Eröffnungsfest bei Grünhilde: Schmankerl, Genuss und Volksfeststimmung
TRAGWEIN. Volksfeststimmung herrschte bei der Eröfnung von Grünhilde, dem neuen Laden samt Gastronomie am Standort des ehemaligen Quellstüberls. Zahlreiche große und kleine Besucher nützten die Gelegenheit, das Nachfolgeprojekt des Quellstüberls und des Bauernladens kennen- und genießen zu lernen. Prominentester Ehrengast war Landeshauptmann Thomas Stelzer, der allerdings diesmal nur als Begleiter seiner Frau Bettina Stelzer-Wögerer dabei war. Die „First Lady“ zeichnete als Chefin einer Gastro-Einrichtungsfirma für das Innenleben von Grünhilde verantwortlich.

„Wer den Norbert Eder kennt, der weiß, dass es was wird“, streute Bettina Stelzer-Wögerer ihrem langjährigen Freund aus JVP-Tagen Rosen. Anfang Februar war der Auftrag zu Grünhildes Neugestaltung an das Unternehmen der Gattin des oö. Landeshauptmannes erfolgt, schon am Palmsonntag sollte die Einrichtung fertig sein. „Ich bin recht stolz darauf, was draus geworden ist“, so Bettina Stelzer-Wögerer im Gespräch mit Moderator Mario Sacher auf der Bühne im Festzelt.
„Norbert, warum tust du dir das an?“
Die Frage, warum Most- und Saftprofi Norbert Eder (“Pankranzhofer“) es für den Verein Erlebniswelt Tragwein übernommen hatte, das ehemalige Quellstüberl auf neue Beine zu stellen, beantwortete er mit zwei Worten: „Aus Überzeugung und Begeisterung.“ Mitten in der kurzen Planungs- und Umsetzungphase seien ihm allerdings Zweifel an der Richtigkeit seines Tuns gekommen. „Und dann habe ich einen Schulkollegen getroffen, der in Linz wohnt und jedesmal beim Besuch in seiner Heimatgemeinde Bad Zell bei uns vorbeischaut. So etwas haben wir nicht, hat er mir gesagt.“ Und damit waren alle Zweifel rückstandslos beseitigt.
Bio schafft Arbeitsplätze
Weitere Gesprächspartner von Mario Sacher waren Hermann Holzweber vom Biohof Mascherbauer, der Landesobmann-Stellvertreter des Verbands Bio Austria, und Thomas Reisinger, Betriebsleiter von Sonnberg Biofleisch. “Immer mehr Bauern stellen aus Überzeugung auf Bio um - und wie man sieht, bringen neue Ideen auch neuen Erfolg, auch auf dem Bio-Sektor“, betonte Holzweber. Dass Bio auch Arbeitsplätze schafft, wie Klaus Bauernfeind, Obmann der Bioregion Mühlviertel, unterstrich, beweist Sonnberg Biofleisch in Unterweißenbach. Mit 75 Beschäftigten auf zwei Standorten ist das Unternehmen der größte Bio-Erzeuger in ganz Österreich.
Biofreundlichster Schlachthof
„Wir sind kein Kleinbetrieb mehr, aber wir halten immer noch engen Kontakt zu den Bauern“, sagte Reisinger. Aktuell bemüht sich Sonnberg um die Einrichtung des biofreundlichsten Schlachthofes in Österreich, wo Tiere so stressfrei wie möglich und in Würde geschlachtet werden.
Den Weg zum Konsumenten finden
Für Klaus Bauernfeind passt diese Strategie genau in die Bioregion Mühlviertel. „Wir haben so eine herrliche Region zum Leben, unsere Produkte müssen aber noch besser den Weg zum Konsumenten finden. Es gibt noch ein großes Potenzial zu heben und zu schöpfen. Das Mühlviertel ist längst keine benachteiligte Region mehr.“
Landeshauptmann: Bio ist leistbar
Das letzte Wort auf der Festbühne hatte Landeshauptmann Thomas Stelzer. „Wichtiger als eine verpflichtende Herkunftsbezeichnung für Bio-Lebensmittel ist es, beim Konsumenten Bewusstsein dafür zu schaffen, wofür er sich beim Einkaufen entscheidet und was er isst“, brach Stelzer eine Lanze für den Kauf regionaler Produkte möglichst aus biologischer Herkunft. „Bio ist leistbar, und der Trend zu Bodenständigem, Traditionellem kann zum Markenzeichen werden“, nannte der Landeshaupmann die Toskana als Beispiel. Er betonte aber auch, dass biologische und konventionelle landwirtschaftliche Erzeugung gemeinsam ihren Platz haben müssen. „Rund 100.000 Arbeitsplätze gibt es bei uns rund um die Landwirtschaft, das ist ein Sechsel des Arbeitsmarktes.“
Persönlicher Tragwein-Bezug
Zu Tragwein hat Thomas Stelzer übrigens einen besonderen Bezug, wie Moderator Mario Sacher abschließend verriet: Vor seiner Hochzeit mit Bettina wurde er zu einer JVP-Sitzung eingeladen, die sich dann als Polterabend beim Pankrazhofer entpuppte. „Und das, obwohl ich keinesfalls poltern wollte“, erinnerte sich Stelzer schmunzelnd.
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