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FREISTADT. Insgesamt 141.000 Oberösterreicher und Oberösterreicherinnen sind von Armut betroffen oder armutsgefährdet – das sind 13 Prozent der Bevölkerung. Und die Pandemie ist ein Armutsbeschleuniger. Auf diese traurige und zugleich beschämende Tatsache haben ehrenamtlichen Funktionäre der Volkshilfe Freistadt vor dem Internationalen Tag der Armut (17. Oktober) aufmerksam gemacht und ihre Forderungen wiederholt.

Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter der Volkshilfe Freistadt (rechts der Bezirksvorsitzende Michael Lindner) prangern die Armut in einem der reichsten Länder der Welt an und fordern Maßnahmen dagegen. Foto: VH Freistadt

„Es geht oft sehr schnell, in die Armut abzurutschen. Scheidung, Krankheit oder der Verlust des Arbeitsplatzes kann jede und jeden von uns treffen. Verstärkt war und ist das in Zeiten von Corona der Fall. Armut geht uns daher alle an“, sagt der Vorsitzende des Volkshilfe-Bezirksvereins Freistadt, Michael Lindner. Denn es sei es in einem der reichsten Länder der Welt leider kein Einzelfall, dass Menschen ihre Wohnung nicht angemessen heizen oder den kaputten Kühlschrank nicht ersetzen können.

Erhöhung des Arbeitslosengeldes gefordert

„Besonders armutsgefährdet sind Frauen im Alter, Alleinerzieherinnen, Langzeitarbeitslose, chronisch Kranke und Kinder“, weiß Lindner. Er und weitere Vorstandsmitglieder der Volkshilfe waren im Shop Freistadt, um auf das Thema aufmerksam zu machen und die Forderungen der Volkshilfe im Kampf gegen die Armut zu unterstreichen. „Es braucht endlich die Erhöhung des Arbeitslosengeldes. Vor allem Geringverdiener können auf Dauer von 55 Prozent ihres Gehalts nicht leben. Daher fordern wir erneut dringend eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf mindestens 70 Prozent des Letztgehalts“, so der Landtagsabgeordnete. Aber auch die Sozialhilfe müsse reformiert werden, um daraus wieder eine Mindestsicherung zu machen, die das Mindeste sichert und ein Überleben in der Krise möglich macht.

Jedes fünfte Kind ist arm

In der Öffentlichkeit kaum Erwähnung findet, dass jedes fünfte Kind von Armut betroffen ist. Ihnen bleiben durch die finanziellen Engpässe der Eltern oftmals Möglichkeiten in den Bereichen Bildung und Freizeit verwehrt. Ein Kinobesuch mit Freunden beispielsweise ist für sie keine Selbstverständlichkeit. „Als Volkshilfe setzen wir uns unermüdlich im Kampf gegen Kinderarmut ein. Mit finanzieller Hilfe und sozialen Projekten geben wir bedürftigen Kindern die Chance auf eine gute Entwicklung“, sagt Michael Lindern. Er kritisiert in diesem Zusammenhang die Einmalzahlung von 360 Euro und fordern eine staatliche Grundsicherung für Kinder. „Eine staatlich finanzierte Grundsicherung für alle Kinder in Höhe von bis zu 625 Euro pro Kind könnte das Problem nachhaltig lösen“, betont der Vorsitzende des Bezirksvereines Freistadt.


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