Donnerstag 18. Juli 2024
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GMUNDEN. Gottfried Helnwein, der mit seinen Bildern bereits Anfang des Jahres in Gmunden für Aufregung gesorgt hatte, präsentierte seine neue Ausstellung „Atemlos“ im Kammerhof Museum.

Ein Junge mit den Wundmalen Christis in de Bürgerspitalskirche. (Foto: Laserer)
Ein Junge mit den Wundmalen Christis in de Bürgerspitalskirche. (Foto: Laserer)

Helnweins Bilder handeln von Gewalt, Schmerz und sozialer Ungerechtigkeit. Sie sind verstörend, provokant und lassen sicherlich niemanden kalt. „Heutzutage werden mehr Kinder und Frauen verletzt und misshandelt, als je zuvor. Nur dass wir gegenüber diesem Thema bereits völlig abgestumpft sind. Mir ist es das wichtigste Anliegen, das Thema Gewalt gegen Kinder präsent zu machen“, erklärt der Wiener Künstler.

Teils extreme Reaktionen

Dass seine Werke teils extreme Reaktionen der Betrachter hervorrufen, ist genauso gewollt wie normal. In den beiden Räumen des Gmundner Kammerhof Museums, in denen Helnweins neue Ausstellung „Atemlos“ ab sofort bis 28. Juli zu sehen ist, verspürt der Besucher sofort eine gewisse Betroffenheit, vielleicht sogar ein gewisses Unbehagen; sind doch die Bilder, die übrigens alle gemalt und keine Fotografien sind, eine „Kombination“ die niemand jemals so sehen möchte: Kinder mit engelsgleichen Facetten in gewalttätigen Szenarios. „Es ist normal, dass Menschen, die meine Bilder betrachten, emotional werden, oft weinen. Es ist auch normal, wenn aggressive Reaktionen gezeigt werden. Jedoch spiegelt das nicht eine Bewertung meiner Kunst wider, sondern etwas, das der Betrachter in sich selbst trägt“, erläutert Helnwein.

„Wir waren alle mal ein Kind“

Kinder sind die Essenz des Menschseins. Jeder von uns, auch wenn er nicht lange leben sollte, war einmal ein Kind. Kinder sind Symbol für Unschuld, aber auch Würde. Denn um die Würde des Menschen geht es mir in meinen Werken. Wenn man genau schaut, sind die Kinder auf meinen Bildern zwar verletzt, aber sie strahlen trotzdem immer Ruhe aus. Sie sind durch die Gewalt nicht gebrochen“, so der Maler weiter.

Die Ausstellung, organisiert von den Salzkammergut Festwochen Gmunden, ist noch bis 28. Juni zu den Öffnungszeiten des Kammerhof Museums zu sehen. Auch in der angrenzenden Bürgerspitalkirche hängt ein Werk Helnweins: ein Ostertuch, das einen Jungen mit den Wundmalen Christi zeigt.


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