Leserbrief zu Demonstration in Bad Ischl: "Was ist ein öffentliches Gutachten?"
BAD ISCHL. Evelyn Stieger von der Bürgerinitiative Siriuskogel bezieht in einem Leserbrief Stellung zu einem Artikel über die Demonstration der Bürgerinitiative von Tips-Redakteurin Katharina Wimmer.

„In Ihrem Artikel berichten Sie von der Demonstration der Bürgerinitiative Siriuskogel.
Dabei zitieren Sie Frau Bürgermeisterin Schiller (Baubehörde erster Instanz, nicht oberste), welche behauptet, es gäbe ein „öffentliches, behördliches Gutachten“. Wie ist das zu verstehen: hat die Öffentlichkeit/Gemeinde dieses geologische Gutachten in Auftrag gegeben und auch bezahlt?
Oder ist es öffentlich zu machen, weil es eine Umweltinformation ist, die laut Umweltgesetz (EU-Informationsgesetz) §13 bis 16 jedem, der Interesse hat, zugänglich gemacht werden muss?
Dieses Gutachten wurde von diesem Bauwerber in Auftrag gegeben - sowie die drei anderen Gutachten davor, die nicht das gewünschte Ergebnis lieferten (der Bauherr selbst hat in einem von mehreren Einschüchterungsbriefen, welche er allen Anrainern zuschickte, diese Tatsache festgehalten.)
Dieses geologische Gutachten, auf dem die gesamte Bauverhandlung aufbaut, wurde aber den Anrainern monatelang nicht zugänglich gemacht (Begründung: Man müsse zuerst den Auftraggeber und den Ersteller um Erlaubnis bitten). Erst vier Monate nach Ablauf der Einspruchsfrist und unter anhaltendem Druck konnten die Betroffenen Einsicht nehmen und sahen das alte Gutachten (auch Umweltinformation und von einem Bauherrn in Auftrag gegeben) bestätigt.
Es gibt auch öffentliche Einschätzungen der Lage: Im Internet hat jeder über DORIS (Digitale oberösterreichische Raum Informations System) Zugang zu geologischen Wissen, die dort gezeigten Gefahrenzonen Hinweise (A und A+), die Hangwasser Karte und die Geologie Nachweise weisen dieses Grundstück als rutsch gefährdet aus.
Dass dieser Hang bereits jetzt rutscht, ist für jeden Beobachter leicht zu erkennen: Für die Probebohrungen gab es eine teilweise Rodung von großen Laubbäumen (Tiefwurzler, welche den Boden festhalten).
Zwei Jahre später sind die an der südlichen Grundgrenze stehenden Fichten (Flachwurzler, Grenzbäume) im mittleren Bereich bereits Richtung Nachbarhaus gerutscht, der Gutachter hat diese Tatsache in seinem Plan festgehalten. Mittlerweile kippen viele Laubbäume im mittleren Teil des Grundstückes nach Süden, die tiefen Wurzeln sind noch fest im Untergrund verankert, die obere Schluff- und Tonschicht gleitet auf einer der wasserführenden Zwischenbereiche nach unten, der Boden wölbt sich auf.
Es braucht jetzt nur mehr so eine Regenwoche, wir letzten Sommer in Kärnten oder der Steiermark, den Rest kann sich jeder ausmalen. Die Anrainer wissen, wovor sie Angst haben, vor 25 Jahren gab es direkt nebenan in nur halb so steilen Gelände eine massive Rutschung.“
Evelyn Stieger, Bürgerinitiative Siriuskogel


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25.01.2024 17:55
Viel Erfolg
Als Siriuskogl Anrainer hätte ich euer Anliegen gerne unterstützt, leider ist es nicht Politik-konform und man findet kaum Information dazu in den Medien. Objektive Gutachter lassen sich in Österreich an einer Hand abzählen; z.B. die ehemalige Hofer-Linde; das zieht sich mittlerweile durch alle Lebensbereiche, und das ganze Land, es geht nur mehr um Geld. Wenn 1,5 € Millionen für die peinliche Eröffnung der Kulturhauptstadt da sind, wäre es wohl auch noch möglich, etwas für die Umwelt und Gemeinde zu tun, wie so ein von Profitgier und Freunderlwirtschaft getriebenes Projekt zu fördern. Vielleicht sollte jemand von euch bei der nächsten Wahl der/des Bürgermeisters/in antreten; meine Unterstützung wäre sicher. LG