Nächster Schritt für Windkraft-Projekt im Stiftinger Forst
BEZIRKE FREISTADT/PERG. In einer wichtigen Phase befinden sich derzeit die Pläne für die geplanten Windparks in Sandl und Königswiesen/St. Georgen am Walde. Während der öffentlichen Auflage sind Stellungnahmen möglich. Um Gegenwind in möglichst viel Rückenwind für die regionale Windkraft zu verwandeln, lud die Regios Energiegenossenschaft zu zwei Infoabenden im Bezirk ein.

Bewegung kommt in das Windkraftprojekt Stiftinger Forst in Königswiesen und St. Georgen: Seit wenigen Tagen sind die Unterlagen zur Umweltverträglichkeitsprüfung öffentlich einsehbar, Stellungnahmen sind innerhalb von sechs Wochen möglich. Auch in Sandl läuft bereits die öffentliche Auflage. Bei den gut besuchten Informationsabenden in Freistadt und Mönchdorf gaben die Projektbetreiber Benno Czernin-Kinsky (Sandl) und Hubertus von Sachsen-Coburg und Gotha (letzterer per Videobotschaft) Einblick in ihre Pläne, die nach jahrelanger Vorarbeit nun zur Umweltverträglichkeitsprüfung eingereicht werden konnten.
Beteiligung der Bevölkerung erwünscht
„Unser Windpark ist ein Projekt aus der Region für die Region“, so Hubertus von Sachsen-Coburg und Gotha. Er wünscht sich eine Beteiligung der Regios Energiegenossenschaft. „Dadurch wird der Windpark das Projekt der Bevölkerung.“ Planer Martin Krill von der Firma Profes erklärte die Dimensionen der beiden geplanten Windparks sowie den möglichen Zeitplan.
Strom wie ein halbes Donaukraftwerk
Die zehn Windräder modernster Generation in Königswiesen und St. Georgen am Walde (Investitionsvolumen: 125 Mio. Euro) und die 19 Windkraftanlagen in Sandl (250 Mio. Euro) sollen eine halbe Milliarde Kilowattstunden Strom pro Jahr liefern, „soviel wie ein halbes Donaukraftwerk“, so Krill. Ein Windrad, ausgelegt auf eine Nutzungsdauer von 25 bis 30 Jahren, könne 4.000 Haushalte mit Strom versorgen.
Baubeginn frühestens 2028/29
Mit der UVP-Verhandlung rechnet der Planer frühestens im November 2026, geht das Verfahren nach Einsprüchen in die zweite Instanz, sei ein rechtsgültiger Bescheid Ende 2027 möglich, der Baubeginn 2028/29. Thema beim Infoabend war auch der nötige Ausbau des Stromnetzes. Ein Vertreter der Linz Netz GmbH informierte über den bevorstehenden Ausbau der Umspannwerke Rainbach, Friensdorf und Langbruck.
Leitungsausbau: Grundbesitzer einbinden
Eine Ableitung des produzierten Stroms sei jedenfalls gewährleistet. Für 2035 ist auch der Bau eines Umspannwerks im Bereich Bad Zell/Pierbach geplant. Martin Moser, Obmann der Bezirksbauernkammer Freistadt/Perg, forderte eine frühzeitige Einbindung der Grundbesitzer bei der Planung der Stromleitungen. „Es geht um Drainagen, Brunnen und Quellen. Bevorzugt sollten die Leitungen über öffentlichen Grund führen, das wird aber nicht überall möglich sein.“
Regios-Projekte
Über aktuelle Projekte der Regios Energiegenossenschaft informierte Vorstand Christian Neufeld. Dazu zählen unter anderem eine Agri-PV-Anlage für eine Bio-Geflügelzucht in Naarn, die Erweiterung der Photovoltaikfläche bei FM-Küchen in Freistadt, der Ausbau des Windparks Spörbichl zu einem Super-Hybrid-Kraftwerk mit Photovoltaik und Stromspeicher (Tips hat berichtet) und drei geplante Großspeicher-Standorte. „Unser Investitionsvolumen für 2026 beträgt fünf Millionen Euro, bis 2030 möchten wir 100 Millionen investieren und Produktionsstandorte und Arbeitsplätze sichern sowie die landwirtschaftliche Nutzung optimieren,“ so Neufeld.
Regios wirbt um Mitglieder
Regios hat derzeit 250 Mitglieder mit 4.000 Anteilen, die Mitgliederzahl soll bis 2028 auf mehrere Tausend steigen. Unter www.regios.at gibt es Informationen über die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung.
„Stimmung überwiegend positiv“
Bürgermeister Roland Gaffl aus Königswiesen und sein Amtskollege Heinrich Haider aus St. Georgen am Walde betonten, dass das Vorhaben von der Bevölkerung überwiegend positiv aufgenommen werde. „Projekte dieser Größenordnung stoßen naturgemäß nicht auf uneingeschränkte Zustimmung“, so Gaffl, die Auswirkungen auf das Landschaftsbild seien nicht zu leugnen. Bürgermeister Haider kritisierte außerdem die lange Verfahrensdauer. Durch Exkursionen und offene Gespräche sei es jedoch gelungen, Vorbehalte und Fehleinschätzungen rund um die Windkraft auszuräumen.


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