Rekord-Trockenheit im April: Folgen für Äcker und Wälder
BEZIRK FREISTADT. Der April wurde zu einem der trockensten Monate der Messgeschichte. In der Region Freistadt zeichnen sich bereits massive Folgen für die Land- und Forstwirtschaft ab - auch wenn es zuletzt wieder ein paar Tage geregnet hat.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Ganz vier Millimeter betrug im Monat April die Niederschlagsmenge in der Messstelle Freistadt, fünf Millimeter waren es in der Messtelle Bad Zell. Von normalen Werten würde man etwa bei 150 bis 200 Milimetern sprechen.
In den letzten 60 Tagen war vor allem der Bereich um Freistadt, Rainbach, Reichenau und Bad Zell stark betroffen. Auch die Grundwasserstände in Oberösterreich befinden sich seit langem im Sinkflug. An vielen Messstellen werden schon seit Monaten Negativrekorde aufgezeichnet.
Hoher Ernteverlust
Die Konsequenzen sind enorme Schäden in der Land- und Forstwirtschaft. Der Bio-Landwirt Hermann Holzweber muss bei seinen Ackerbohnen – wichtige Futterquelle und Eiweißlieferant für seine Bio-Schweine - bereits 80 Prozent Verlust hinnehmen. „Mein Wintergetreide, die Gerste, treibt bereits mit 20 Zentimetern Höhe aus, da die Trockenheit und warmen Temperaturen Stress bei den Pflanzen auslösen.“
Der Forstwirt Lukas Ganser zeigt, wie die Rekordtrockenheit heuer bereits die Wälder bedroht. „Bei mir sind rund die Hälfte der im letzten Jahr neu gepflanzten Jungbäume tot. Ich muss versuchen, die andere Hälfte zu retten, indem ich diese mühsam im abschüssigen Gelände künstlich mit dem Güllefass bewässere.“
Borkenkäfer fliegt früh
Dazu kommt, dass auch der Borkenkäfer heuer schon früh in den Wäldern wütet. „In einem der wasserreichsten Länder dieser Erde fehlt es immer mehr an Niederschlag. Daher müssen wir alle wirtschaftlichen Anstrengungen beim Wiederaufbau unseres Landes vor allem unter dem Aspekt des Klimaschutzes stellen“, so Oberösterreichs Klimalandesrat Stefan Kaineder (Grüne).


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