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BEZIRK FREISTADT. Am ersten Samstag im Oktober (3.) ist wieder Zivilschutztag. Wie jedes Jahr ertönt dabei der bundesweite Sirenenprobealarm – und genau dieser Tag eignet sich ideal, um den eigenen Sicherheitscheck zu Hause durchzuführen. 

Ewald Niederberger (Foto: OÖ Zivilschutzverband)
Ewald Niederberger (Foto: OÖ Zivilschutzverband)

Die Überprüfung des Lebensmittelvorrates und die Kontrolle der Sicherheitsgeräte und -einrichtungen sind die Bestandteile dieses Checks. „Im Ernstfall zählt, vorbereitet zu sein. Schon einfache Dinge wie ein funktionierendes Radio, ausreichende Vorräte oder ein gemeinsam besprochener Notfallplan können einen großen Unterschied machen. Der Zivilschutztag erinnert uns daran, diese Vorsorge regelmäßig zu überprüfen und Sicherheit zu einem Teil des Familienalltags zu machen“, sagt Bezirksleiter Ewald Niederberger.

Familienmission

Unter dem Motto „Familienmission Zivilschutztag“ ruft der OÖ Zivilschutz heuer erstmalig Familien dazu auf, diesen Termin gemeinsam zu nutzen. „Zivilschutz beginnt bereits bei den Kleinen. Die Kenntnis der Notrufnummern, der Sirenensignale, das richtige Verhalten in Notsituationen – man kann nicht früh genug damit anfangen. Sicherheit ist generationenübergreifend“, sagt Niederberger.

Vorsorge als gemeinsames Erlebnis

Ein Familien-Notfallplan muss keine trockene Pflichtübung sein. Wenn Eltern und Kinder gemeinsam durchgehen, was im Ernstfall zu tun ist, wird daraus ein echtes Familien-Erlebnis: Zeit miteinander verbringen, den Kindern spielerisch etwas beibringen, gemeinsam Verantwortung übernehmen. Vorsorge wird so zum Bonding-Moment statt zur lästigen Checkliste.

Konkret lässt sich einiges davon kindgerecht gestalten:

  • Notrufnummern lernen: Ein kleines Notruf-Quiz spielen – wer weiß, wann man 122, 133, 144 oder 112 wählt?
  • Sirenensignale erkennen: Die drei Signaltöne (Warnung, Alarm, Entwarnung) gemeinsam anhören und als Rate-Spiel üben.
  • Erste Hilfe spielerisch üben: Einen Verband am Teddybären anlegen oder die stabile Seitenlage gemeinsam nachstellen.
  • Notfallrucksack packen: Die Kinder dürfen mitentscheiden, was hinein muss – daraus wird ein kleiner Packwettbewerb.
  • Fluchtplan der Wohnung zeichnen: Gemeinsam einen Grundriss malen und Fluchtwege sowie den Treffpunkt einzeichnen.
  • Stromausfall-Probe: Kurz das Licht ausschalten und mit Taschenlampe zeigen, wo Notfallradio und Notbeleuchtung liegen.
  • Vorräte zählen und sortieren: Kinder helfen beim Blick auf Ablaufdaten und sortieren den Vorratsschrank.
  • Familientreffpunkt festlegen: Gemeinsam überlegen und auf einem Stadtplan markieren, wo man sich im Ernstfall trifft.

Checkliste zum Zivilschutztag

Am Tag des Probealarms lohnt sich ein Rundgang durch die Wohnung, den Keller und die Garage – am besten mit der ganzen Familie: Lebensmittel- und Getränkevorrat (Menge, Ablaufdatum), Feuerlöscher (Überprüfungstermin), Rauchmelder und Kohlenmonoxid-Warner (Funktionstest, Prüfknopf), Notfallradio und Notbeleuchtung (Funktionstest), Elektro-FI-Schutzschalter im Sicherungskasten (Funktionstest, Prüfknopf), Notkochstelle (Funktionstest), Hausapotheke und Kaliumjodidtabletten (Vollständigkeit, Ablaufdatum), Evakuierungsrucksack mit Dokumentenmappe (Vollständigkeit), Auto: Verbandszeug, Feuerlöscher, Warndreieck, Warnweste, Lifehammer (Zustand, Vollständigkeit, Ablaufdatum) und Familien-Notfallplan (gemeinsam mit allen Angehörigen besprechen). 

Familien-Notfallplan

Die Überprüfung des Familien-Notfallplans ist besonders wichtig: In Notfallsituationen ist es ein Grundbedürfnis, zu wissen, ob die Liebsten unversehrt und in Sicherheit sind. Der Zivilschutz-Familien-Notfallplan ist ein hilfreicher Ratgeber für den krisenfesten Haushalt und bringt die Bürger dazu, die eigenen vier Wände genauer zu betrachten und sicherer zu machen.

„Ein weiterer Schwerpunkt der Broschüre liegt auf dem Thema Evakuierung – zum Beispiel was in keinem Evakuierungsrucksack fehlen darf – mit Tipps je nach Altersgruppe. Auch auf die Thematik ‚Vorsorge für Haustiere‘ wird in der Broschüre eingegangen“, sagt OÖ Zivilschutz-Präsident Michael Hammer.

Die Broschüre kann kostenlos beim OÖ Zivilschutz unter 0732 65 24 36 oder unter zivilschutz-shop.at bestellt werden. Sie bietet zum einen Checklisten, in denen beispielsweise Erreichbarkeiten und Notfallsammelpunkte außerhalb des Hauses oder mögliche Gefahrenbereiche eingetragen werden können. Auch Zuständigkeiten der einzelnen Familienmitglieder für verschiedene Katastrophenszenarien werden im Notfallplan festgehalten.

Der Probealarm als Erinnerung 

Der Sirenenprobealarm dient vor allem der Bewusstseinsbildung bei den Bürgern. Es gibt drei verschiedene Zivilschutz-Sirenensignale, einfach zusammengefasst haben alle drei einen gemeinsamen wichtigen Inhalt: Höre ich ein solches Signal, heißt das, ich muss das Radio einschalten. Die Behörden informieren dann via Radio über das Geschehen und die notwendigen Verhaltensmaßnahmen.  Wie schon im Vorjahr, wird dieser Probealarm mit AT-Alert-Warnmeldungen auch auf alle empfangsbereiten Handys gesendet.

Der Zivilschutz-Probealarm:

  1. Sirenenprobe für 15 Sekunden
  2. Warnung: 3 Minuten gleichbleibender Dauerton (Ein gleichbleibender Dauerton in der Länge von 3 Minuten bedeutet „Warnung“. Dieses Signal wird ausgelöst, wenn die Bevölkerung vor herannahenden Gefahren gewarnt wird. Radio einschalten und Verhaltensmaßnahmen beachten.) 
  3. Alarm: 1 Minute auf- und abschwellender Heulton (Ein auf- und abschwellender Heulton von 1 Minute bedeutet „Alarm“. Die Gefahr steht unmittelbar bevor. Radio einschalten und Verhaltensmaßnahmen beachten.) 
  4. Entwarnung: 1 Minute Dauerton (Ein gleichbleibender Dauerton von 1 Minute (nur nach vorausgegangenem Alarmsignal) bedeutet „Entwarnung“, das heißt Ende der Gefahr. Dennoch müssen weiterhin die Durchsagen im Radio beachtet werden, da es vorübergehend bestimmte Einschränkungen geben kann.) 

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