Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

GALLSPACH. Als einziges Gebiet in ganz Österreich ist die Gemeinde Gallspach noch vom Asiatischen Laubholzbockkäfter betroffen. Der Schädling aus dem fernen Osten hatte sich womöglich in Palettenholz verschanzt auf dem chinesischer Granit transportiert wurde und trat damit seine Reise nach Europa an. Hier geht er nun seiner Leidenschaft nach: Löcher in Laubhölzer zu bohren, was langfristig zum Absterben der Bäume führt. Mit der Ausrottung des Lauholzbockkäfers in Gallspach ist frühestens Ende 2020 zu rechnen.

  1 / 3   Die Maden des Laubholzbockkäfers im Größenvergleich mit einer 2-Euro-.Münze. Fotos: BFW-Wien

Helle Flecken am Körper, als hätte jemand einen Eimer weißer Farbe verschüttet, lange, dünne Fühler, die an Mikado-Stäbchen erinnern und eine Körpergröße von bis zu vier Zentimeter - der Asiatische Laubholzbockkäfer gewinnt wohl keinen Schönheitswettbewerb, dafür hat er andere Fähigkeiten. Diese setzt er besonders gerne in der Gemeinde Gallspach ein, zum Leidwesen der Waldbesitzer. Denn hat sich der Schädling erstmal einen Weg durch die Rinde gebahnt bohrt er dort nach Herzenlust Löcher und legt seine reiskornähnlichen, weißen Eier dort ab. Die Bäume sterben ab und müssen gefällt werden.

Das Auftreten des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) im Zentrum von Gallspach wurde Anfang November 2013 entdeckt. Da der Käfer zu den 100 gefährlichsten Einwanderern zählt ist er im EU-Raum als Quarantäneschädling zu behandeln. Unmittelbar nach der Auffindung wurde versucht das Befallsgebiet bestmöglich abzugrenzen. Es wurde mit einer systematischen Erfassung und Begutachtung aller Laubgehölze im abgegrenzten Gebiet begonnen. So wurden im Befallsgebiet mehr als 10.000 Laubbäume erfasst und es werden jährlich rund 5.000 bis 7.000 Bäume davon einer systematischen Kontrolle - zum Teil auch mit Baumsteigern und Spürhunden - unterzogen.

Im Zuge des Straßenbaus wurde in der Gemeinde chinesischer Granit verwendet ohne Kenntnis, dass sich der Schädling in den Transportpaletten eingenistet hatte. Man hatte im Fall der Gemeinde Gallspach einfach „Pech“, so Johann Reisenberger, Experte von der Abteilung Land- und Fortwirtschaft des Landes Oberösterreich.Bisher

148 Bäume betroffen

Bisher wurden laut Johann Reisenberger in Gallspach 148 Bäume mit Befallssymptomen gefunden, die alle unter behördlicher Aufsicht gefällt, untersucht, verhäckselt und in einer Verbrennungsanlage verbrannt wurden.

Im Jahr 2016 wurden in diesem Befallsgebiet noch 19 Bäume mit Symptomen entdeckt, wobei die Anzahl der befallenen Bäume seit 2014 stark rückläufig sei. „Aus unserer fachlichen Sicht ist das Befallsauftreten in Gallspach eingedämmt. Wir sind aktuell auf der Suche nach den letzten Käfern, sodass eine Ausrottung in absehbarer Zeit möglich/wahrscheinlich ist“, erklärt Reisenberger. Eine Ausrottung des Käfer-Befalles sei laut Reisenberger nach den EU-Bestimmungen allerdings erst dann gegeben, wenn in einer zweimaligen Entwicklungsperiode des Schädlings (zweijährige Entwicklungszeit) keine Schadsymptome gefunden werden konnten. Also vier Jahre Befallsfreiheit gegeben sind. Für Gallspach bedeutet dies, dass frühestens im Jahr 2020 mit einer Ausrottung des Käfers zu rechnen ist. Von einem „großen Schaden für die Gemeinde“ spricht Amtsleiter Robert Obermair.

Es wird gehofft, dass die Ausrottung des Käfers mit 2020 abgeschlossen werden kann. Der Gesamtschaden für die Gemeinde könnte laut Experten Reisenberger dennoch nicht genau definiert werden. Denn die Bäume hätten neben dem wirtschaftlichen auch einen ideelen Wert für die Gesellschaft, den man nicht beziffern könne. Nur so viel: Für die Bekämpfungsmaßnahmen müssten jährlich 100.000 bis 150.000 Euro vom Land aufgewendet werden. Neben Gallspach waren die einzigen drei Befallsherde in St. Georgen bei Obernberg und in der Stadt Braunau. In diesen beiden Gebieten konnte der Käfer bereits erfolgerich bekämpft werden. Im Rest Europas sind noch Befallsherde in Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, der Schweiz, Großbritanien und Finnland bekannt.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden