„Die Aufgabenverteilung bei diesem Projekt ist spannender als im normalen Unterricht"
HALLSTATT/ALTMÜNSTER. Reparatur anstatt Wegwerfkultur. Umbauen anstatt abreißen. Unter diesem Motto entstand ein Maturaprojekt von Schülern der HTBLA Hallstatt. Im Rahmen des Projekts werden mehrere baufällige Bushaltestellen saniert. Im Moment sind gerade die beiden Haltestellen des Agrarbildungszentrums Altmünster (ABZ) direkt an der B145 an der Reihe.

Im Rahmen einer Maturaarbeit der HTBLA Hallstatt wurde ein Konzept entwickelt, wie in die Jahre gekommene Bushaltestellen aus Fertigbetonteilen effizient saniert werden können. Ziel war es, anstatt des gängigen Gedankens an Abriss und Neuerrichtung, Gemeinden stattdessen eine attraktive Möglichkeit an die Hand zu geben, die bestehenden Haltestellen wieder zu Orten mit echter Aufenthaltsqualität zu machen. In Scharnstein wurde bereits letztes Jahr mit dem Umbau der Haltestelle „Schobermühle“ ein Prototyp umgesetzt.
Sanierung der ABZ Haltestellen in Altmünster
Der Altmünsterer Bürgermeister Martin Pelzer, der das Projekt von Beginn an begleitete und unterstützte ist nun der Erste, der diese Idee in seiner Gemeinde in die Tat umsetzt. Pelzer ist selbst Lehrer am ABZ und betreut gemeinsam mit Christian Öhlinger die Umsetzung durch die Schüler. „Ein Bauprojekt wie dieses, bietet unseren Schülern perfekte Rahmenbedingungen, die tatsächlichen Anforderungen des Tischler- beziehungsweise Zimmererhandwerks kennen zu lernen. Darüber hinaus ist die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen eine willkommene Abwechslung im Schulalltag. Die intensive gemeinsame Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern schafft dabei ein besonderes Unterrichtsklima“, erklärt Öhlinger warum das Projekt bei den Schülern sehr gut ankommt.
Lara-Sophie Fürthauer, 15 Jahre alt und Klassensprecherin der 2B, ist am Projekt beteiligt: „Die Aufgabenverteilung bei diesem Projekt ist spannender als im normalen Unterricht“. Auch der sechzehnjährige Valentin Rathberger, ebenfalls Schüler der 2B, sieht das Projekt äußerst positiv: „Das gemeinsame Arbeiten in der Gruppe finde ich cooler.“
„Mir gefällt diese Reparaturkultur. Die graue Energie der Betonteile wird länger genutzt und mit dem Werkstoff Holz kommt ein sympathischer und ökologischer Werkstoff ins Spiel, der die Haltestellensituation stark aufwertet. Dass so eine Arbeit von Jugendlichen kommt, die ihre Zukunft konstruktiv in die Hand nehmen und hier Lösungen anbieten können hat mich von Anfang an vom Projekt überzeugt, dass wir diesen Umbau dann auch noch im ABZ Salzkammergut mit unseren Schülern im Ort umsetzen konnten, freut mich aber besonders und hebt das Ganze für mich noch einmal auf ein neues Level“, so Bürgermeister Pelzer.
Ende Juni sollen die beiden Bushaltestellen in Altmünster fertiggestellt sein.
Arbeiten mit dem Bestand
Stefan Öhlinger, Lehrer an der HTBLA Hallstatt, hatte das ursprüngliche Maturaprojekt betreut. Es waren seine Schüler, die das Konzept zur Umgestaltung der Bushütten entwickelten. Von ihnen wurden Pläne und Vorlagen designt, die nun in weitere Folge dazu dienen, dass immer mehr Haltestellen saniert werden können und nicht abgerissen werden müssen.
„Ich freue mich, dass nach der HTBLA Hallstatt mit dem ABZ Altmünster noch eine weitere Schule an Bord dieses Projektes geholt werden konnte und es wieder Schüler sind, die hier ihre eigene Mobilität gestalten. Es ist insofern ein echtes Vorzeigeprojekt, weil hier aus einer mittlerweile etwas aus der Zeit gefallenen und gealterten Form, mit wenigen Mitteln ein attraktiver Ort mit überraschend hoher Aufenthaltsqualität hergestellt wird. Das wird sich erst so richtig zeigen wenn im Frühjahr die Innenausbauten fertiggestellt werden. Gerade hier an der B145 sind die Haltestellen gut sichtbar und somit ein markantes Zeichen einer neuen Reparaturkultur. Viele haben uns gefragt, warum wir an den mittlerweile etwas unansehnlich gewordenen Haltestellen überhaupt noch etwas verbessern wollen, aber gerade das soll das Signal dieser Arbeit sein, quasi exemplarisch zu zeigen, wie geschickte Attraktivierung gelingen kann und wie anstelle des Abrisses ein Arbeiten mit dem Bestand die reizvollere Variante sein kann. Erfreulich ist auch, wie hier so viele Stellen so unkompliziert zusammengearbeitet haben, und da dieser standardisierte Haltestellentyp in ganz Oberösterreich zu finden ist, wäre es darüber hinaus eine große Chance diese Sanierungsstrategie zu skalieren. Die umsetzungsfertigen Planunterlagen werden ja kostenfrei zur Verfügung gestellt“, erklärt Stefan Öhlinger.


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