Wie schützt man sich vor Omikron? Primar Bernd Lamprecht beantwortet Fragen

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Mag. Susanne  Überegger Online Redaktion, 15.01.2022 07:32 Uhr

BEZIRK. Die hochansteckende Corona-Variante macht viele Menschen nervös. Durch welches Verhalten kann man sich relativ sicher und frei bewegen? Diese Fragen beantwortet Primar Dr. Bernd Lamprecht, Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde am Kepler Universitätsklinikum und Kurienobmann-Stv. der angestellten Ärztinnen und Ärzte in der Ärztekammer für Oberösterreich.

Jemand hustet, oder man ist auf der Straße und es geht jemand an einem knapp vorbei, man sitzt in der Bahn und zwei Reihen weiter hat einer die Maske runtergenommen oder man steht im Lift gemeinsam mit einer zweiten Person. Was davon ist gefährlich und wie kann man sich schützen? „Auch bei Omikron sind Abstand halten, FFP-2-Maske tragen und Hände waschen wirksame Maßnahmen, um sich nicht anzustecken“, sagt Dr. Bernd Lamprecht.

Abstand halten, Maske richtig tragen

Den bestmöglichen Schutz gibt es, wenn zwei Personen, die sich in einem Raum aufhalten, Abstand halten und beide eine Maske tragen. Die Maske muss nicht militärisch stramm festgezogen sein, sie sollte aber gut sitzen und sowohl Mund als auch Nase vollständig bedecken. „Wird die Maske nur einseitig oder falsch getragen, so kann durch zusätzliche Wahrung von Abstand das Infektionsrisiko ebenfalls geringgehalten werden“, sagt Dr. Lamprecht.

Wer sich übrigens die Maske am Hinterkopf zusammenbindet, läuft Gefahr, dass die Maske „undicht“ wird. Für viele ist der Gummizug an den Ohren unangenehm und schmerzhaft. Das lässt sich durch sogenannte Ohrenschoner vermeiden. Die führen wie eine Schiene hinter dem Ohr entlang, vermeiden damit Druck am sensiblen Ohrbereich und kosten nicht viel.

Wie gut die Maske schützt, wissen Spitalsmitarbeiter. Die klinische Erfahrung zeigt, dass dort, wo Patienten keine Maske tragen können, ein weiterhin guter Infektionsschutz gewährleistet ist, wenn man selbst die Maske ordentlich auf hat.

 Ansteckungsgefahr im Freien geringer

Auf der Straße oder bei Haltestellen, soll man dort, wo viele Menschen zusammenkommen, sowieso die Maske tragen. Beim Vorbeischlendern an anderen Personen sollte man etwas mehr Abstand wahren als man das vor der Pandemie gemacht hatte. Aber prinzipiell ist im Freien die Ansteckungsgefahr geringer, auch wenn jemand laut spricht und einem dabei entgegenkommt. Einfach Abstand halten oder rasch die Maske aufsetzen.

In der Gastronomie hängt alles von den Kontrollen im Lokal ab. Da kann man gleich bei der Tür beschließen, ob man noch einen Schritt vorwärts oder eher rückwärts nimmt. Ansonsten gilt es, auf das Lüften zu pochen und jedenfalls ausreichend Abstand zu den Sitznachbarn und Tischen einzuhalten.

Weil sich viele Menschen über die Unterschiede bei den Corona-Varianten den Kopf zerbrechen, beantwortet Dr. Bernd Lamprecht noch drei Fragen, die im Zusammenhang mit dieser Thematik stehen:

Was sind die typischen Symptome einer Corona-Erkrankung und wie unterscheiden sich die Corona-Varianten Omikron und Delta voneinander?

Dr. Lamprecht: Die Haupt-Symptomatik ist die eines Infektes der oberen Atemwege, begleitet von Halsweh, Kopfschmerzen, Fieber, Schnupfen, Müdigkeit und Gliederschmerzen. Darin sind sich beide Varianten sehr ähnlich. Bei Omikron ist die Lunge seltener beteiligt, es kommt seltener zu einer Lungenentzündung, und damit tritt Atemnot nicht so häufig auf wie bei der Delta-Variante.

Von der Beteiligung der Lunge ging bisher immer die größte Gefahr aus. Man könnte also folgern, dass wir uns vor Corona nicht mehr so fürchten müssten wie bisher. Ist das richtig?

Dr. Lamprecht: Die milden Verläufe bedeuten in erster Linie, dass es seltener zu einer belastenden Atemnot kommt. Allerdings ist das nicht immer so. Und bei sehr hohen Infektionszahlen werden auch geringe Prozentsätze von schwer Erkrankten eine erhebliche Herausforderung für die Spitäler darstellen.

Ließe sich das durch Zahlen verdeutlichen?

Dr. Lamprecht: Die Rechnung ist einfach, es geht im Wesentlichen um das Verhältnis von Infektionszahlen zu Hospitalisierungszahlen. Liegt der Prozentsatz jener, die schwer erkranken, bei 5 Prozent, so sind das bei 1000 Infizierten 50 Fälle. Beträgt dieser Prozentsatz (bei einer überwiegend mild verlaufenden Variante) bei nur 0,5 Prozent, sind aber 30.000 Menschen gleichzeitig infiziert, so wären dennoch 150 Personen wegen eines schweren Verlaufes im Krankenhaus zu behandeln. Die zu erwartende hohe Fallzahl wird auch bei einem sehr geringen Anteil an schwer Erkrankten eine große Herausforderung für das Gesundheitssystem. Daher ist es wichtig, sich vor einer schweren Erkrankung zu schützen. Und das funktioniert am besten über die Impfung und das Tragen der Maske.

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