Eine Reise in eine Zeit, zu der es in Gmunden noch über 70 Greißler gab
GMUNDEN. “In den 1950er Jahren gab es an fast jedem Hauseck ein Geschäft“, erinnert sich Hans Wagneder. Mit seinem neuen Bildband will der Gmundner Amateur-Historiker der früheren kleinstrukturierten Gmundner Geschäftswelt ein Denkmal setzen.

Im Vorjahr erschien Wagneders „Seefiaker“-Recherche. Nun stellt der pensionierte Gmundner Gemeindeangestellte seinen jüngsten Bildband vor. Darin versammelt Hans Wagneder die „Gemischtwarenhandlungen, Gastwirtschaften, Bäcker und Fleischhauereien in Gmunden um 1950“, geordnet nach Straßen und in vielen Fällen mit historischem Bildmaterial ergänzt.
Supermärkte brachten für viele Lebensmittelgeschäfte das Ende
Aus heutiger Sicht mutet es fast unglaublich an, aber um 1950 gab es in Gmunden über 70 Lebensmittelgeschäfte und zum Beispiel je 14 Bäcker und Metzger. „Mit den großen Supermarktketten kam dann das Kramersterben, da konnten die kleinen Geschäfte nicht mithalten“, so Wagneder.
Historische Bilder aus privaten Fotoalben
Die Recherchen dauerten fast ein Jahr. Durch viele persönliche Gespräche und Kontakte erhielt der geschichtsbegeisterte Gmundner Zugang zu privaten Fotos, die den knapp 50-seitigen Bildband bereichern. Ein eigenes Kapitel widmet Wagneder der „Vorstadt Kranabeth“, die – lange als Glasscherbenviertel verschrien – zum ersten Industrieviertel Gmundens wurde und vom Krankenhaus über die Brauerei bis zum Schlachthof große Betriebe beherbergte.
Präsentation im Rathaus
Erhältlich ist der Bildband erstmals bei der Präsentation am Donnerstag, 20. September, um 19 Uhr im Rathaus Gmunden. Danach wird er in der Bürgerservicestelle, bei Kochlibri und in der Klosterplatztrafik verkauft.


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