Vortrag "Arbeit, Armut, Teilhabe" fand großen Anklang
HAGENBERG. Den Themen Arbeit, Armut und Teilhabe sowie anderen brennenden sozialpolitischen Themen widmeten die Grünen im Bezirk eine hochkarätige Veranstaltung in Hagenberg.

In Kooperation mit der Grünen Wirtschaft, der Grünen Bildungswerkstatt OÖ und den Grünen Gemeindegruppen fand bereits am Nachmittag ein intensiver und spannender Workshop statt. Unterstützt vom Grünen Landtagsklub und in Anwesenheit der Grünen Landtagsabgeordneten Ulrike Schwarz gab es am Abend in der Fachhochschule einen Vortrag. Messerscharf analysierte Referent Nikolaus Dimmel die desaströsen Verhältnisse in der heutigen Arbeitswelt und die damit verbundene Krise. Zwangsflexibilisierung, atypische Verhältnisse, Zwangsmobilisierung, dauernde Entwertung des Erlernten, historische Defensive der Gewerkschaften und eine gewaltige Schieflage in Verteilung von Vermögen und Arbeit drohen den Gesellschaftsvertrag vollständig aufzulösen.
Weltweit gibt es 30 Millionen Sklaven – das sind mehr als es jemals gegeben hat. Europaweit befindet sich bereits ein Viertel der Menschen außerhalb der Arbeitswelt und elf Prozent leben in ständiger Armut. Während die Reichen immer reicher werden, sinkt in allen europäischen Ländern der Anteil der Löhne am Volkseinkommen.
Auch in Österreich ist die Lage Besorgnis erregend. Die Anzahl der Arbeitslosen ist fast so hoch wie im Jahre 1932 und die Tatsache einen Arbeitsplatz zu haben, bedeutet nicht immer eine gesicherte Lebensexistenz. Arbeit schützt also nicht unbedingt vor Armut und während der Mittelstand mehr und mehr von Armut bedroht ist, besitzen ein Prozent Superreiche 40 Prozent des Volksvermögens und zahlen praktisch keine Steuern.
Nicht unerwähnt ließ der hervorragende Referent, dass auch Unternehmerinnen und Unternehmer von Armutsgefährdung nicht ausgenommen sind, ganz im Gegenteil, gerade bei den sogenannten EPU“s (Ein Personen Unternehmen) ist die Situation besonders kritisch.
Den letzten Teil seines Vortrags widmete Univ. Prof. Dimmel der dringend notwendigen Reform des Sozialstaates und den dafür notwendigen Veränderungen.
Er zeigte politische Handlungsspielräume auf und schlug Maßnahmen wie Einführung von Maschinensteuern, Erhöhung von Vermögens – und Erbschaftssteuern, Änderung von Wirtschaftsförderungen, Diskussion um bedingungsloses Grundeinkommen, gerechte Aufteilung der Arbeit vor. Des Weiteren regte er an, Institutionen wie Börse, Rating Agenturen, Stiftungen und anderes mehr, grundsätzlich in Frage zu stellen.


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