Sprachförderung zu Hause: Acht Spiele aus der Logopädie

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Mag. Michaela Maurer Mag. Michaela Maurer, Tips Redaktion, 04.04.2020 15:47 Uhr

LINZ/OÖ. Das Coronavirus zwingt auch Logopäden, ihre Praxen geschlossen zu halten. Sprachförderung für Kinder zwischen Homeschooling und Homeoffice unter einen Hut zu bringen, wird zur Herausforderung. Doch mit abwechslungsreichen einfachen Spielen werden Zuhören und aktives Sprechen geübt und der Wortschatz spielerisch erweitert. Wie das geht, weiß Logopädin Doris Detter-Biesl

Die Logopädiesitzung via Videochat – bislang keine Kassenleistung – wurde aufgrund der Ausgangsbeschränkungen kürzlich von den Krankenkassen ermöglicht. „Mit der sogenannten Teletherapie wird der Kontakt mit den Familien bestmöglich aufrechterhalten, auch wenn in der momentanen Situation persönliche Therapiestunden nicht möglich sind“, betont Doris Detter-Biesl, Mitglied des Lehr- und Forschungspersonals am Studiengang Logopädie an der FH Gesundheitsberufe OÖ.

„Darum ist es umso wichtiger, zu Hause an die sprachliche Förderung zu denken. Mit Sprachspielen lässt sich der Wortschatz der Kinder ohne Druck undin lustiger Form erweitern“, sagt die Expertin. Sie empfiehlt folgende Spiele, bei denen die ganze Familie eingebunden werden kann:

Personenraten

Auf ein Post-it wird der Name eines bekannten Stars oder einer Comicfigur geschrieben und einem Spieler auf die Stirn geklebt. Dieser muss Fragenstellen, um zu erraten, wer das ist. Dabei dürfen die Mitspieler nur mit „Ja“ oder „Nein“ antworten.

Wörter finden

Wer kennt die meisten Wörter, die mit einem bestimmten Buchstabenbeginnen, oder die meisten Dinge, die im Kühlschrank stehen, oder die meisten Tiere, die fliegen können? Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Erzählfähigkeit fördern

Auf dem Tisch liegen umgedreht die Bilder eines Memorys. Das jüngste Kind deckt das erste Bild auf und fängt an, eine Geschichte zu erzählen. Der oder die Nächste dreht wieder ein Bild um und erzählt die Geschichte weiter. Dieses Spiel ist auch mit Kindern unterschiedlichen Alters gut zu spielen. Wer kein Memory hat, kann einfach Bilder aus der Zeitung oder einem Prospekt ausschneiden.

Ratespiele

Jemand denkt an einen Gegenstand im Haus und versucht, ihn zu beschreiben. Die Ratenden dürfen auch Fragen stellen.

Malspiele

Es sollen gleiche Bilder entstehen: Man sitzt einander gegenüber, eine Person malt ein Bild und gibt dann dem Gegenüber Anweisungen, was gemalt werden soll. Danach wird verglichen, ob die beiden Bilder gleich aussehen.

Wörter raten

Der Klassiker „Ich seh, ich seh, was du nicht siehst“ kann auch beim Spazierengehen oder im Garten gespielt werden.

Silbenhüpfen

Einfache mehrsilbige Wörter werden genannt, beispielsweise „Banane“. Das Kind spricht die Silben einzeln aus und hüpft jeweils einen Schritt weiter. Zwei Spieler stellen sich gegenüber auf und hüpfen bei jeder Silbe aufeinander zu. Bei diesem Spiel werden Lernen und Bewegung ideal kombiniert.

Reimen

Reimen ist lustig und dabei dürfen auch herrlich unsinnige Beispiele entstehen. Die Eltern geben dabei einfache Wortpaare vor, beispielsweise Maus-Haus oder Hose-Rose. Kinder lernen dabei, auf spielerische Art die Wörter in Silben zu zerlegen und den Klang von Lauten in Wörter zu hören. So fällt es ihnen leichter, vom Sprechen und Hören auch zum Lesen und Schreiben überzugehen.

Der spielerische Umgang mit Silben und Reimen in gesprochener Sprache kann den Einstieg in das Lesen und Schreiben erleichtern, da den Kindern die Systematik und Struktur der Sprache bekannt sind. „Neben dem wichtigen Effektfür die sprachliche Entwicklung bedeuten diese Spiele aber auch Spaß für Klein und Groß undsind eine schöne Abwechslung“, sagt die Logopädin.

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