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GALLNEUKIRCHEN. Menschen mit Behinderung bringen das Theaterstück „Spann den Schirm auf, der Konsumwolf frisst den Lebenslauf“ im Haus Bethanien auf die Bühne.

  1 / 3   Das Theater Malaria des Diakoniewerks feiert am 21. Oktober Premiere mit einem Stück über Konsum und den Verlust der Geborgenheit.

Die Musik geht an, die Schauspieler tanzen nacheinander in den Raum. Jeder bewegt sich auf seine einzigartige Weise zur Musik. Die Musik hört auf. Schnell verschwinden alle hinter großen Schirmen. Markus Klambauer, als „Konsumwolf“ verkleidet, lockt den ersten aus seinem Versteck. Mit schönen Schals, Geschenken und glitzernden Dingen wird „die Schönheit“ zum Kauf verführt. „Die Sucht“ wird mit jeder Menge Essen gelockt. Immer mehr und mehr bietet der Konsumwolf und immer mehr wollen die Menschen haben, bis sie alles andere rund um sich herum vergessen. Die Menschen werden aus ihrer Geborgenheit gerissen, die Familie wird zerstört.

Themen, die berühren

Das Theaterstück behandelt die Themen Geborgenheit, Heimat, Konsumrausch und dessen Auswirkungen auf die Persönlichkeit und das Leben. Die Idee zu dem Thema kam den Schauspielern selbst. „Wir wählen bei den Stücken Themen, die die Gruppe im Moment selbst berühren“, sagt Regisseurin Iris Hanousek-Mader. „Der Konsum macht uns Sorgen, man wird davon auf Dauer nicht glücklich. Eigentlich ist es wichtiger gute Freunde und eine Familie zu haben“, sagt die Schauspielerin Ruth Oberhuber. Dargestellt werden neben der Schönheit und der Sucht auch der Eigenbrödler oder die Schuldnerin. Bei dem Stationentheater wandert das Publikum mit den Schauspielern in mehrere Räume mit.

Körpersprache und Selbstwert

Die Gruppe hat sich überlegt, was Geborgenheit für sie bedeutet und was passiert, wenn man diese verliert. Die Höhle wurde bei den Proben zum Symbol für Geborgenheit, diese Höhle wird im Stück durch Regenschirme dargestellt. Verschiedene Ausdrucksmöglichkeiten, wie Symbole, Körpersprache, Puppenspiel, Tanz und Musik spielen bei dem Theater eine große Rolle. „Die Schauspieler lernen durch das Theaterspiel viel und machen oft auch große Entwicklungen durch“, sagt Hanousek-Mader. „Sie lernen deutlicher zu sprechen und ihre Körpersprache bewusster einzusetzen. Auch der Selbstwert wird gesteigert und sie können Situationen ausleben, die sie im wirklichen Leben nicht haben, wie etwa ein Kind zu bekommen.“

Eigeninitiative

Das Theater Malaria hat sich aus einer Eigeninitiative von künstlerisch tätigen Menschen mit Behinderung im Diakoniewerk entwickelt. Alle zwei Jahre wird ein Theaterstück gezeigt. Das Ensemble dieses Jahr setzt sich aus elf Schauspielern des Diakoniewerks, zwei externen Schauspielern und einem künstlerischen Team aus der Tanz-, Theater- und Behindertenpädagogik zusammen.

Termine und Karten

Die Premiere findet am Samstag, 21. Oktober um 19.30 Uhr statt. Weitere Termine: 24. Oktober, 2., 29., 30. November, 6. und 7. Dezember um je 19.30 Uhr, 25. Oktober, 3., 9. und 10. November um 10 Uhr. Die Aufführung wird im Haus Bethanien (Hauptstraße 3) gezeigt. Karten: alle Filialen der Erste Bank und Sparkasse und online auf goo.gl/cqTQ86


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