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PINSDORF. Ein ungewöhnlicher Stein, der dem Pinsdorfer Fossiliensammler Karl Bösendorfer vor zehn Jahren in Altmünster auffiel, entpuppte sich als wahre Sensation: Erstmals wurden in Österreich Fischsaurier aus der Kreidezeit entdeckt.

  1 / 3   Rekonstruktion eines Ichthyosauriers: Fischsaurier konnten bis zu 18 Meter lang werden, die nun gefundenen Fossilien gehören zu bis zu vier Meter langen Tieren. (Foto: NHM Wien, Alexander Lukeneder / 7reasons)

Karl Bösendorfer ist seit Jahren Fossilien auf der Spur. Vor zehn Jahren entdeckte er bei einer Fundstelle in Altmünster einen außergewöhnlichen Stein, den er nicht zuordnen konnte. „Alles, was anders ausschaut, als die Umgebung, ist natürlich interessant“, erklärt Bösendorfer. Entsprechend landete der zehn mal fünf Zentimeter große Stein in einer Vitrine des Pinsdorfers.

Der Zufall führte Regie

Dort entdeckte ihn vor zwei Jahren Alexander Lukeneder, Paläontologe am Naturhistorischen Museum Wien (NHMW). Er veranlasste eine genauere Untersuchung – bei der sich herausstellte, dass es sich um einen 130 Millionen Jahre alten Teil der Schnauze eines Fischsauriers handelt. Eine wissenschaftliche Sensation, denn aus der Kreidezeit des österreichischen Alpenraums waren derartige Ichthyosaurier bis dahin völlig unbekannt.

Der Jubel war gleich doppelt, denn zeitgleich zu Bösendorfer hatte ein Fossiliensammler aus Golling einen Ichthyosaurus-Zahn in seiner Sammlung entdeckt. „Solche aufmerksamen Sammler sind natürlich ein Glücksfall und Goldes wert“, freut sich NHMW-Experte Alexander Lukeneder. Er betont: „Die neuen Ichthyosaurier-Zähne sind ein wichtiges Bindeglied in der Ichthyosaurier-Evolution der Kreidezeit, es handelt sich um die ersten Nachweise dieser Art in Österreich überhaupt.“

Blick ins Innere mit dem Computertomographen

Spannend war der Blick ins Innere von Karl Bösendorfers Fossil mittels Computertomographie: Dort verbargen sich über zehn bis zu drei Zentimeter lange Zähne des Ichthyosauriers. Die Daten dienten auch als Basis für die Rekonstruktionen des Tieres, das mittlerweile digital „zum Leben erweckt“ wurde.

„Suche weitere Puzzleteile“

Karl Bösendorfer übergab seinen Fund dem NHMW. Er selbst ist seither – wenn dies möglich ist – noch aufmerksamer in der Natur unterwegs: „Ich schaue jetzt natürlich noch intensiver, vielleicht finde ich ja ein weiteres Puzzleteil“, so der Pinsdorfer, der seit Jahren jeden einzelnen Fund genauestens dokumentiert, um ihn auch wissenschaftlich verwertbar zu machen.

Für alle, die über möglicherweise interessante Funde stolpern, hat der engagierte Hobby-Paläontologe auch einen Tipp parat: „Über die Website www.citizen-science.at/projekte/fossilfinder kann man ganz einfach mit dem Experten des NHMW in Kontakt treten. Vielleicht schlummert ja auch noch bei jemandem anderen etwas in der Lade“, so Bösendorfer.


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