Garstner Original: Leidenschaft für Krippen
GARSTEN. Seit der Heirat seiner Elfriede im Jahr 1965 ist der heute 83-jährige Karl Mayer „überzeugter Garstner“. Der frühere Deutsch- und Lateinlehrer und Direktor des Gymnasiums Werndlpark brachte sich stets im gesellschaftlichen Leben in der Gemeinde ein – es zu fördern ist ihm bis heute ein Anliegen.

So hegt der Hofrat etwa seit Jahrzehnten eine gedeihliche Begeisterung für alte Krippen, deren Bau und Erforschung. „Für das Jubiläum 1000 Jahre Garsten 1985 wollten meine Frau Elfi und ich einen Beitrag leisten“, erzählt Mayer, „und der Großvater hatte zu seiner alten Weihnachtskrippe im Jahr 1926 angemerkt, sie sei 100 Jahre alt. Ein Nagelschmied habe sie gemacht, aber niemand wusste dazu Genaueres. So begann unsere Krippenforschung“, so der 83-Jährige. „Wir konnten nachweisen, dass es in Garsten und Steyr eine alte Krippentradition gab.“
In die Welt getragen
Heute kennt man die Begriffe Garstner Nagelschmiedkrippe und „Krippenland an der oö. Eisenstraße“ unter Krippenfreunden bis über die Grenzen hinaus. „Es gelang uns, die Garstner Krippentradition im In- und Ausland bekannt zu machen. Fünf Jahre standen unsere Krippen sogar in Finnland in einer internationalen Ausstellung.“ Beim Garstner Advent ist die Krippenschau nunmehr seit 35 Jahren fester Bestandteil des Programms. „Dass eine mechanische Krippe, die wir in unserem Keller gebaut hatten, nicht durch die Kellertür wollte, weil sie ein paar Zentimeter zu lang war, trug uns den liebevollen Namen „Mayr z“ Kripperl“ ein“, lacht Mayer.
Der Buchautor
1992 erschien das Krippenbuch „Weihnachtskrippen aus Garsten, Steyr, Christkindl“ – mittlerweile ein Standardwerk der Krippenforschung in Österreich. Mayers Verbundenheit mit der Marktgemeinde drückt sich gerade auch in den von ihm veröffentlichten Büchern aus: Zum Jubiläumsjahr 1985 erschien das Festbuch „1000 Jahre Garsten“, 2006 die erweiterte Neuauflage „Garsten. Lebenswerte Gemeinde zwischen Tradition und Aufbruch“. 2017 verfasste Karl Mayer den reich bebilderten Band „Garstner Bauernhöfe“. Dieser gibt interessante Einblicke in die Entwicklung und Geschichte, aber auch Probleme der Vierkanthöfe.
Wissen und Freude teilen
Ansonsten ist in Karl Mayers Kalender das Fest der Goldhauben- und Hammerherrengruppe ein Fixtermin und auch die Mitarbeit am Garstner Advent und das Dabeisein bei kulturellen Veranstaltungen in der Marktgemeinde gehören für ihn dazu. Als Herausforderung beschreibt er die von ihm gestalteten Kirchenführungen in der Stiftskirche Garsten, bei denen der ehemalige Lehrer Wissenswertes vermittelt, aber auch Schönes erleben lassen möchte. „Ein Lehrer muss begeistern können. Er muss seine eigene Freude weitergeben können“, betont Mayer.
Hobby: Reiseleiter
Wer die Heimat wertschätzt, blickt auch über den Tellerrand: Das tut Mayer seit über 15 Jahren als hobbymäßiger Reiseleiter. So mancher Garstner erinnert sich etwa noch gerne an die Reise nach Rumänien. Privat genießt Mayer den Urlaub mit seiner Gattin am liebsten auf der Kanareninsel Fuerteventura.
Karl Mayer ist Konsulent der oö. Landesregierung und Träger des Ehrenrings der Marktgemeinde.


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