Region will nach Summerauerbahn-Enttäuschung nicht aufgeben
BEZIRK FREISTADT. Der Ausbau der Summerauerbahn-Strecke als wichtige Nord-Süd-Verkehrsachse wird erst nach 2040 in Angriff genommen. Das empfinden sowohl Wirtschaftsvertreter als auch die SPÖ des Bezirks Freistadt als Tiefschlag für die Region.

Für SPÖ-Landesrat Michael Lindner ist die zögerliche Haltung von Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) zur Zukunft dieser entscheidenden Bahnstrecke unverständlich. „Es reicht nicht aus, nur die Bahnhöfe zu sanieren, während die Strecke vernachlässigt wird. Sowas gibt es wohl sonst nur in Schilda“, so der Kefermarkter. Er kritisiert in diesem Zusammenhang auch die Landeskoalition von ÖVP und FPÖ, die in Sachen Summerauerbahn in Wien „eine Niederlage erlitten“ habe. „Für eine nachhaltige Verkehrsstrategie braucht es die Prinzipien Vermeiden, Verlagern, Verbessern. Die Verschiebung und Vernachlässigung der Summerauer Bahn ist das genaue Gegenteil von Nachhaltig. Klug ausgebaut hat sie das Potenzial, den Verkehr in Richtung und im Zentralraum zu entlasten. Für Pendler genauso wie für Teile des Schwerverkehrs“, so Lindner. Auch der Freistädter SPÖ-Bezirksvorsitzende Christian Gratzl ist schwer enttäuscht vom Nein zum Summerauerbahn-Ausbau: „Unterm Strich heißt Verkehrspolitik von Bund und Land für das Mühlviertel: Straße vor Schiene!“, bedauert der Freistädter Bürgermeister.
Kürzere Fahrzeit statt neue Gebäude
Unglaublich findet es auch WKO-Freistadt-Obmann Christian Naderer, dass der Ausbau der Summerauerstrecke im „Zielnetz 2040“ nicht vorkommt. „Beim Ausbau von Straße und Schiene brauchen wir ganz viel Geduld. Das weiß die Mühlviertler Wirtschaft aus Erfahrung. Dass die Summerauerbahn aber erst am Sankt-Nimmerleins-Tag ausgebaut werden soll, geht dann doch zu weit“, so Naderer. Die WKO Freistadt begrüßt den bereits erfolgten Ausbau der Bahnhöfe an der bestehenden Bahnstrecke. „Am wichtigsten für eine attraktive Bahn sind aber nicht neue Gebäude, sondern eine kürzere Fahrzeit und eine dichtere Frequenz“, verdeutlicht der Tragweiner. Der Streckenausbau müsste also zumindest zeitgleich zu Bahnhofserneuerungen erfolgen.
Wichtiger Zubringer für Regional-Stadtbahn
„Jeden Werktag 45.000 Fahrzeuge auf der A7 im Raum Treffling bedeutet heute schon teilweise Überlastung. Und die Frequenz wird noch deutlich steigen. Wir müssen also Verkehr auch auf die Schiene verlagern, da haben wir dringenden Handlungsbedarf“, ist Dietmar Wolfsegger, Leiter der WKO Freistadt, überzeugt. Laut Planungen zur neuen Regional-Stadtbahn Linz soll diese Bahn 2035 bis Pregarten in Betrieb gehen. Die Summerauerbahn könnte dann ein wertvoller Zubringer von Summerau bis Pregarten sein. Dass dazu keinerlei Ausbauplanungen angegangen werden, erscheint der WKO unglaublich.
Forderung: Allianz für den Streckenausbau
Die WKO Freistadt ortet sehr breites Unverständnis und Enttäuschung in der Region zu diesen strategischen Entscheidungen. Christian Naderer: „Viele starke Verbündete in der Region haben über lange Jahre für die S10 gekämpft. Es ist Zeit, eine Allianz für den Streckenausbau der Summerauerbahn zu gründen.“


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