Armut ist weiblich
Gallneukirchen. Armut kann jede und jeden treffen – auch im Bezirk Urfahr-Umgebung. Wer erwerbslos, alleinerziehend oder zugewandert ist oder einen schlecht bezahlten und unsicheren Job hat, ist besonders gefährdet. Das Risiko, durch soziale Netze zu fallen, ist gestiegen, immer breitere Bevölkerungsschichten leben in unsicheren Verhältnissen.

Frauen sind jedoch stärker als Männer von Armut betroffen. Denn Frauen können sich wegen Sorgetätigkeiten nicht oder nur eingeschränkt am Erwerbsarbeitsmarkt beteiligen. Das wirkt sich in Folge negativ auf ihr Einkommen aus, vor allem wenn Frauen alleine für den eigenen Unterhalt und den ihrer Kinder sorgen müssen. Obwohl sie wertvolle gesellschaftliche Arbeit in der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder und in der Pflege von Angehörigen leisten, leben sie oft an der Armutsgrenze.
Keine soziale Absicherung
„Sehr vieles hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte geändert, doch die Zuschreibung traditioneller Rollenmuster zeigt noch immer ihre Wirkung. Frauen leisten unbezahlte Arbeit, die ihnen keine eigene, ausreichende soziale Absicherung bietet. Die wertvolle Arbeit, die Frauen für die Gesellschaft und letztlich für den sozialen Frieden leisten, muss aufgewertet werden und gesellschaftliche Anerkennung finden“, so Christa Schrauf, Rektorin des Diakoniewerks. Die diskutierten Kürzungen der Bedarfsorientierten Mindestsicherung wurden in den letzten Wochen zu sozialen Brennpunkten. Schrauf: „Es ist paradox, dass Frauen, die zum Funktionieren des Gemeinwohls unverhältnismäßig viel leisten, nach wie vor in großer Zahl zu den Verliererinnen unserer Gesellschaft gehören. Beide Geschlechter sind gleich viel wert, einander ebenbürtig, das muss in einem modernen Staat, der in seiner Verfassung Frauen und Männern gleiche Rechte garantiert, sich im Alltag abbilden. Geschlechtergerechtigkeit bleibt daher die große Herausforderung der Zukunft.“


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