"Über die Schwelle" - künstlerische Positionen zu Tod und Vergänglichkeit in der Pfarrkirche Hallstatt
HALLSTATT. Tod und Vergänglichkeit aus verschiedenen kulturellen Perspektiven stehen im Zentrum der Werke von Haruko Maeda. Sie eröffnen die Ausstellungsreihe „Über die Schwelle“, in der künstlerische Arbeiten zu Tod und Vergänglichkeit bis in den Herbst hinein in Hallstatt zu sehen sein werden. Pfarrkirche, Gebeinhaus und Gruft werden dabei zu den Orten, an denen die Arbeiten der in Linz lebenden japanischen Künstlerin zu finden sind.

Ihre Werke sind von Aschermittwoch, 14. Februar, bis Karfreitag 29. März in der Pfarrkirche Hallstatt, in der Gruftkapelle und im Beinhaus zu erleben. Die Eröffnung findet im Rahmen eines Gottesdienstes am 1. Fastensonntag, 18. Februar 2024, 10 Uhr mit Bischof Manfred Scheuer und der Spendung des Aschenkreuzes statt. Die Musik hierzu gestalten Peter Wesenauer und Susanne Hehenberger. Im Anschluss führt Martina Gelsinger, Kunsthistorikerin und Kuratorin, Fachbereich Kunst und Kultur der Diözese Linz, in die Werke von Haruko Maeda ein.
Trauerverarbeitung in der Kunst
Traditionelle, japanische Umgangsweisen mit Verlust und Trauer treffen in diesem Projekt auf eine besondere Form klassisch europäischer Bildsprachen, die auf die Künstlerin eine große Faszination ausüben. Knochen, Keramik, Korallen oder Textilien werden ebenso in künstlerische Objekte verwandelt, wie präparierte Tierkörper. Sie spielen auf vielschichtige Weise auf die in der katholischen Kirche über Jahrhunderte tradierten Rituale und Bedeutungsaufladungen, wie jene der Verehrung von Reliquien, an. Dem stellt Haruko Maeda einen sehr persönlichen Blick der Trauerverarbeitung vor dem Hintergrund ihrer eigenen kulturellen Herkunft gegenüber. Der Tod der Großmutter, die dadurch ausgelösten Gefühle und Empfindungen, aber auch der jeweils sehr persönliche Umgang mit dem Verlust nahestehender Menschen, werden neben den benannten Objekten auch in Gemälden sichtbar. Dabei besteht der Reiz der Bilder und Objekte in der Dissonanz von Schönheit und Schmerz, der Gegenüberstellung der voneinander so verschiedenen tradierten Vorstellungen vom Umgang mit dem Tod in europäischen und japanischen Trauerkulturen. Was beide verbindet ist letztendlich die Frage danach, wie sich dem Schmerz des Verlustes eine Form und die Möglichkeit eines Neubeginns geben lässt. Die Arbeiten von Haruko Maeda tun dies in beeindruckend bestechender Weise.
Über die Schwelle ist ein Referenzprojekt der Katholischen Kirche OÖ/ Pfarre Hallstatt und Fachbereich Kunst und Kultur der Diözese Linz für Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl Salzkammergut 2024.
Ausblick: Eröffnung zweiter Teil am Sonntag, 2.Juni
Beginnend mit der Fastenzeit werden über das ganze Jahr verteilt zwölf Künstler mit ortspezifischen Interventionen und künstlerischen Arbeiten neue Perspektiven rund um Vergänglichkeit, Tod, Werden und Vergehen, sichtbar machen. Der zweite Teil wird am Sonntag, 2 Juni eröffnet. Mit Werken von Aldo Giannotti, Markus Hofer, Jochen Höller, Klara Kohler, Rosmarie Lukasser, Roman Pfeffer, Franz Riedl, Six/Petritsch, Wendelin Pressl und Betty Wimmer.


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