Dankbarkeit in Gelassenheit
GARSTEN. In großer Dankbarkeit für das Wirken des Heiligen Berthold, der dem Kloster Garsten vor mehr als 900 Jahren als erster Abt vorstand, feiert die Pfarre Garsten alljährlich das Bertholdfest.

In bewährter Tradition eröffnete am Freitagnachmittag die Katholische Jugend mit einem gemeinschaftsfördernden Event – dem Riesenwuzzler-Turnier, an dem knapp 80 Jugendliche mit Begeisterung teilnahmen. Im Zeichen der Kunst (zu leben) stand der Freitagabend mit einer Lesung von Bernhard Schmalzl unter musikalischer Begleitung von Manuela und Andreas Weiss. Die drei Künstler gestalteten den gut besuchten Abend unter dem Titel „Gelassenheit – Mut – Weisheit“ mit Texten persischer und abendländischer Mystiker von Dschalal ad-Din ar-Rumi über Hildegard von Bingen bis hin zu Dorothee Sölle.
Spaziergang durch Jahreszeiten
Im Zentrum stand ein Spaziergang durch die Jahreszeiten, welcher von der Bedeutung der Gelassenheit, dem Sich-Selbstsortieren beim Kofferpacken und dem Mut sich hin und wieder selbst zu unterbrechen, hinführte zur weisen Balance von Aktivität und Passivität. „Was wäre, wenn wir beliebig über unser Leben verfügen könnten?“ lautete eine zentrale Frage des Abends, die den Bogen spannte zum sonntäglichen Festgottesdienst mit Abt Petrus Pilsinger vom Benediktinerstift Seitenstetten.
Liebe, Heimat, Geborgenheit
Abt Petrus ging in seiner Festpredigt von der Begegnung der beiden schwangeren Frauen, Maria und Elisabeth, (Lk 1,39-56) aus und betonte, dass bei allem Machbarkeitsdenken unserer Zeit die wichtigsten Dinge unseres Lebens letztlich Geschenk bleiben – namentlich nannte er: Liebe, Heimat, Geborgenheit. In der biblischen Erzählung ortete er eine Aufgabe für die christliche Gemeinde: Dankbar zu sein für das uns Geschenkte, miteinander im Gespräch zu sein, diesen Glauben in Gemeinschaft zu leben und ihn in die Alltäglichkeit des Lebens hineinzutragen. In Anlehnung an den Heiligen Berthold, dessen seelsorgliches Wirken von einer tiefen Gottesbegegnung geprägt war, forderte Abt Petrus auf, dass man die „sonntägliche Begegnung mit Gott auch von Montag bis Samstag spüren sollte, denn „wer Christus in sich trägt, lebt anders“.
Weitere Veranstaltungen
Möglichkeiten zur weiteren Begegnung mit Gott und den Menschen bieten sich in den weiteren Veranstaltungen im Gedenken an den Heiligen Berthold, am Sonntag, 9. Juli, mit einer Jugendmesse zum Sommerbeginn (10 Uhr) sowie dem Festgottesdienst am Gedenktag des Heiligen Berthold, am 27. Juli um 19 Uhr mit Altabt Berthold Heigl von Seitenstetten und Altbischof Maximilian Aichern. Bereits ab 18.15 Uhr stimmen besinnliche Texte und Orgelmusik ein.


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