FP-Politiker Reinhard Teufel traf sich 2015 mit dem rechtsextremen Aktivisten Martin Sellner
GAMING/WIEN. Der Gaminger FP-Politiker Reinhard Teufel, unter FP-Minister Herbert Kickl Kabinettschef im Innenministerium, hätte den rechtsextremen Aktivisten Martin Sellner vor einer Hausdurchsuchung gewarnt – das wurde zuletzt medial kolportiert. In einer Aussendung weist Teufel diese Vorwürfe zurück. Ein Treffen mit Sellner habe es nur einmal im Jahr 2015 gegeben, so Teufel.
Der rechtsextreme Aktivist und Sprecher der Identitären Bewegung, Martin Sellner, steht im Verdacht Teil einer terroristischen Vereinigung zu sein. Der Grund: Auf seinem Konto fanden sich Spendengelder eines rechtsextremen australischen Terroristen, der bei einem Anschlag im März in Neuseeland 51 Menschen ermordete. Im März kam es deshalb in der Wiener Wohnung Sellners zu einer Hausdurchsuchung – immer wieder wurde kolportiert, Sellner sei vor dieser gewarnt worden. Zuletzt geriet der Gaminger FP-Politiker Reinhard Teufel in diesem Zusammenhang in die Schlagzeilen. Er soll Sellner über die bevorstehende Durchsuchung informiert haben. „Der ehemalige Kabinettchef des Innenministeriums, Landtagsabgeordneter Reinhard Teufel, weist aktuelle mediale Unterstellungen in Zusammenhang mit der Hausdurchsuchung bei Identitären-Sprecher Martin Sellner im März 2019 aufs Schärfste zurück“, so die FPÖ in einer Aussendung.
Hin und wieder Nachrichten
„Unter Journalisten werden derzeit offenbar Protokolle von Telefonüberwachungen verteilt, die Kontakte zwischen ihm und Sellner beinhalten. Diese Kontakte beziehen sich jedoch nicht auf den fraglichen Zeitraum und liegen größtenteils bereits Jahre zurück“, heißt es in dem Schreiben der FPÖ weiter. Dass es ein persönliches Treffen mit Sellner gegeben hat, stellt Teufel nicht in Abrede. Zu einem solchen sei es nur einmal im Jahr 2015 gekommen. Hin und wieder habe Sellner ihm Nachrichten geschickt, eine beidseitige Kommunikation habe es jedoch nicht gegeben. Der von der Tageszeitung „Österreich“ erwähnte SMS-Kontakt während seiner Zeit als Kabinettchef im Innenministerium habe sich darauf beschränkt, dass Sellner ihm seine neue Telefonnummer geschickt habe. Verwendet habe Teufel diese aber nie.
„Ich habe niemanden gewarnt“
„Es ist mir völlig schleierhaft, warum mein Name in Zusammenhang mit dem angeblichen Verrat dieser Hausdurchsuchung genannt wird. Ich sage deutlich: Ich habe niemanden gewarnt. Ich habe mit niemandem darüber gesprochen. Ich war im Vorhinein nicht einmal informiert. Ich erwarte mir von denjenigen, die diese Gerüchte in die Welt setzen, dass sie aus der Deckung kommen und ihre Vorwürfe öffentlich erheben, damit ich mich rechtlich zur Wehr setzen kann“, so Teufel.
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