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Energiebezirk Freistadt: David Bergsmann ist neuer Obmann, Alfred Klepatsch zum Ehrenobmann ernannt

Mag. Michaela Maurer, 29.06.2022 11:15

HAGENBERG. Ganz im Zeichen der Würdigung seines langjährigen Obmannes Alfred Klepatsch stand die Generalversammlung des Vereins Energiebezirk Freistadt im Schloss Hagenberg. Einstimmig zum Nachfolger gewählt wurde Bgm. David Bergsmann, zum Stellvertreter Bgm. Dietmar Stegfellner aus Wartberg.

  1 / 3   Ehrenobmann Alfred Klepatsch, Bezirkshauptfrau Andrea Außerweger und der neue Obmann Bgm. David Bergsmann (Foto: EBF)

Am Beginn der Generalversammlung wurde kurz auf die aktuelle Energie- und Klimakrise, sowie den rechtlichen Bemühungen auf EU-Ebene, mithilfe von Steuerungsinstrumenten die notwendige Transformation des Energiesystems zu beschleunigen, eingegangen. Dass es darüber hinaus auch national und regional aufeinander abgestimmtes Engagement, Initiativen und Unternehmen zur konkreten Umsetzung der Energiewende benötige, war Teil des folgenden allgemeinen EBF-Tätigkeitsberichts. Dieser umfasste Berichte aus den Klimamodellregionen, zur nachhaltigen Mobilität, dem Ökostrom-Online-Marktplatz Ourpower, der Helios Sonnenstrom GmbH sowie einiger weiterer Projekte, die gemeinsam mit den Leader-Regionen Mühlviertler Kernland & Mühlviertler Alm umgesetzt werden. „Erfreulich ist, dass wiederum Photovoltaik- und Speicheranlagen, sowie konkrete Klimawandel-Anpassungsmaßnahmen bei Gebäuden- bzw. Plätzen der Mitgliedsgemeinden durch finanzielle Unterstützung des Klima- & Energiefonds und des Landes OÖ. errichtet werden konnten“, heißt es vom EBF.

Ehrenobmann Alfred Klepatsch

Neben den rund 30 entsandten Gemeinde- und Parteienvertretern erwiesen ebenso viele Ehrengäste, Wegbegleiter und Vertreter regionaler und überregionaler Organisationen Alfred Klepatsch die Ehre. Der seit 2005 aktive EBF-Obmann wies in seiner Rede „Meine Sehnsüchte – meine Erfahrungen – meine Sorgen“ in gewohnter faktenbasierter und emotionaler Weise auf die Dringlichkeit des Handelns hin. Jeder der 60 Teilnehmer bekam vom Ehrenobmann einen Laib Brot mit auf dem Weg. Die Entscheidung wie mit dem symbolischen Kilogramm Energie umgegangen wird, stellt sich für jedem Einzelnen selbst - so Klepatsch. „In den Tank eines herkömmlichen PKWs gefüllt, reicht es gerade einmal für drei bis vier Kilometer. Als Essens-Tagesration für eine Person können zu Fuß zirka 20 bis 30 Kilometer gegangen oder mit dem Fahrrad 80 bis 100 Kilometer zurückgelegt werden. Wir alle gewinnen, wenn wir die Gier bei uns selber, aber auch in unserem Wirtschaft- und Gesellschaftssystem zurückdrängen“, so der scheidende Obmann.

Nach der Neuwahl, die von Bezirkshauptfrau Andrea Ausserweger durchgeführt wurde, wurde Klepatsch auf Antrag des neuen Obmannes an die Generalversammlung einstimmig zum Ehrenobmann des EBF gewählt – Standing Ovations folgten. Im Wissen um die zunehmende politische Verantwortung, die mit der EBF-Obmannschaft verbunden ist, bedankte sich Bgm. David Bergsmann in seinem klaren Eingangsstatement für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und die einstimmige Wahl. Zielstrebig und voller Tatendrang lud er gleich die ebenfalls neu gewählten EBF-Vorstandsmitglieder zur bereits in 14 Tagen stattfindenden EBF-Vorstandssitzung ein.

Direkt mit dem Zug aus Wien angereist kam Gastreferent Hubert Fechner, Obmann der Österreichischen Technologieplattform Photovoltaik Austria (AT). In einem sehr interessanten Beitrag informierte er eingangs über weltweite PV-Entwicklungen und dem notwendigen Flächenbedarf für die Klimaneutralität. „Raus aus Öl, Gas und Kohle“ bedeutet – „Hinein in Strom/Wasserstoff“ und damit zusätzlichem Ökostrombedarf, so der international anerkannte Energieexperte. Zumindest mehr als +100 TWh zusätzlicher Ökostrom (aktuell ca. 65 TWh Stromverbrauch in Österreich) seien nötig, um in Österreich bis 2040 klimaneutral zu sein. Laut Annahme Fechners ist die Hälfte des Bedarfs über Photovoltaik zu decken. Als weitere Notwendigkeiten, wenn Photovoltaik und generell die erneuerbaren Energien bedeutend zur Klimaneutralität beitragen sollen, nannte Fechner den Stromnetzausbau, stabile Förder-/ und Marktbedingungen, einfache und klare Behördenprozesse, Aufrechterhaltung der Akzeptanz der Erneuerbaren, Heimische Wertschöpfung und eine Strategie zum Ausbau der Erneuerbaren.


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