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GMUNDEN. Für die Mitglieder der Musikkapellen sind heuer fast alle Proben und Konzerte entfallen. Wann es wieder losgehen kann, ist noch unklar. Was sie trotzdem zum regelmäßigen Üben motiviert, erzählt Christina Groissböck, seit 20 Jahren Querflötistin bei der Stadtkapelle Gmunden.

Christina Groissböck freut sich auf den Musik-Neustart nach Corona. Foto: privat
Christina Groissböck freut sich auf den Musik-Neustart nach Corona. Foto: privat

Tips: Als Musikerin haben Sie – berufstätig und dreifache Mutter – ein zeitintensives Hobby: Was ist für Sie das Besondere am Spielen in der Musikkapelle?

Christina Groissböck: Es ist die Lust am Musizieren – und das macht in der Gemeinschaft einfach noch mehr Spaß: Man bereitet miteinander etwas vor, arbeitet auf etwas hin – sei es ein Auftritt bei einem Frühschoppen oder ein Konzert. Ich persönlich übe auch mehr, wenn ein gemeinsamer Auftritt ansteht. Natürlich kostet es viel Zeit – aber was man wirklich machen will, dafür hat man auch Zeit, das ist wie bei jedem anderen Hobby.

Tips: Wie schon im Frühling sind auch jetzt die Proben ausgesetzt, Auftritte sind derzeit ebenfalls nicht möglich. Wie bewältigt Ihr Verein diese Zeit?

Groissböck: Wir hatten im Jahr 2020 nur eine einzige Ausrückung, das war bei der Erstkommunion. Alles andere konnte nicht statttfinden. Im Frühling hatten wir für unser Konzert schon alles fertig – und eine Woche vorher wurde es abgesagt. Es gab auch über das ganze Jahr hin nur vereinzelt ein paar Proben – aber ohne Ziel. Da fragt man sich natürlich: Worauf arbeiten wir hin, was sollen wir proben? Zurzeit haben wir überhaupt keine Proben mehr, und auch keine Ahnung, wann wir wieder dürfen.

Tips: Wie hält man da die Motivation aufrecht?

Groissböck: Die Gemeinschaft kann man in Kleingruppen über Skype pflegen, aber miteinander üben geht übers Internet schlecht. Unser Kapellmeister schickt manchmal Noten aus – in der Hoffnung, dass wir es nächstes Jahr einmal spielen können, und damit wir etwas Neues zum Üben haben. Weil, wenn man nicht dranbleibt und zum Beispiel ein halbes Jahr nicht übt, dann ist es schwierig, wieder einzusteigen.

Tips: Was vermissen Sie zurzeit am meisten bzw. worauf freuen Sie sich schon sehr?

Groissböck: Natürlich darauf, die Leute alle wieder zu sehen, gemeinsam zu spielen, gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten. Darauf freue ich mich schon sehr.

Tips: Bis dahin heißt es wohl: zuhause musizieren und üben. Weihnachten ist wahrscheinlich ein guter Anlass dafür – vor allem mit einem Instrument wie der Querflöte?

Groissböck: Ja, natürlich musizieren wir gerade im Advent auch daheim – das hängt aber nicht vom Instrument ab: Mein Sohn lernt seit heuer Tuba, und er spielt schon Weihnachtslieder. Und auch abseits von unserer „Hausmusik“ übe ich regelmäßig: Es wird wieder die Zeit kommen, dass wir in der Stadtkapelle gemeinsam spielen können, und drum ist es wichtig, dranzubleiben. Ich denke, das ist bei allen Dingen so, die man gemeinsam tut: Wenn man zu lange aufgehört hat, ist das Wieder-Anfangen umso schwieriger.


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