Alpenverein Freistadt: 60 Jahre Nordwaldkammweg mit Aktionen feiern

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Mag. Michaela Maurer Mag. Michaela Maurer, Tips Redaktion, 11.08.2020 18:15 Uhr

BEZIRK FREISTADT. Das Wandern ist heuer aufgrund der Corona-Situation eine beliebte Urlaubs-Möglichkeit. Der Alpenverein Freistadt feiert heuer 60 Jahre Nordwaldkammweg mit einem besonderen Geschenk.

Der Alpenverein lädt anlässlich des Jubiläums „60 Jahre Nordwaldkammweg“ 60 60-Jährige, die den Weg absolviert haben, zu einem Essen auf den Braunberg ein. „Alle die im Jahr 1960 geboren wurden und das ausgefüllte Stempelheft im Kernlandbüro in Freistadt abgeben, können an der Verlosung der Gutscheine teilnehmen“, sagt Gerd Simon vom Alpenverein Freistadt und Leiter der Arge Nordwaldkammweg. Die geplante Ausstellung im Klinikum Freistadt musste coronbedingt abgesagt werden. Auch die Geo-Cacher veranstalten aufgrund des Jubiläums eine Aktion am 29. August um 17 Uhr. Ein weiterer Anlass für die Veranstaltung ist, dass ein Stück des Weges für eine geplante 110kV-Leitung genutzt werden soll. Mehr zu der Veranstaltung der Geo-Cacher: https://coord.info/GC8M95M

Mit seiner typischen blau-weißen Kammmarkierung ist er Nachfolger und Teil des Kammweges des Böhmerwaldbundes aus 1912, der damals in Rosenberg an der Moldau begann und entlang der tschechischen Grenze über das Erz- und Riesengebirge bis Polen führte.

2012 wurde der klassische Nordwaldkammweg vom Dreisesselberg in Bayern zum Nebelstein im Waldviertel (Tour 1 bis Tour 7) um einen Rückweg, den Nordwaldkammweg II erweitert, der nach dem Fall des Eisernen Vorhangs das Grüne Band Europas nutzt (Tour 7 bis Tour 14). Vom Rückweg zweigt eine dreitägige Variante ab, die durch Rosenberg an der Moldau, dem Startpunkt des Kammweges aus 1912, führt (Nordwaldkammweg III, Tour 10a bis Tour 12a).

„Ältester Weitwanderweg Österreichs“ 

Am 24. Juni 1960 wurde anlässlich der Alpenvereins-Jahreshauptversammlung in Freistadt, der Nordwaldkammweg der Öffentlichkeit übergeben. „Er ist damit der älteste Weitwanderweg Österreichs“, erzählt Simon. Bei der ÖAV-Hauptversammlung in Hallein 1958 haben Hellmuth Feix und Carl Hermann, den Gedanken zur Schaffung eines durchgehenden markierten Mittelgebirgsweges an der europäischen Wasserscheide zwischen Nordsee und dem Schwarzen Meer, im Bereich des Böhmerwaldes des Mühl- und Waldviertels entwickelt.In Anlehnung an die verloren gegangene, 1908 vom Deutschen Böhmerwaldbund errichtete Durchgangsmarkierung, die seinerzeit als „Kammweg“ bezeichnet wurde, ist, an diese Tradition anschließend, für den neuen Weg der Name „Nordwaldkammweg“ gewählt worden.

Zusammenarbeit

In Gemeinschaftsarbeit der Sektionen Rohrbach, Freistadt, Waldviertel-Gmünd und der Ortsgruppe Bad Leonfelden der Sektion Linz wurde der Weg in eineinhalb Jahren fertiggestellt. Unter der Federführung der Sektion Freistadt wurde von Rudolf Gebetsroiter die erste Auflage des Nordwaldkammwegführers zusammengestellt. In der Folge schlossen sich die beteiligten Sektionen und Ortsgruppen zur Arbeitsgemeinschaft der Mühl- und Waldviertler AV-Sektionen zusammen mit der Zielsetzung der künftigen Erhaltung und Betreuung des Weges, der Herausgabe eines Führers und der Schaffung eines Wanderabzeichens. Unter der Federführung der Sektion Freistadt wurde von Baumeister Rudolf Gebetsroiter die erste Auflage des Nordwaldkammwegführers zusammengestellt. Von Gebetsroiter stammt auch der Entwurf der graphischen Kartenbeilage und des Höhendiagrammes.

Wanderabzeichen

Über Vorschlag von Carl Hermann und nach dessen Entwurf erfolgte 1967 die Schaffung des „Nordwaldkammweg-Wanderabzeichens“ in drei Leistungsstufen. Dazu ist an den Kontrollstellen ein Stempel im Stempelbuch samt Bestätigung mit Datum und Unterschrift des Beherbergungsbetriebes oder Tourismusbüros vorgesehen. Wenn keine Möglichkeit für den Stempel mit Bestätigung besteht, kann auch ein Selfie gemacht werden (Datum einblenden). Wird die Begehung des Weges unterbrochen, ist die Kontrollstelle mit neuem Datum nochmals zu stempeln.

Tschechische Seite dabei

Mit der Öffnung des Eisernen Vorhanges hatte der Leiter der Arge Nordwaldkammweg Gerd Simon, die Idee, auch die tschechische Seite des Kammes wieder einzubeziehen und auch den alten Startpunkt des Kammweges in Rosenberg an der Moldau wieder zu berücksichtigen. Diese Idee wurde am 17. Oktober 2005 in Budweis beim internationalen Radambuk-Treffen prämiert. Später wurde diese Gegend als Grünes Band wegen seiner Wildnis und Einsamkeit quer durch Europa berühmt.

Die Neuauflage des Führers wurde 2015 als Vorstandsbeschluss des Alpenvereins Freistadt wieder von der Sektion Freistadt übernommen. Michael Tauber aus Bad Leonfelden hatte sich als Qualitätssicherer für den Nordwaldkammweg II bewährt, er übernahm mit seiner Frau dann auch die Erstellung der Wegbeschreibung des NWKW II. „Offen ist ein Projekt aus 2019 des Mühlviertler Kernlandes, einen Folder über Quartiere am Nordwaldkammweg, die buchbare Angebote, teilweise samt Gepäcktransport, anbieten zu verfassen“, sagt Gerd Simon. 

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