Vom Innviertel auf die Bühne des Cirque du Soleil in Mexiko
RAINBACH. Dominik Harant aus Rainbach machte seine Jonglier-Leidenschaft zum Beruf und ist jetzt damit auf einer der berühmtesten Zirkusbühnen der Welt zu sehen: Er ist Teil der neuen Cirque-du-Soleil-Produktion „LUDÕ“ in Mexiko. Hinter diesem Erfolg liegen viele Jahre intensiven Trainings, Weltrekorde und ein Weltmeistertitel.

Begonnen hat alles in der Sporthauptschule Schärding. Als Harant 13 Jahre alt war, brachte sein Sportlehrer der gesamten Klasse die Grundlagen des Jonglierens bei. Als dann auch noch die Teamjonglage-Weltmeister Christoph und Manuel Mitasch von Jonglissimo einen Workshop an der Schule hielten, war er Feuer und Flamme. „An diesem Tag war der Jonglierwahn in meinem Klassenkollegen Daniel Ledel und mir geweckt“, erzählt Harant.
In den folgenden Jahren kreuzten sich die Wege der beiden durch Zufall immer wieder mit jenen der Brüder Mitasch. Es entwickelte sich eine Trainingsgemeinschaft – und die Weltmeister nahmen Harant und Ledel unter ihre Fittiche.
Auf Tournee mit Jonglissimo
Es dauerte nicht lange, bis es zu den ersten Auftritten kam. Bereits Ende 2009 ging Harant mit Ledel sowie Christoph und Manuel Mitasch erstmals auf große Tournee: Drei Wochen reisten sie für die Traumfabrik „Showtheater der Phantasie“ durch Süddeutschland.
Damals absolvierte Harant zugleich eine Lehre zum Stahlbautechniker. Seinen gesamten Jahresurlaub investierte er in die Auftritte. Gleichzeitig trainierten er und Ledel nahezu täglich in der Sporthalle der Volksschule Rainbach. „Um allerdings nicht mit den Zeiten der Vereine zu kollidieren, war unser Training immer spätabends von circa 21 bis 23 Uhr und natürlich auch am Wochenende.“
Erster Weltrekord
Die harte Arbeit zahlte sich aus. 2011 stellten Harant und Ledel ihren ersten Weltrekord auf: Sie hielten zehn Jonglierkeulen drei Minuten und zehn Sekunden lang in der Luft und verbesserten damit den bisherigen Rekord von Christoph und Manuel Mitasch um 16 Sekunden.
„Im Juli desselben Jahres ging es für uns zwei dann zu unserer ersten Weltmeisterschaft in die USA, wo wir als sehr unerfahrenes Duo trotzdem den vierten Platz erreichen konnten“, berichtet Harant. Bereits 2012 folgte der nächste Triumph: Harant und Ledel holten den Weltmeistertitel wieder nach Österreich.
Auf die größten Bühnen der Welt
Anfang 2015 traf der Rainbacher eine weitreichende Entscheidung. „Ich kündigte meinen Job, um meiner Leidenschaft voll und ganz nachzugehen und gemeinsam mit Jonglissimo auf den größten Bühnen dieser Welt aufzutreten.“ In den folgenden zehn Jahren führten ihn Engagements unter anderem zu „Das Supertalent“, zur größten Automesse der Welt in Shanghai, in die Münchner Olympiahalle vor 12.000 Zuschauern sowie zu „America's Got Talent“.
Auftritt bei Cirque du Soleil
Nach all diesen Erlebnissen öffnete sich 2025 eine neue Tür, die für Harant den größten Traum eines Artisten bedeutet: auftreten mit dem weltbekannten Cirque du Soleil. Im Juli 2025 reiste er nach Puerto Vallarta in Mexiko, um Teil der neuen Produktion „LUDÕ“ zu werden. Nach rund vier Monaten Proben feierte die Show im Dezember 2025 ihre Weltpremiere. Jetzt gibt es für den Rainbacher jede Menge zu tun. Denn die Produktion wird mehr als 300 Mal pro Jahr aufgeführt.
Dabei beschränkt sich Harants Aufgabe keineswegs auf seinen rund siebenminütigen Jonglierauftritt. Wie auch die anderen Artisten übernimmt er im Laufe der Show weitere Rollen: Er steht als Nebencharakter auf der Bühne, hilft bei Umbauten oder ist „einfach zur Verzierung“ in Szenen. Gerade diese Vielseitigkeit macht die Produktion für ihn so besonders.
Langer Arbeitstag
Ein gewöhnlicher Arbeitstag beginnt für den Jongleur gegen 15 Uhr mit rund zwei Stunden Training oder Proben auf der Bühne. Um 17.30 Uhr startet die Vorbereitung auf die Show.
Das aufwendige Make-up tragen die Artisten selbst auf, danach folgt noch einmal eine Stunde Warm-up und Training. Kurz vor 20 Uhr werden Frisur und Make-up kontrolliert und das Kostüm angezogen, ehe die rund 80-minütige Vorstellung beginnt. Nach dem Abschminken und Duschen ist Harant an normalen Spieltagen gegen 22.15 Uhr wieder zu Hause. Bei zwei Vorstellungen kann es Mitternacht werden.
Große Erwartungen
Mit dem Engagement ist auch ein besonderer Druck verbunden. „Man ist umgeben von den besten Artisten der Welt und das Publikum erwartet auch, dementsprechend etwas geboten zu bekommen“, sagt Harant. Zugleich ist genau das für ihn ein großer Antrieb, sich ständig weiterzuentwickeln und über sich hinauszuwachsen.
Leben in Mexiko
Auch abseits der Bühne hat sich der Innviertler in seiner neuen Umgebung gut eingelebt. „Das Leben in Mexiko ist generell sehr entspannt. Die Menschen hier sind sehr freundlich und offenherzig.“ Zwar gebe es auch Probleme wie Kriminalität, Bandenkriege und Armut. Für ihn überwiegen jedoch die positiven Seiten: die Herzlichkeit der Menschen und die Schönheit des Landes.
Sein Vertrag läuft bis September 2027. „Wo es mich dann hinverschlägt, steht noch offen.“








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