Ökologisches Juwel: Naturschutzgebiet Tannermoor

Sebastian Wallner  Anzeige, 28.09.2022 08:00 Uhr

MÜHLVIERTEL. Das Tannermoor – ein ökologisches Juwel, auch als Europaschutzgebiet gewürdigt, lässt die Schaffens-kraft der Natur von über 10.000 Jahren erleben. Dazu gesellt sich der Rubnerteich als Oase der Ruhe und des Badegenusses. Neu gestaltete Wanderwege laden ein, mehr über das Latschen-Hochmoor zu erfahren.

Verborgen und mystisch liegt der Rubnerteich im Geierschläger Wald. An sonnigen Tagen lächelt das Gegenbild der umliegenden Gehölze und des Himmels aus dem spiegelglatten Wasser. Tritt man näher hinzu, offenbart der Teich aber sein dunkelbraunes, ja fast schwarzes Moorwasser, welches reich an Huminsäuren den Badegästen neben Schwimmvergnügen auch kurmäßigen Genuss verspricht. Zwar ist das Gewässer 1838 künstlich angelegt worden, doch die Natur hat ihn sich längst als wertvollen Lebensraum einverleibt.

Über 10.000 Jahre

Freilich schlug das an den Rubnerteich angrenzende Tannermoor bereits rund 13 oder 14.000 Jahre früher sein erstes Kapitel auf. Nach der letzten Eiszeit blieben flache Gesteinsmulden im Granit als Versumpfungswannen zurück, in denen Seggen und Wollgräser die Torfbildung einleiteten. Erst mit den Torfmoosen wuchs es zum Hochmoor auf und schuf die heutige, über den Grundwasserspiegel hinausreichende Aufwölbung. Über acht Meter dick ist mittlerweile die Torfschicht geworden und dokumentiert darin als Chronik einen Teil der Regionsgeschichte. Heute ist das rund 120 Hektar große Moor durch eine nahezu geschlossene Legföhrendeckung geprägt.

Das Moor erwandern

Zwei Wanderwege stehen zur Auswahl: der kurze, aber kinderwagentaugliche RUBNERtrail und der etwa sechs Kilometer lange Moorrundweg TANNERtrail. Letzterer führt Familien, Schüler und alle Naturinteressierten in eine mystische und sagenreiche Welt, lässt hochspezialisierte Tier- und Pflanzenarten entdecken und vermittelt, wieso Moore für den Klimaschutz so wichtig sind. Rätselstationen bringen Kindern das Thema Moor spielerisch näher. Nach rund einem Drittel des Weges erreicht man den Aussichtsturm. Wer ihn erklimmt, wird mit einem Rundblick über das Moor belohnt. Es geht dann weiter durch das Latschenmoor. An den Wegrändern vermag der achtsame Naturliebhaber unterschiedliche Arten des Torfmooses, mehrere Beerenarten oder mit viel Glück eine Dolomedesspinne oder einen Moorlaufkäfer zu bestimmen.

Moorbläulinge, Hummeln und Waldameisen gesellen sich dazu. Aber nur jenen mit entsprechendem Glauben wird sich das Fuchtlmandl zeigen, jene flackerhafte Gestalt, die uns eine Pforte ins Mystische und Sagenhafte eröffnet. Bei den Lehrmüller Mauern bietet die Natur ein weiteres eindrucksvolles Lehrstück zur Wollsackverwitterung auf. Auf den wie aufgeschichtet erscheinenden Blocksteinen stand einst eine Holzburg. Sie ist längst vermodert, geblieben ist hingegen bis heute das grandiose Panorama, welches sich weit hinein ins Moor und in die Hochebenen des Mühlviertels eröffnet.

TANNERtrail

Ausgangspunkt: Parkplatz beim Tannermoor

Gehzeit und Strecke: ca. 2 Stunden, rund sechs Kilometer, ca. 120 Höhenmeter

Wegbeschaffenheit: Naturwege, dichtes Schuhwerk (insbesondere nach Regenschauern) unbedingt notwendig

Geeignet für: Familien, Schüler, Naturinteressierte (Führungen möglich)

Das Projekt „Moorerlebnis OÖ-VY“ ist eine Interreg-Partnerschaft der Marktgemeinde Liebenau, Město Telč, Muzeum Vysočiny Jihlava und Mikroregion Telčsko unter Leitung des Leadpartners Verband Mühlviertler Alm.

www.moorerlebnis.com

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