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BEZIRK FREISTADT/OÖ. Der Naturschutzbund Oberösterreich startet in Kooperation mit der Abteilung Naturschutz des Amtes der Oberösterreichischen Landesregierung eine monatliche Serie zum Europäischen Luchs (Lynx lynx). Der erste Teil widmet sich dem Verschwinden des scheuen Wildtieres im 19. Jahrhundert in Mitteleuropa, den aktuellen Bestandszahlen und der Vision einer überlebensfähigen Population in Österreich.

Foto: Josef Limberger
Foto: Josef Limberger

Schon zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert begann die systematische Ausrottung des Luchses in Mitteleuropa. Zu den Nachstellungsmethoden gehörten Fallgruben, Auslegen von Giftködern und die Hetzjagd. Als im Laufe des 17. Jahrhunderts durch die Weiterentwicklung der Feuerwaffen deren Jagdtauglichkeit zunahm, änderte sich allmählich die Art der Bejagung durch Pulver und Blei. Zudem führte die wachsende Kenntnis der Lebensweise des Luchses bei der Nachstellung zu einem größeren Jagderfolg.

Das Aus für den Luchs in den 1890er-Jahren

Als mit der bäuerlichen Bewirtschaftung der Landschaft und die zunehmende Bevölkerungsdichte die Großkatze in ihrem Lebensraum zurückgedrängt wurde und gleichzeitig das Interesse der Bevölkerung am Schutz des Nutzwildes sowie der Haustiere anstieg, bedeutete dies 1892 das endgültige Aus des heimlichen Einzelgängers in unserem Land. Ebenso trug die Nachfrage an Luchsfellen für die Anfertigung von Pelzmänteln zur Dezimierung und Ausrottung der Waldkatze bei.

Die Rückkehr

In den 1980er Jahren führte ein behördlich genehmigtes Wiederansiedelungsprogramm im tschechischen Teil des Böhmerwaldes (Šumava) zu seiner Heimkehr. Im Jahr 2016 zählte die Böhmisch-Bayerisch-Österreichische Luchs-Population, welche von der Oberpfalz bis in die Wachau reicht, 60 bis 80 selbständige Tiere. Vom Böhmerwald wandern regelmäßig Luchse bis ins niederösterreichische Waldviertel und teilweise auch wieder zurück. 2016 wurden im Mühl- und Waldviertel 19 unterschiedliche, selbständige Luchse identifiziert, alle sind Grenzgänger und nur teilweise in Österreich. Vom Böhmerwald wanderte ein Luchs bis in das niederösterreichische Waldviertel. Sogar bis vor die Tore von Linz hat es ein Luchs, ebenfalls vom Böhmerwald aus, geschafft. Das zeigt, dass der Luchs das Potenzial hat, seine früheren Lebensräume wieder zu besiedeln.

Der Naturschutzbund Oberösterreich und seine Kooperationspartner wollen dem Luchs in allen geeigneten Lebensräumen in Österreich eine Heimat bieten und setzen sich für eine überlebensfähige Luchspopulation ein. Damit das erreicht werden kann, ist eine Akzeptanz durch den Menschen notwendig.


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