Im November passieren im Wald die meisten Unfälle

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Daniela Toth Daniela Toth, Tips Redaktion, 03.11.2020 07:41 Uhr

TRAUNKIRCHEN/BEZIRK GMUNDEN. Jährlich müssen in Österreich rund 1.500 Personen aufgrund von Unfällen bei der privaten Waldarbeit im Krankenhaus behandelt werden – 300 davon allein in Oberösterreich. Die meisten Unfälle passieren im November. „Aufpassen“ heißt es aber nicht nur für die Waldarbeiter, sondern auch für Wanderer und Spaziergänger, betont Florian Hader, der fachliche Leiter der Forstlichen Ausbildungsstätte Traunkirchen (FAST).

Für viele Waldbesitzer bedeutet der Herbst eine arbeitsintensive Zeit. Auch in dieser Saison werden sich dabei allerdings wieder zahlreiche Personen schwere Verletzungen zuziehen. Die Auswertung der Unfalldatenbank des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) zeigt, dass sich jährlich in Österreich rund 1.500 Personen bei der privaten Waldarbeit so schwer verletzen, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Bei rund 40 Prozent der Unfälle müssen die Verletzten stationär aufgenommen werden. Die häufigsten Unfallursachen bei privaten Waldarbeiten sind Unachtsamkeit (40 Prozent) und Fehleinschätzung (22 Prozent) – Berufs-Waldarbeiter nennen Ablenkung dagegen seltener.

Drei Viertel verzichten auf den Schutzhelm

Besonders häufig treten bei der Waldarbeit Frakturen auf (ca. 46 Prozent). Die am häufigsten betroffenen Körperteile sind Unterschenkel, Finger und Fußgelenk bzw. Knöchel. Eine Schutzausrüstung wird zwar auch im Rahmen von privaten Wald- und Holzarbeiten großteils getragen, allgemeiner Standard ist sie jedoch nicht. Gerade beim Tragen von Arbeitshandschuhen und Helmen ist Nachholbedarf gegeben: „Etwa drei von vier Personen verzichten beim privaten Waldarbeiten auf das Tragen eines Schutzhelmes. Hier ist ohne Zweifel noch viel bewusstseinsbildende Aufklärungsarbeit zu leisten“, erläutert KFV-Direktor Othmar Thann.

Ein wichtiger Teil dieser Aufklärungsarbeit geschieht in der Forstlichen Ausbildungsstätte Traunkirchen (FAST): Das umfangreiche Ausbildungs-Angebot reicht vom Motorsägen-Grundkurs über die fachgerechte „Holzrückung“ mit Traktor und Seilwinde bis hin zu Berufsausbildungen wie zum Forstfacharbeiter.

„Schutzausrüstung bei den Jungen schon sehr verbreitet“

Florian Hader, fachlicher Leiter der FAST, betont: „Der Wald ist ein unsicheres Terrain, die Unfallgefahr ist hoch – einerseits durch die Arbeit mit der Motorsäge selbst. Aber auch, wenn jemand etwa durch Baumteile oder Äste getroffen wird, kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Entsprechend wichtig ist die entsprechende Ausbildung und Schutzausrüstung.“ In diesem Bereich habe sich – vor allem bei den jüngeren Menschen – in den letzten Jahren jedoch vieles verbessert, beobachtet Hader.

„Was immer noch ein Thema ist und leider immer wieder geschieht: Man sollte nie allein zur Arbeit in den Wald gehen. Denn wenn dann wirklich etwas passiert, kann so die Rettungskette in Gang gesetzt werden“, erinnert der Experte für Forstarbeit.

Forstliche Sperrgebiete einhalten

Aber nicht nur Waldarbeiter sind bei der Holzernte gefährdet, betont Hader: Immer wieder ignorieren Spaziergänger und Wanderer die Schilder, die ein „Befristetes forstliches Sperrgebiet“ kennzeichnen und so auf aktuell laufende Waldarbeiten hinweisen. „Hier besteht Lebensgefahr“, erinnert der Experte für Waldarbeit und appelliert dringend, die entsprechenden Hinweise zu beachten.

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