Land investiert massiv in Kinderbetreuung und Lehrlinge
GFÖHL. Rund 90 Bürgermeister und Gemeindevertreter aus dem Waldviertel kamen am 9. März in den Stadtsaal Gföhl (Bezirk Krems). Bei einem gemeinsamen Frühstück, organisiert durch die NÖ.Regional.GmbH., erhielten sie wertvolle Infos von den ÖVP-Landesräten Christiane Teschl-Hofmeister und Martin Eichtinger sowie den zuständigen Experten des Landes Niederösterreich. Im Mittelpunkt standen dabei die Themen Kinderbetreuung und Lehrlingsoffensive.

Den Niederösterreichern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen, stand im Mittelpunkt der Ausführungen von Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister. Ein wichtiger Punkt sei dabei die Kinderbetreuung, die aus Sicht der Eltern zeitlich flexibel und leistbar sein muss. Das Angebot an Betreuungsplätzen vor Ort sei mittlerweile zu einem entscheidenden Kriterium geworden, ob sich eine Familie in einer Gemeinde niederlässt oder nicht.
Insgesamt 200 neue Kleinkindgruppen
Teschl-Hofmeister appellierte an die Bürgermeister, sich an das Land Niederösterreich zu wenden, wenn sie einen Bedarf an (zusätzlichen) Betreuungsgruppen haben. Nach Angaben der Landesrätin hat es sich das Land zum Ziel gesetzt, bis Jahresende 2020 insgesamt 100 neue Kleinkindgruppen zu schaffen. Bis Ende 2022 sollen weitere 100 Gruppen dazukommen.
Tages- und Ferienbetreuung ausbauen
Barbara Trettler, Geschäftsführerin der NÖ Familienland GmbH, informierte die Gemeindevertreter über die schulische Tagesbetreuung. In Kooperation mit den Gemeinden nützten landesweit aktuell rund 6.000 Schüler dieses Angebot. Auch hier sei den Eltern wichtig, eine Wahlfreiheit zu haben. Trettler zufolge wünschen sich Familien flexible Betreuungsformen, die auch eine tageweise Anmeldung der Kinder zulassen. Zunehmend an Bedeutung gewinne das Thema Ferienbetreuung in den Schulen. Da die Schule für die Kinder immer mehr zum Lebensraum werde, appellierte Trettler an die Gemeindevertreter, auch die Freiräume der Schulen – mit Unterstützung des Landes – entsprechend attraktiv zu gestalten.
Neues Verwaltungsprogramm in Kindergärten
Landesrätin Teschl-Hofmeister informierte die Gäste über die Digitalisierungsoffensive in den Landeskindergärten. Demnach bekommen alle 1.058 Einrichtungen ein neues Verwaltungsprogramm, das eine wesentliche Erleichterung für die Pädagogen bedeute. Aktuell laufe die Testphase, ab Herbst 2020 sollen alle Kindergärten das Programm erhalten. Ein Jahr später werden Teschl-Hofmeister zufolge auch die Gemeinden in das neue EDV-System eingebunden.
Niedrigste Arbeitslosenzahlen seit neun Jahren
Auf die Arbeitsmarktsituation ging Landesrat Martin Eichtinger ein. Niederösterreich habe aktuell die niedrigsten Arbeitslosenzahlen seit neun Jahren. Dies sei sowohl der guten Konjunktur, aber auch den „sehr gut ausgearbeiteten“ Förderprogrammen für Arbeitnehmer zu verdanken. Eine Herausforderung sei die zunehmende Automatisierung und Digitalisierung der Arbeitsplätze, auf die vor allem die Generation 50plus vorbereitet werden müsse. Generell gebe es weiterhin einen hohen Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften, betonte Eichtinger.
46 Millionen Euro für Lehrlingsoffensive
Gemeinsam mit Daniela Stampfl-Walch von der Abteilung Arbeitsmarkt im Land Niederösterreich ging Eichtinger auf die Lehrlingsoffensive ein. Im vergangen Jahr habe man 46 Millionen Euro in dieses Programm investiert, um benachteiligten Jugendlichen die Chance auf einen Lehrabschluss zu ermöglichen. Von 6.484 Teilnehmern hätten 1.700 eine Lehrstelle oder einen Arbeitsplatz gefunden, was laut Eichtinger ein „sehr guter Erfolg“ ist. Daher wolle man auch heuer wieder 7.000 Plätze bereitstellen.
Große Chance für junge Menschen
Laut Stampfl-Walch handelt es sich um „die größte Lehrlingsoffensive, die es je gab“. Sie sei eine Chance für alle Niederösterreicher bis 25 Jahre. In den Jugendbildungszentren erhielten die Teilnehmer Beratung, Betreuung und Qualifizierung. Jugendliche sollen zu dem die Möglichkeit bekommen, nach einem Abbruch der Lehre den Abschluss nachzuholen. Jugendliche, die keine Lehrstelle in einem Unternehmen gefunden haben, sollen diese mithilfe der überbetrieblichen Lehrlingsausbildung absolvieren können.


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