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VORCHDORF/BWAWANI. Dass sie einmal in Afrika ihr Zuhause finden würde, stand für Alice Lugstein eigentlich nicht auf dem Plan. Heute lebt die gebürtige Vorchdorferin mit ihrem Mann Koira und den Töchtern Rahel und Lilly im Massai-Dorf Bwawani im tansanischen Busch – und kann sich kein anderes Leben mehr vorstellen.

Alice mit ihrer Familie: Koira, Rahel und Lilly (Foto: Lugstein)
  1 / 3   Alice mit ihrer Familie: Koira, Rahel und Lilly (Foto: Lugstein)

Wie viele junge Menschen wollte Alice Lugstein mit 20 Jahren für einige Zeit ins Ausland. Bei ihrer Arbeit für ein Sozialprojekt in Tansania lernte die Vorchdorferin Koira kennen: Er war als Security in einem Hotel angestellt und faszinierte sie „mit seinem lustigen Haar und seinen weißen Zähnen“. Schon bald besuchte sie sein Dorf: Bwawani, drei Autostunden westlich von Daressalam. Übernachtet wurde in einer Lehmhütte, ohne Tür, ohne gebaute Betten, ohne Strom. Später folgte eine halbjährige „Probezeit“ in der 350-Seelen-Ansiedlung, ehe sich Lugstein entschied, dort gemeinsam mit Koira ihr Leben zu verbringen.

„Nicht einfach mal zum Spar auf ein Leberkassemmerl“

„Ich könnte mir nichts anderes mehr vorstellen“, sagt die 32-Jährige heute. Vor sechs Jahren kam Tochter Rahel zur Welt, es folgte die heute dreijährige Lilly. Beide Töchter sprechen neben der Sprache der Massai noch Swahili, die Amtssprache in Tansania, sowie ihre Muttersprache Deutsch. Um auch Englisch zu lernen, besucht Rahel eine teurere Schule außerhalb der Siedlung.

Morgens, wenn die „Große“ aus dem Haus ist, erledigt Alice Lugstein den Haushalt: „Gewaschen – Geschirr und Wäsche – wird alles per Hand“, erzählt sie. Auf den Tisch kommen „meistens Reis, was mit Kartoffeln oder Spaghetti mit Gemüse von hier“. Das sei auch das einzige, an das sie sich in ihrer neuen Heimat bis heute nur schwer gewöhnen könne: „Nicht mehr so viel Auswahl zu haben. Nicht einfach mal zum Spar auf ein Leberkassemmerl oder so.“

Brunnen muss bald einer Schnellstraße weichen

Aktuell stehen der Familie und dem Dorf einige unangenehme Veränderungen ins Haus: „Durch das Dorf wird eine Schnellstraße gebaut, dazu werden unser Haus und einige andere abgerissen – und der Brunnen, den wir gebaut haben und den auch viele andere Menschen im Dorf nutzen“, erzählt Alice Lugstein.

Die Bauarbeiten beginnen im April. Alice und ihr Mann wollen ihr Haus in der Nähe ihres Geschäfts wieder aufbauen. Auch ein Brunnen soll wieder errichtet werden – doch das kostet etwa 10.000 Euro, wie Lugstein erzählt. Sie versucht daher, über ihren Instagram-Account Spenden zu sammeln – für den Brunnen und für soziale Zwecke, etwa den kleinen Sinjore: Der Bub wurde mit einem Klumpfuß geboren und braucht eine Operation, die sich seine Eltern nicht leisten können.

Ein besonderes Anliegen sind Alice Lugstein jedoch die Mädchen: „Normalerweise heiraten Massai-Mädchen zwischen 13 und 16 Jahren“, erklärt sie. Alice Lugstein und ihr Mann Koira haben seiner Schwester Timanoi den Schulbesuch und ein Studium ermöglicht, „damit sie selbst über ihr Leben entscheiden kann“. Seit Kurzem fördern sie ein weiteres Mädchen, damit es die selbe Schule wie Rahel besuchen kann: „Sie hat innerhalb eines halben Jahres super Englisch gelernt“, freut sich Lugstein: „Man würde gern mehr tun, aber ich bin schon froh, dass wir zwei Mädchen helfen können.“

Spenden für die Projekte an:

Konto: Alice Lugstein

IBAN: DE52 1001 1001 2627 5433 17

BIC: NTSBDEB1XXX

Instagram: my_life_in_tanzania_

FB: My new life in Tanzania ♥


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