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NÖ. April und Mai ist die Zeit, in der das Hermelin seine Jungtiere zur Welt bringt, meist sind es sechs bis neun pro Wurf. Gleich danach wird das Weibchen vom Männchen wieder befruchtet, um Konkurrenten kein Zeitfenster für eine fremde Begattung zu lassen. Die befruchteten Eizellen verbleiben dann aber bis zum folgenden Frühjahr in Keimruhe, die tatsächliche Tragzeit beträgt somit nur wenige Wochen.

Hermelin im Sommerkleid Foto: Naturbeobachtung.at/Peter Eppinger
Hermelin im Sommerkleid Foto: Naturbeobachtung.at/Peter Eppinger

Da das Hermelin im Sommer tagaktiv ist – im Gegensatz zum Winter – haben aufmerksame Menschen jetzt gute Chancen, die flinken Marder zu sehen.  Der Naturschutzbund bittet darum, Beobachtungen auf seiner Online-Plattform www.naturbeobachtung.at zu melden.

Das bis zu 30 cm lange Große Wiesel, wie das Hermelin auch genannt wird, hat es scheinbar immer eilig. Flink huscht es durch feuchte und wassernahe Habitate, die das deutlich kleinere Mauswiesel, mit dem es manchmal verwechselt wird, eher meidet. Als Lebensraum bevorzugt das Hermelin stark strukturierte Landschaften wie Wälder, Weidengebüsche, Schilfröhricht aber auch Schutthalden und Felsen oberhalb der Baumgrenze. Dort sucht es nach Nahrung: Seine Leibspeise sind Schermäuse und andere Wühlmausarten. Aber auch Junghasen, junge Murmeltiere, Vögel und ihre Eier verschmäht es nicht. Die Beutetiere werden dabei mit einem schnellen Biss in den Nacken erlegt. Feinde des Hermelins sind Greifvögel und Eulen, aber auch Füchse. Freilaufende Hunde muss es ebenso fürchten.

Im Sommer ist das zur Familie der Marder gehörende Tier auf der Oberseite hellbraun und auf der Unterseite scharf abgetrennt weiß gefärbt, im Winter hat es ein komplett weißes Fell. Lediglich die schwarze Schwanzspitze behält es zu jeder Jahreszeit. Sein weißer Pelz mit der schwarzen Schwanzspitze galt lange als ein Symbol für Reinheit und Makellosigkeit und war Herrschern und höhergestellten Personen vorbehalten.

BEOBACHTUNGSTIPP: Jetzt im Sommerhalbjahr sind Hermeline tagaktiv, weshalb man sie leichter beobachten kann, als im Winter. Besonders leicht sieht man sie, wenn sie in „Männchenstellung“ nach Nahrung Ausschau halten.

Beobachtungen sollen bitte auf www.naturbeobachtung.at gemeldet werden!

Unsere Säugetiere erleben und erheben                                                                                      

Der Naturschutzbund lädt dazu ein, die heimischen Säugetierarten besser kennenzulernen, sie zu beobachten und auf www.naturbeobachtung.at zu melden. Deshalb stellt er regelmäßig ein Säugetier näher vor und gibt Tipps zu seiner Beobachtung. Die Melder bekommen auf www.naturbeobachtung.at Experten-Hilfe beim Bestimmen der Arten, können sich mit anderen Naturliebhabern austauschen und erfahren Spannendes über unsere heimischen Säugetiere. Gleichzeitig unterstützen sie mit ihren Meldungen die Wissenschaftler bei der Kartierung der Tiere. Schwerpunkt des Projektes ist aktuell in Oberösterreich, dort sollen die gesammelten Beobachtungen auch in den Oberösterreichischen Säugetieratlas einfließen. Es profitieren also alle von diesem Citizen-Science-Projekt!


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