Auswanderer: „Es gibt kaum Knödel in Australien“
SYDNEY/URFAHR-UMGEBUNG. WKOÖ-Präsident Rudolf Trauner sieht viele Chancen für oberösterreichische Unternehmer am australischen Markt. Auf einer Marktsondierungsreise in Australien traf Trauner mit einer Wirtschaftsdelegation auch auf die Auswanderer Rosemarie Leibetseder aus Gallneukirchen und Elmar Nadschläger aus Ottensheim.

Elmar Nadschläger aus Ottensheim lebt schon fünf Jahre in Sydney. Der IT-Manager startete in Down Under zunächst mit einem Projektjahr bei IBM durch. „Ich bin hängen geblieben, habe eine Partnerin hier gefunden und werde noch länger hier bleiben“, lacht der 38-Jährige. In Australien fehlen ihm die vier Jahreszeiten, wie er sagt. „Da hast du zehn Monate Sommer und zwei Monate Winter. Und das Essen ist zu Hause vielfältiger, so gibt es kaum Knödel hier“, antwortet Nadschläger auf die Frage, was er aus Österreich vermisst. Auch das Skifahren in den Bergen vermisst der Hobbysportler, „aber das ist kein Problem – ich bin einfach auf das Surfen umgestiegen, das ist praktisch, denn ich lebe am Strand und den Sport kann man das ganze Jahr über ausüben“. Nach Hause kommt der Ottensheimer dennoch immer wieder gern, „einmal im Jahr, für zwei bis drei Wochen“.
Firmengründung ,Down Under“
Gemeinsam mit ihrem Mann Adalbert wanderte Rosemarie Leibetseder nach Australien aus, der dort als Skilehrer bereits vier Saisonen verbracht hat. „Die Entscheidung fiel damals sehr kurzfristig – binnen drei Monaten bin ich nach Australien nachgekommen, um mit meinen Mann zusammenleben zu können“, erzählt die 58-Jährige. Wenig später folgte die Firmengründung von Rosbert International. „Wir haben Ski und Zubehör importiert und sehr viel und hart gearbeitet“, erzählt Leibetseder im Tips-Gespräch.
2006 wurde die Firma verkauft und das Ehepaar gönnte sich zwei Jahre Pause. Ein neues Kapitel wurde schließlich mit der Neugründung der Firma „Skimetric“ aufgeschlagen. „Mein Mann hat ein Programm zur Verbesserung des Zusammenspiels von körperlichen Bedingungen des Skisportlers und seiner Ausrüstung entwickelt und pendelt damit zwischen Österreich und Australien hin und her“, sagt Leibetseder. Sie selbst managt ihren Mann dabei im Hintergrund. Nach Österreich zurückzugehen komme für die beiden aufgrund der politischen Lage derzeit nicht in Frage, wie sie sagt. „Was ich aber schon vermisse ist die schöne Landschaft, das satte Grün und die blühenden Bäume“, so Leibetseder.
Als Exportmarkt interessant
Wirtschaftlich gesehen ist Australien aus oberösterreichischer Sicht jedenfalls interessant – die Wachstumsraten in Australien sind seit 25 Jahren enorm. „Australien kann man nicht aus der Distanz erobern, sondern man muss als Unternehmen hier präsent sein“, zieht WKOÖ-Präsident Rudolf Trauner Resümee aus der Sondierungsreise.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden