Erster Österreichischer Welterbetag: 7.000 Jahre Salz in Hallstatt

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Hallstatt am Hallstättersee (Foto: NHM Wien)
Thomas Leitner Thomas Leitner, Tips Redaktion, 15.04.2021 14:23 Uhr

HALLSTATT. Am Sonntag, 18. April begehen die zehn Österreichischen Welterbestätten in Kooperation mit der UNESCO-Kommission und dem Bundesministerium für öffentlichen Dienst und Sport zum ersten Mal den gemeinsamen „Österreichischen Welterbetag“, wobei an diesem Aktionstag das Welterbe auf besondere Weise erlebbar gemacht werden soll.

Der 18. April steht seit 1982 weltweit als „International Day of Monuments and Sites“ bzw. “World Heritage Day” im Zeichen des UNESCO-Welterbes und soll auf die Einzigartigkeiten des gemeinsamen Kultur- und Naturerbes der Welt aufmerksam machen. 

Im Naturhistorischen Museum Wien sind drei Österreichische Welterbestätten präsent: Die berühmte Venus von Willendorf aus dem Welterbe Wachau gilt als Ikone des Hauses am Maria-Theresien-Platz und als eines der ausdrucksstärksten Kunstwerke der Altsteinzeit. Das Kuratorium Pfahlbauten, das den Österreichischen Teil des Welterbes Pfahlbauten rund um die Alpen betreut, hat seinen Sitz im NHM. Und mit der Welterbe-Stätte und dem weltbekannten archäologischen Fundort Hallstatt in Oberösterreich ist das Naturhistorische Museum Wien seit über hundert Jahren eng verbunden und leitet dort Grabungsarbeiten, die die Geschichte der Menschen anhand ihrer Hinterlassenschaften im oberirdischen Gräberfeld sowie im unterirdischen Salzbergwerk erforscht. Die sogenannte Hallstatt-Kultur definiert eine ganze Epoche der europäischen Archäologie der älteren Eisenzeit. Unterstützt wird die Prähistorische Abteilung des NHM bei diesen Forschungsarbeiten von langjährigen Partnern – der Salinen Austria AG und den Salzwelten.

Hallstatt wurde 1997 von der UNESCO in den Kreis der Welterbestätten aufgenommen. Die 7.000-jährige Salzproduktion, die bis heute aktiv ist, die prähistorischen Spuren dieser Produktion und die dadurch rund um das Salz entstandene Kulturlandschaft sind zentrale Kriterien, welche für die Nominierung von Hallstatt zum Welterbe herangezogen wurden. Die Einbettung der Salzproduktion in die wilde Gebirgslandschaft rund um das Dachsteinmassiv und die Mensch-Umweltbeziehung und deren Wandel durch die Jahrtausende waren ein weiteres Kriterium.

Die Außenstelle des Naturhistorischen Museums Wien in Hallstatt untersucht die prähistorischen Bergwerke, die Geschichte der Salzproduktion, sowie das Entstehen und den Wandel dieser einzigartigen Salzlandschaft von der Steinzeit bis heute. Die Prähistoriker erforschen im Hallstätter Salzberg Stollen und Salz-Abbaukammern und rekonstruieren diese. So lassen sich die Lebensweise, die Arbeitswelt, die Werkzeuge, die Mode und sogar das Bestattungswesen der Leute vor tausenden von Jahren nachvollziehen.

„Das Welterbe Hallstatt im Salzkammergut ist eine ganz besondere Welterbestätte – eine von zehn in Österreich – weil wir hier quasi 7.000 Jahre ununterbrochene ‚industrielle‘ Produktion von Salz finden“, so NHM Wien-Generaldirektorin Katrin Vohland über die Einzigartigkeit der Region.

Neben öffentlich zugänglichen Forschungsberichten geben ausgestellte Funde und interaktive Führungen Einblick in die Lebenswelt vergangener Zeiten. Zahlreiche Eindrücke von der Arbeit „unter Tage“ liefern heute aber auch digitale Rekonstruktionen der Bergwerksstollen, Virtual Reality-Angebote, 3D-Fahrten durch die prähistorischen Stollen oder Videos mit den Forscher*innen, die die Geschichte so wiederaufleben lassen.

„Der Österreichische Welterbetag ist eine gute Möglichkeit, auf das vielfältige Vermittlungsprogramm der Salzwelten Hallstatt hinzuweisen. Auch das einmalige Zusammenspiel von Wirtschaft, Wissenschaft und Tourismus wird in der Hallstattforschung deutlich“, freut sich Kurt Reiter, Geschäftsführer der Salzwelten GmbH. Die Forschungsarbeiten in Hallstatt erfolgen in Kooperation mit der Salinen Austria AG und der Salzwelten GmbH.

Programm am 1. Österreichischen Welterbetag am 18. April 2021 in Hallstatt

Von 13.30 bis 17.30 Uhr wird live aus Hallstatt via Youtube-Livestream berichtet. Man kann in das Programm mit Livevorträgen und Videoeinspielungen jederzeit einsteigen, wobei die Live-Chat-Funktion aktiviert ist und Gäste Fragen an die Vortragenden stellen können.

13.30 Uhr: Begrüßung 14.00 Uhr: 7.000 Jahre Salz – Hallstatt von der Steinzeit bis heute (Vortragender: Hans Reschreiter) 14.20 Uhr: Kooperation Salzwelten Hallstatt – Naturhistorisches Museum Wien (Vortragender: Kurt Reiter) 14.30 Uhr: Forschung in Hallstatt (Vortragender: Hans Reschreiter) 15.40 Uhr: Umweltarchäologie – Archive in Mooren und im Seeschlamm (Vortragende: Kerstin Kowarik, Michael Strasser) 16.00 Uhr: Erhaltung und Bewahrung des Welterbes (Vortragende: Welterbemuseum Hallstatt, Hans Reschreiter) 16.30 Uhr: Vermittlung des untertätigen Welterbes (Vortragende: Daniel Brandner, Ilja Slamar, Josef Prenner, Hans Reschreiter) 17.00 Uhr: Ausblick – wohin kann die Vermittlung gehen?

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