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GMUNDEN. „Das Gschlief“ ist nach der katastrophalen Jahrhundert-Rutschung vor zwölf Jahren weitgehend unter Kontrolle. Nun stellt sich die Frage, wie man diese geologische Besonderheit künftig nutzen und gestalten will. Bei einer Veranstaltung am Donnerstag, 28. November, um 19 Uhr im Kammerhofmuseum werden aktuelle Daten und Ideen vorgestellt. 

Die letzte Rutschung im Oberlauf passierte vor gut einem Jahr im Sommer 2018 auf der „Ahornleiten“. Die rund 3000 Kubikmeter, die abgingen, wurde mit 350 LKW-Fuhren zu einem aufgelassenen Steinbruch der Bundesforste gekarrt. Foto: Stadtgemeinde Gmunden

Der Gmundner Gschliefgraben ist längst aus den Schlagzeilen und aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Der Bewuchs macht den Rutschkegel unauffällig, die Wasserausleitung funktioniert und ein Monitoring- und Frühwarnsystem sorgen dafür, dass Anrainer und die Wildbach- und Lawinenverbauung nicht mehr überrascht werden können, wenn sich wieder ein Erdstrom in Bewegung setzen sollte.

Rutschungen weiterhin möglich

Letzteres ist nämlich trotz der gewaltigen Drainagierungen und Geländebewegungen vor gut zehn Jahren nicht endgültig auszuschließen. Im Anbruchsgebiet der Rutschung, in fünf sternförmig zusammenlaufenden Gräben im Oberlauf, befinden sich ständig und unaufhaltsam große Erdmassen auf Talfahrt. Und es wird nie verhindert werden können, dass unterirdisch aus dem Traunsteinmassiv Wasser als Gleitmittel in den Graben einfließt. Doch man hat die Prozesse unter Kontrolle und transportiert immer wieder so viel Material ab, dass sich beim Engpass des Gschliefgrabens im Mittelteil nie mehr eine „kritische Masse“ anstauen kann.

Geografin präsentiert Studie zur künftigen Gestaltung und Nutzung des Gschlief

Gmunden steht noch vor einer weiteren Aufgabe: Die Stadt will „das Gschlief“, wie die Einheimischen sagen, zu einer lehrreichen Attraktion machen, ein erlebnisreicher Geo-Lehrpfad ist seit Jahren im Gespräch.

In dieser Phase kommt die Diplomarbeit der Gmundner Pädagogin Katharina Bojdunyk gerade recht, die als Geografin an der Uni Wien die Sensibilität der Menschen für Naturkatastrophen untersucht hat.  Ein wesentliches Element ihres Projektes fußt auf Bürgerbeteiligung. Bojdunyk hat in einer Umfrage erhoben, ob sich die Gmundner vor dem Gschlief sicher fühlen und sie hat gefragt, was nach ihrer Meinung mit dem Graben weiterhin geschehen soll.

Infoabend

Die Präsentation der Diplomarbeit ist für die Stadt eine gute Gelegenheit an die Katastrophe zu erinnern, über den Status Quo und das Frühwarnsystem zu berichten und Meinungen für eine künftige Gestaltung einzuholen. Die Stadtgemeinde lädt deshalb, bei freiem Eintritt, zu einem Info- und Diskussionsabend ein:

Die Gschliefrutschung – unaufhaltsam, aber unter Kontrolle

  • Historischer Rückblick auf die Jahrhundertrutschung 2007/2008 (Dr. Johannes Weidinger)
  • Die Diplomarbeit (Mag.a Katharina Bojdunyk)
  • Aktueller Stand: Rutschbewegungen, Monitoring, Maßnahmen, Frühwarnsystem (Dr. Günter Moser, Dipl.-Ing. Christian Pürstinger)
  • Fragen, Anregungen

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