PREGARTEN. Wenn die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) von 24. April bis 10. Mai ihre Mitglieder über den Parteivorsitz abstimmen lässt, hätte auch Franz Pischelsberger auf der Kandidatenliste stehen wollen. Warum und was schließlich dazwischenkam, darüber sprach Tips mit dem Organisations- und Personalberater aus Selker.

Tips: Herr Pischelsberger, seit wann sind Sie SPÖ-Mitglied? Das ist ja Voraussetzung für eine Kandidatur für den Bundesvorsitz.
Franz Pischelsberger: Seit 1978 mit Unterbrechungen. Ich war in meiner Heimat Kärnten in der Jungen Generation der SPÖ, bin aber bald an meine Grenzen gestoßen. Nach dem Betriebswirtschaftsstudium an der WU war dann Schluss mit der Heimatpolitik.
Tips: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, selbst für den Bundesvorsitz der SPÖ zu kandidieren?
Pischelsberger: Ich bin eben auch unzufrieden mit der Bundesspitze. Wenn man für Randgruppen kein Ohr mehr hat, dann kann man nicht Sozialist sein. Wenn kein Konzept mehr für die Parteiarbeit da ist, kann man nicht den Anspruch auf den Bundeskanzler stellen. Die Roten haben es seit Jahren verabsäumt, an der Basis zu arbeiten. Ich hätte es gerne selber einmal probiert, aber schließlich sind im Becken der Haifische zu viele gewesen.
Tips: Woran ist Ihre Kandidatur, von der offenbar nicht einmal die SPÖ-Bezirksspitze etwas gewusst hat, gescheitert?
Pischelsberger: An den Unterstützungserklärungen. 30 wären nötig gewesen, ich habe 25 bekommen. Dabei habe ich aber mein privates Umfeld überhaupt nicht beackert, sondern alle über meine Firma gesucht. Ich lebe und arbeite seit 35 Jahren in Oberösterreich, bin aber noch sehr in Kärnten verwurzelt und habe auch die 25 Unterstützungserklärungen von Kärntnern erhalten. Die restlichen fünf in Oberösterreich zu ergattern war mir zeitgerecht nicht mehr möglich, am Freitag war ja schon Schluss mit der Bewerbung der Kandidaten für den Bundesvorsitz.
Tips: Wem werden Sie bei der Befragung Ihre Stimme geben?
Pischelsberger: Die Pamela Rendi-Wagner wäre eigentlich gut, aber bei der Haxlbeißerei in der SPÖ tut man sich als Frau auch schwer.
Tips: Apropos Frau: Was hat Ihre Frau dazu gesagt, dass Sie SPÖ-Bundesvorsitzender werden wollten?
Pischelsberger: Das weiß sie noch gar nicht, Politik war eigentlich nie ein Thema bei uns zu Hause.


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