Sorgen. Bei einer Begehung am 28. Mai wurde der besorgniserregenden Bauzustand diskutiert.

Bei der Begehung informierten sich Verantwortliche über den baulichen Zustand des Gebäudes. Mit dabei war auch ein Spezialist für Betonbau, der bereits bei den Sanierungsarbeiten im Jahr 2017 eingebunden war.
Es zeigt sich, dass weitere umfassende Maßnahmen dringend notwendig sind. Deshalb wird jetzt die Baustoff- und Bodenprüfungsstelle des Landes Oberösterreich kontaktiert, um weitere Daten zu erhalten. „Erst wenn die Ergebnisse der Untersuchung vorliegen, kann eine politische Entscheidung über die weitere Zukunft des Hallenbades getroffen werden“, sagt Bürgermeister Christian Gratzl. „Mein Ziel ist es ganz klar, das Hallenbad für unsere Kinder und unsere Region zu erhalten.“
Zusammenarbeit nötig
Um die notwendigen Sanierungen finanzieren zu können, sei jedoch die Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden sowie dem Land Oberösterreich entscheidend. „Wir müssen gemeinsam Lösungen erarbeiten“, so Gratzl.
Nach Angaben des Bürgermeisters wurden bereits Gespräche mit Nachbargemeinden geführt, zudem habe er einen Bürgermeisterbrief versendet. Einige Gemeinden hätten Bereitschaft signalisiert, sich finanziell zu beteiligen. Gleichzeitig verweist Gratzl aber auf die schwierige finanzielle Situation vieler Kommunen: „Einige Gemeinden sind selbst vom Härteausgleich betroffen. Für viele ist die finanzielle Lage aktuell sehr schwierig.“
Dringender Handlungsbedarf
Auch Infrastrukturstadtrat Rainer Widmann (Wiff) sieht dringenden Handlungsbedarf. „Die nächste Bürgermeisterkonferenz muss sich daher mit dem Thema dringend befassen, weil der Hut brennt“, erklärt Widmann. Geplant sei ein gemeinsamer Appell an die Landesregierung, das einzige Bezirkshallenbad für die Menschen der Region zu erhalten.
Die geschätzten Kosten liegen derzeit bei rund 13 Millionen Euro. Zudem brauche es ein Abkommen zwischen den Gemeinden, um die laufenden Kosten künftig gerecht aufzuteilen. „Ein Hallenbad für die ganze Region kann nicht allein Freistadt als Abgangsgemeinde stemmen“, so Widmann.
„Schwierige Bedingungen“
Kritik kommt unterdessen von der ÖVP. Vizebürgermeisterin Johanna Jachs erklärt: „Seit dem Bürgermeisterwechsel im Jahr 2021 hatte Bürgermeister Christian Gratzl ausreichend Zeit, dieses wichtige Projekt voranzutreiben. Passiert ist allerdings faktisch nichts.“
Gratzl weist diese Vorwürfe zurück und verweist auf die schwierigen Rahmenbedingungen der vergangenen Jahre: „Wir haben schwierige Jahre hinter uns. Die Pandemie mit vielen Einschränkungen, die Finanzkrise und schließlich der Härteausgleich. Freistadt hatte schlichtweg kein Geld für die Sanierung des Hallenbades.“
Auch die FPÖ sieht dringenden Handlungsbedarf. Harald Schuh kritisiert die jahrelange Verzögerung der notwendigen Entscheidungen: „Die drohende Sperre des Hallenbads kommt nicht überraschend. Aber wie so oft spielt der Bürgermeister auf Zeit, bis er mit dem Rücken zur Wand steht.“
Über eines sind sich die Parteien einig: Für Schulen, Familien, den Schwimmsport und den Saunabereich sei das Hallenbad ein unverzichtbarer Bestandteil der regionalen Infrastruktur.


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