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UNTERWEISSENBACH. Keine Krise ohne positive Seite: Das Bewusstsein für den Wert regionaler Lebensmittel ist auch in der Region in der Corona-Zeit stark gewachsen. Den Aufschwung merken gerade Direktvermarkter wie Irene und Bruno Seiser. 

Bruno Seiser hat eine Vorliebe für seine pechschwarzen Angus-Rinder. Foto: Greindl
Bruno Seiser hat eine Vorliebe für seine pechschwarzen Angus-Rinder. Foto: Greindl

Am Wegererhof in Unterweißenbach hat schon Bruno Seisers Vater mit der Mutterkuh-Haltung begonnen. „Das ist ein optimales Bewirtschaftungssystem für unser Grünland, die Arbeitslast ist bewältigbar“, sagt der Landwirt. Gemeinsam mit seiner Frau Irene bewirtschaftet er 33 Hektar Wiesen und Wald, teils in sehr steilem Gelände. 60 bis 65 pechschwarze Angus-Rinder tummeln sich auf den Weiden und im Stall, dazu kommen rund 80 Schweine.

Seit 30 Jahren Direktvermarktung

Seit 30 Jahren vermarktet das Ehepaar Fleisch und Fleischprodukte direkt, den Großteil davon in der „Speckhütte“ in Schönau. Bei der vielfältigen Arbeit vom Schlachten über das Zerlegen bis hin zum Wursten und Knödlmachen unterstützen die Seisers fünf Teilzeitkräfte. Ein junger Mann ist über den Verein Immanuel, der gemeindenahe Arbeitsintegration zum Ziel hat, auf den Wegererhof gekommen und mittlerweile nicht mehr wegzudenken.

Mitarbeiter und Lehrling gesucht

Weitere Arbeitskräfte und ein landwirtschaftlicher Lehrling werden gesucht. „Insgesamt ist der Arbeitsaufwand bei der Direktvermarktung enorm, aber er ist es wert“, sind sich Irene und Bruon Seiser einig. „Der Bedarf an Beratung für Direktvermarktung ist während der Corona-Krise bei der Bezirksbauernkammer stark gestiegen“, weiß Kammerobmann Martin Moser aus Bad Zell.

Keine Mutterkuh-Prämie mehr

Er bedauert, dass bei der letzten Phase der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU 2014 bis 2020 die Mutterkuh-Prämie nicht mehr ausbezahlt wurde. „Das Geld ist zu den Ackerbauern gewandert, das war ein herber Schlag“, so Moser. Dennoch: Der Aufschwung regionaler Lebensmittel hält an. Mit der Internetplattform www.regionleben.at, gegründet von Bauernkammer und Wirtschaftskammer, soll die Vermarktung regionaler Produkte durch Produzenten und/oder Händler weiter angekurbelt und erleichtert werden.


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