Klima- und Umweltschutzmanifest der Gemeinde Großschönau
GROSSSCHÖNAU. Der Klimawandel betrifft uns alle. Dafür verantwortlich sind wir alle, die wir fossile Energie direkt oder indirekt nutzen. Zur Abkehr aus dem fossilen Zeitalter setzt die Gemeinde Großschönau, in vielen Bereichen erstmalig in ganz Österreich, seit über drei Jahrzehnten, zahlreiche Maßnahmen.

So wurde bereits im Jahr 1982 die Schule, erstmalig in NÖ, mittels automatischer Biomassefeuerung mit erneuerbarer Energie beheizt. Seit 1986 findet jährlich die 1. Österreichische Umweltmesse, die Bioem in Großschönau statt. Seit 1994 werden alle öffentlichen Gebäude in Großschönau mittels Biomasse Nahwärme beheizt.
Die Gemeinde Großschönau leistet seit Beginn der 1990er Jahre in jeder Ausgabe der Gemeindezeitung Öffentlichkeitsarbeit zu Umweltschutz, Klimaschutz und Energiewende.
Großschönau ist aktives Mitglied regionaler, nationaler und internationaler Initiativen für den Klimaschutz. Großschönau ist Mitglied im Verein Sonnenplatz Großschönau, Mitglied der Energieagentur der Regionen, Mitglied beim Klimabündnis Österreich und Mitglied beim Europäischen Bodenbündnis.
Sonnenwelt Großschönau
Der Verein Sonnenplatz Großschönau leistet seit 2004 im Rahmen zahlreicher Forschungs- und Demonstrationsprojekte sowie durch die Sonnenwelt Großschönau weit über die Grenzen unseres Bundeslandes hinaus weit beachtete Klimaschutzarbeit.
Mit der Großschönauer Gründungsinitiative zur KEM Lainsitztal im Jahr 2009 entstand auch das Bekenntnis des Gemeinderates zu „Übermorgen selbst versorgen“, mit der Festlegung für die Selbstversorgung mit eigener erneuerbarer Energie ab 2030. Dies ist durchaus herausfordernd, da sich Großschönau, an der Europäischen Wasserscheide gelegen, ohne Wasserkraft und mangels rechtlicher Grundlagen auch ohne Windkraft, lediglich mit Biomasse und direkter Sonnenenergie erneuerbar versorgen kann. Zur Zielerreichung ist daher auch die Effizienzsteigerung, insbesondere durch Gebäudedämmung, im Energieleitbild seit 2009 verankert.
Als erste Gemeinde im Osten Österreichs mit dem European Energy Award in Gold ausgezeichnet
Großschönau, seit 2012 erste e5 Gemeinde im Waldviertel, wurde 2018 als erste Gemeinde im Osten Österreichs mit dem European Energy Award in Gold ausgezeichnet. Für die Klimaschutz- und Energiewendearbeit wurde Großschönau bereits 2008 als 1.Österreichische Klimaschutzgemeinde ausgezeichnet, was 2010 wiederholt werden konnte. Ebenso erhielt Großschönau 2012 den Climate Star und 2015 den Eurosolarpreis.
Selbst der Österreichische Klimaschutzpreis konnte 2014 mit der Sonnenwelt nach Großschönau geholt werden.
Den eigenen Energieverbrauch für Wohnen und Mobilität inkl. Urlaubsverhalten kennen die Gemeindebürger und die Gemeinde Großschönau seit einem intensiven Erhebungs- und Ermittlungsprozess unter Einbindung der gesamten Bevölkerung seit dem Jahr 2009. Seither wurden im Wärme- und Strombereich zahlreiche Maßnahmen zur Reduktion klimaschädigender fossiler Energieträger auf kommunaler und privater Ebene gesetzt.
Mit Stand 2015 werden im Gemeindegebiet von Großschönau, inkl. Lebensmittelproduktion, Gewerbe und Industrie, insgesamt 30,6 GWh an Energie verbraucht. Großschönau kann bereits heute 18,9 GWh oder 62% des Energieverbrauches erneuerbar abdecken. Im Wärmebereich ist Großschönau bereits zu 96% mit erneuerbarer Energie versorgt. Weltweit werden hingegen noch ca. 80% Fossilenergie, ca. 5% Atomenergie und lediglich ca.14% erneuerbare Energie genutzt.
Pestizidfrei
Die Gemeinde Großschönau ist weiters seit 2015 als Natur-im-Garten Gemeinde pestizidfrei. Am Sonnenplatz Großschönau wurden mehrere Klima-Schulen Projekte und zahlreiche Forschungsprojekte mit nationalen und internationalen Vernetzungstreffen zur Energiewende und für den Klimaschutz umgesetzt. Im Rahmen der BIOEM in Großschönau wurden, wiederum erstmalig bei einer Publikumsmesse in Österreich, bereits 2016 umfangreiche Hilfsangebote zum Thema „Unser Wald im Klimawandel“ sowie 2019 zu „Biodiversität in der Landwirtschaft, im Privatbereich und im öffentlichen Raum“, dargebracht.
Neben dem Bekenntnis des Gemeinderates aus dem Jahr 2009, im Jahr 2030 sich selbst mit Energie zu versorgen, wurden zahlreiche Grundsatzbeschlüsse und Beschlüsse von Richtlinien für die Energiewende und zum Klimaschutz getroffen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden