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Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer will Pflegeberufe im Bezirk Freistadt stärken

Mag. Susanne Überegger, 10.06.2017 12:00

Bei ihrem Besuchstag in Freistadt betonte Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SP), sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen besonders in der Pflege und für eine gerechtere Entlohnung dieser herausfordernden Arbeit einsetzen zu wollen. Das Landeskrankenhaus Freistadt soll mit einer eigenen Kinderstation, einem eigenen Magnetresonanz-Tomografen sowie bauliche Maßnahmen gestärkt werden.

  1 / 2   Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (l.) und Bundesrat Michael Lindner (r.) versuchten bei ihrem Besuch im Landeskrankenhaus Freistadt herauszufinden, wo die Beschäftigten im Pflegebereich der Schuh drückt. Fotos: Lehner

„Gerade im Gesundheits- und Pflegebereich sind die Anforderungen an die Mitarbeiter fachlich, emotional und menschlich sehr hoch. Daher war es mir am Besuchstag besonders wichtig, den Austausch mit den Mitarbeitern des Landeskrankenhauses Freistadt zu suchen, um zu sehen, wo die Politik sie in ihrer fordernden Aufgabe unterstützen kann.“

Bundesrat Michael Lindner (SP) weiß: „Wenn wir den Pflegeberuf als Zukunftsberuf attraktiv halten wollen, dann braucht es mehr Geld im Sozial- und Gesundheitsbereich.“

Aufstockung des Pflegepersonals dringend nötig

LKH-Betriebsrätin Silvia Rentenberger-Enzenebner, seit 25 Jahren im Haus tätig, bestätigt: „In den vergangenen Jahren sind immer mehr administrative Aufgaben zum Pflegepersonal gewandert. Pflegekräfte übernehmen Aufgaben, die im bisherigen Pflegeschlüssel zur Finanzierung nicht berücksichtigt sind. Es ist hoch an der Zeit, den antiquierten Pflegeschlüssel an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen, da durch die Fülle der Aufgaben der Druck auf das Pflegepersonal ständig zunimmt – die Grenze der Leistungsfähigkeit ist bei vielen schon erreicht“, weiß die Betriebsrätin.

„Es braucht eine Aufstockung des Pflegepersonals in den Krankenhäusern und den Pflege- und Altenheimen. Denn der kranke Mensch braucht Zeit und Zuwendung, die nicht für Papierkram draufgehen soll“, sagt die Betriebsrätin, die das Landeskrankenhaus nach 25 Jahren Tätigkeit in- und auswendig kennt. „Wird in einem Sozialstaat wie Österreich in unserem hervorragenden Gesundheitsbereich gespart, ist das der falsche Weg.“  

Zugangsbeschränkungen zum Medizinstudium lockern

„Auch die Zugangsbeschränkungen zum Medizinstudium müssen gelockert werden“, fordern Rentenberger-Enzenebner und Lindner. „Wir brauchen mehr Ärzte, noch verschärft durch das neue Arbeitszeitgesetz für Ärzte. Weniger Stunden produzieren mehr Bedarf an Arbeitskräften.“

Kinderstation und Magnetresonanz-Tomograf

In einer gemeinsamen Initiative sprechen sich Silvia Rentenberger-Enzenebner und Michael Lindner für eine eigene Kinderstation am Krankenhaus Freistadt aus. „Das erspart aufwändige Transporte nach Linz und das Krankenhaus wird mit einem weiteren Schwerpunkt attraktiver für Jungärzte.“

Auch für einen eigenen Magnetresonanz-Tomografen in Freistadt - derzeit gibt es im Mühlviertel keinen einzigen - setzen sich Rentenberger-Enzenebner und Lindner ein. „Für ambulante Patienten beträgt die Wartezeit auf eine MR vier bis sechs Wochen, das ist unzumutbar. Hier wird wertvolle Zeit bis zur endgültigen Diagnose und einer notwendigen Therapie vergeudet – das stellt für viele Patienten auch eine hohe psychische Belastung dar, besonders wenn es sich um schwerwiegende und lebensbedrohliche Erkrankungen handelt.“ Die Kosten für einen Magnetresonanz-Tomografen würden sich auf rund eine Million Euro belaufen.

„Intensivstation, Anästhesie, Aufwachräume und Operationsräume brauchen dringend genügend Platz, dafür sollen so rasch als möglich Baumaßnahmen folgen, damit die Situation für Personal und Patienten wieder erträglicher wird“, sagen die SP-Vertreter, die sich beim Besuch im Krankenhaus selbst von der räumlich beengten Situation überzeugen konnten.


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