Großes Engagement an den Schulen im Lockdown
BEZIRK GMUNDEN. Der verlängerte Lockdown und die Verschiebung der Semesterferien stellen auch Eltern, Schüler und Lehrer vor große Herausforderungen. Mit viel Einsatz arbeiten die Schulen auch in dieser schwierigen Zeit an einem bestmöglichen Unterricht.

Eines ist Robert Thalhammer, Leiter der Bildungsregion Gmunden-Vöcklabruck, besonders wichtig: „Die Schulen sind nicht geschlossen, es ist – wenn notwendig – selbstverständlich auch im Lockdown in allen Schulen eine Betreuung möglich. Und diese wird auch genutzt.“ Für die Sicherheit sind Covid-Selbsttests im Einsatz, die die Volksschüler mit den Eltern anwenden. Die älteren Schüler werden im Unterricht angeleitet. „Die Rückmeldungen von den Eltern sind durchwegs positiv“, so Thalhammer.
Wie das Betreuungsangebot in den Semesterferien aussehen wird, stand zu Redaktionsschluss noch nicht detailliert fest: „Natürlich werden viele Eltern ein Angebot brauchen, aber grundsätzlich wäre es sicher gut, wenn die Schüler einmal eine Woche durchschnaufen können“, so Thalhammer. Derzeit nutzen jedenfalls rund 50 Prozent der Eltern die Betreuungsmöglichkeit an den Schulen, allerdings mit großen Unterschieden je nach Standort und Schultyp.
MS Scharnstein: Lernstationen und Online-Unterricht
In der Mittelschule Scharnstein kommt nach Auskunft von Direktorin Margot Scherbaum derzeit rund ein Viertel der 215 Schüler in die Betreuung. Die erst vor zwei Jahren sanierte Schule habe „hervorragende Voraussetzungen, digitales Lernen in allen Fächern in unseren Unterrichtsalltag einzubauen“, erklärt die Schulleiterin. Zudem hatten sich Lehrerteam und Schüler gut vorbereitet: Schon seit Beginn des Schuljahres erhielten die Schüler regelmäßig auch digital gestellte Arbeitsaufträge, die am Computer abgehandelt wurden. Im nunmehrigen Lockdown können die Schüler, die die Betreuung nutzen, in betreuten „Lernstationen“ in den EDV-Sälen und in der Bibliothek am Online-Unterricht teilnehmen. Wer zuhause lernt und kein geeignetes Endgerät hat, konnte sich unbürokratisch einen Schul-PC ausborgen. Dank einem „guten Mix aus Lernen und Bildschirmarbeit am PC oder Laptop sowie analogem Lernen und Arbeiten in Heften und Schulbüchern“ funktioniere das Distance-Learning – für einen absehbaren Zeitraum – an ihrer Schule gut, so Scherbaum.
VS Gschwandt: Arbeitspakete und „Schoolfox“
Stärker genutzt wird die Betreuungsmöglichkeit im Lockdown in den Volksschulen. So kommen von den 131 Schülern der Musikvolksschule Gschwandt mittlerweile täglich etwa 75 ins Schulgebäude. Die Anmeldung erfolgt über die Kommunikationsplattform „Schoolfox“. Diese wird auch im Unterricht eingesetzt – etwa für erklärende Videos oder einen „Klassen-Chat“, erklärt Direktorin Annemarie Hauer. Grundsätzlich werde an ihrer Schule aber vor allem mit „Arbeitspaketen“ gearbeitet, die die Lehrerinnen vorbereiten und jeweils am Wochenende wieder korrigieren. Einer der Gründe, warum die digitalen Möglichkeiten nur vereinzelt genutzt werden: „In vielen Familien benötigen ältere Geschwister oder die Eltern den Familiencomputer fürs Distance Learning oder fürs Homeoffice. Daher haben wir das ein wenig reduziert“, erklärt Hauer.
Große Vorfreude auf den“normalen Unterricht“
Der Einsatz der Lehrerinnen, die viele Stunden in die Vorbereitung investieren, werde auch von den Eltern gewürdigt, freut sich Hauer – wie auch ihre MS-Kollegin Scherbaum – über positive Rückmeldungen, „Aber natürlich warten wir alle schon darauf, dass wir endlich wieder normalen Unterricht machen können“, sind sie sich einig.


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